Bundesverkehrsminister Scheuer hat während des Nutzfahrzeuggipfels angekündigt, fünf Milliarden Euro in Kaufprämien für umweltfreundlichere LKW und neue Ladeinfrastruktur stecken zu wollen.  Die Branchenverbände zeigten sich relativ zufrieden.

Bis 2030 müssen in Deutschland die CO2-Emissionen im Verkehr  um 42 Prozent  gegenüber 1990 sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste ein Drittel der Fahrleistung elektrisch oder auf Basis strombasierter Kraftstoffe erfolgen. Dies stellt den  Straßengüterverkehr vor einer großen Herausforderung, deshalb will das BMVI jetzt nachhelfen. Während des jüngst stattgefundenen Nutzfahrzeuggipfels hat Bundesminister Andreas Scheuer drei Kernmaßnahmen angekündigt, die die Vorgaben des Klimaschutzprogramms umsetzen sollen. Mit Kaufprämien will das Ministerium  die Nutzung von klimafreundlichen LKW fördern Mehrkosten gegenüber dem Diesel-LKW sollen bis zu 80 Prozent gefördert werden. Darüber hinaus soll eine entsprechende  Tank- und Ladeinfrastruktur für alternativ angetriebene Nutzfahrzeuge ausgebaut werden. Zudem will das BMVI regulatorische Voraussetzungen, insbesondere setzt es sich für eine Differenzierung der LKW-Maut nach dem CO2-Ausstoß der Fahrzeuge schaffen. Insgesamt will Scheuer in das Hilfsprogramm fünf Milliarden Euro stecken.

Mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen wollen wir hin zur Nullemissionslogistik auf der Straße. Rund 90 Prozent der CO2-Emissionen im Verkehrssektor kommen vom Straßenverkehr, ein Drittel davon machen Lkw aus. Wir packen zusammen mit Fahrzeugherstellern, Logistik- und Speditionsunternehmen und der Energiewirtschaft an. Wir fördern den Kauf von Lkw, steuern den Aufbau der Tank- und Ladeinfrastruktur und schaffen einen passenden regulatorischen Rahmen. Unser Fahrplan bis 2030 steht: Ein Drittel der Fahrleistung wird grün,  sagte Bundesminister Scheuer.

Das Gesamtkonzept des Milliardenprogramms wurde insgesamt positiv von Branchenverbänden aufgenommen. Laut dem DSLV Bundesverband Spedition und Logistik erfüllt es im Wesentlichen die Erwartungen der Speditionsbranche.

Dieser Pauschalzusage müssen schnell konkrete Förderprogramme für die Logistikbranche folgen. Vorstellbar wäre eine Bezuschussung in Höhe von 80 Prozent der Investitionsmehrkosten im Vergleich zu modernen Diesel-Lkw. Nur so kann die ökonomische Konkurrenzfähigkeit im Vergleich zu konventionellen Antrieben gesteigert werden und die Einsatzbereitschaft der Logistik für alternative Antriebe auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wachsen, sagte DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Auch Marten Bosselmann, der Vorsitzende des Paketverbands BIEK, zeigte sich zufrieden.

Die Paketdienste nutzen nicht nur leichte Nutzfahrzeuge als Zustellfahrzeuge sowie Lastenfahrräder auf der letzten Meile, sondern im überregionalen Lieferverkehr auch täglich tausende schwere Lkw zwischen den Depots. Die Bestrebungen des Bundesverkehrsministeriums, auch im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge nachhaltige Antriebe zu fördern, unterstützt der BIEK daher ausdrücklich, so Bosselmann.

Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des BGL,  nannte den Gipfel eine einmalige Chance für gemeinsames Handeln, plädierte jedoch für mehr Planungs- und Investitionssicherheit.

Die Transport- und Logistikunternehmer in Deutschland sorgen mit ihren LKW jeden Tag dafür, dass die Ver- und Entsorgung unserer Gesellschaft reibungslos funktioniert. Diesen Auftrag wollen sie gern im Einklang mit dem Klimaschutz erfüllen und brauchen daher verbindliche Zusagen, wann sie in welche Technologien investieren können. Aktuell besteht eine große Unsicherheit darüber, wohin die Reise bis 2030 geht. Für Investitionen in klimaneutrale LKW-Technologien bedarf es aber dringend Planungs- und Investitionssicherheit. Der Nutzfahrzeuggipfel ist die einmalige Chance, um gemeinsam mit der Politik, der Industrie und der Logistikbranche einen verbindlichen Fahrplan zu verabreden, in welchem Zeitrahmen mit welchen Technologien und unter welchen politischen Rahmenbedingungen die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden können, betonte Engelhardt.

Foto:Twitter.com/ArtDalvik

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