Die Dieselpreise in Deutschland sind innerhalb weniger Tage stark gestiegen. Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Durchschnittspreis am 3. März bei 1,917 Euro pro Liter, rund 17,7 Cent mehr als eine Woche zuvor.
Am Mittwochmorgen überschritt Diesel zeitweise sogar die Marke von zwei Euro. Um 7.15 Uhr ermittelte der ADAC einen Durchschnittspreis von 2,054 Euro an der Zapfsäule je Liter, der höchste Wert seit September 2022.
Ölpreis treibt Diesel nach oben
Grund für den Preissprung ist vor allem der starke Anstieg der Rohölpreise. Der Preis für ein Barrel Brent stieg laut ADAC von rund 72 US-Dollar Ende Februar auf zeitweise etwa 85 US-Dollar am 3. März, der zweithöchste Stand seit Juli 2024.
Auslöser ist die Eskalation im Nahen Osten. Der Iran hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus eingeschränkt, durch die normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels laufen. Mehrere Reedereien meiden die Route bereits.
ADAC-Experte Christian Laberer warnt:
„Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten.“
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Speditionen schlagen Alarm
Angesichts der steigenden Kosten fordert der Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL) eine staatliche „Dieselpreisbremse“.
Der Verband warnt, dass viele Speditionen an ihre wirtschaftlichen Grenzen geraten. Treibstoffkosten können laut UVL bis zu 35 Prozent der Betriebskosten eines Transportunternehmens ausmachen.
„Viele Betriebe sind gezwungen, diese Mehrkosten an ihre Auftraggeber weiterzugeben. Letztendlich landen die gestiegenen Preise dann bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern“, sagt UVL-Geschäftsführer Thomas Rackow.
Zusätzlich belaste die zum Jahresanfang erhöhte CO2-Abgabe die Branche.
Entlastung kurzfristig nicht absehbar
Kurzfristig rechnen Marktbeobachter nicht mit einer schnellen Entspannung. Ölpreise reagieren laut Analysten sehr sensibel auf geopolitische Risiken.
„Der Markt reagiert sofort auf geopolitische Risiken. Öl wird teurer gehandelt, bevor es überhaupt physisch knapp wird“, erklärt Marktanalyst Jens Klatt.
Eine Entspannung könnte laut ADAC erst eintreten, wenn sich die Lage im Persischen Golf stabilisiert oder zusätzliche Fördermengen auf den Markt kommen.











