Neugründerinnen von Paketzustelldiensten sollen von Amazon 500.000 Euro Zuschuss bekommen. So will der Online-Riese auch hierzulande die letzte Meile an sich reißen.

Im Rahmen eines neuen Lieferpartnerprogramms will Amazon die Unternehmensgründung von Paketzustelldiensten finanziell fördern.Aber die Starthilfe beinhaltet auch den Zugang zur hochentwickelten Amazon Liefertechnologie, Leasingangebote für Lieferfahrzeuge mit dem Amazon Logo, ein Kraftstoffprogramm, hochwertige Amazon Arbeitskleidung, Geräte für die Zustellungen, rabattierte Angebote auf Steuer- und Buchhaltungssoftware, juristische Beratung und Versicherungsoptionen, Unterstützung bei der Einstellung von Fahrerinnen und Fahrern oder ein mehrwöchiges Schulungsprogramm für Geschäftsinhaber, heißt es bei blog.aboutamazon.de. Besonders unterstützen möchte der Konzern Neugründerinnen mit Extrahilfen in Höhe von 500.000 Euro. Voraussetzung für die Teilnahme am Programm ist ein Eigenkapital in Höhe von 15.000 Euro. Der Online-Riese lockt die künftigen Partner mit einem „geregeltem Auftragsvolumen“ und einem möglichen Jahresgewinn zwischen 60.000 und 140.000 Euro.

Wir freuen uns, dass wir mit unserer Initiative dazu beitragen, die Träume zur Gründung einer eigenen Firma zu realisieren.Manche haben möglicherweise bei ihrer Geschäftsidee nicht über die Logistik und insbesondere die letzte Meile als Branche ihrer Wahl nachgedacht. Dies möchten wir ändern.Für Gründerinnen gibt es sogar eine Extra-Förderung von 500.000 Euro zur Finanzierung von Anlaufkosten. Wir glauben stark daran, dass die Logistikbranche von mehr Frauen als Unternehmerinnen profitieren wird, sagt Robert Viegers, Amazon Logistics Direktor in Deutschland.

Ein ähnliches Programm läuft bereits seit Mai 2019 in den USA. Dort unterstützt das Unternehmen die künftigen Zusteller mit 10.000 US-Doller plus drei Monatsgehälter.

Nach eigenen Angaben des Unternehmens wurde weltweit bereits mehr als 800 Gründerinnen und Gründer beim Start des eigenen Unternehmens geholfen und über 75.000 Arbeitsplätze für Fahrerinnen und Fahrer wurden geschaffen.

Massenentlassungen bei Frachtführern

Die Abhängigkeit von einem großen Kunden kann aber auch fatale Folgen haben. Anfang des Jahres hat das Portal  bloomberg.com über Massenentlassungen von Fahrern berichtet. Insgesamt haben 1300 Fahrer der Unternehmen Bear Down Logistics , Delivery Force und RCX Logistics ihren Job verloren haben.  Der Grund: Amazon hat die Verträge mit den Frachtführern gekündigt.

Doch eigentlich sollte die Zusammenarbeit ganz anders verlaufen: Die Subunternehmen sollten mindestens 20 Fahrzeuge leasen, mindestens 100 Fahrer beschäftigen und dann auf der letzten Meile unter der Amazon-Marke liefern. Auch hier lockte der Online-Riese die Subunternehmen mit einem lukrativem Jahresgewinn von 75. ooo bis sogar 300.000 US-Dollar. Das Interesse war enorm. Medienberichten zufolge waren rund 10.000 an dem Angebot interessiert.

Foto: Amazon

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