MKFE hat von seinen Mitgliedern Meldungen über einen versuchten Betrug erhalten, der im Februar dieses Jahres stattgefunden hat. Die Täter nutzen seit Jahren bekannte Methoden, meist kontaktieren sie Frachtführer über gefälschte E-Mail-Adressen und geben sich dabei als Mitarbeitende seriöser Speditionsunternehmen aus. Dabei wird nur ein Buchstabe in der Domain geändert, sodass das Erkennen des Betrugs besondere Aufmerksamkeit erfordert.
Gefälschte E-Mails in der Praxis
Beispiel 1 – Space Logistic, Italien
Cyberkriminelle geben sich als das italienische Unternehmen Space Logistic aus. Die offiziellen E-Mail-Adressen enden auf die Domain @space-logistic.com, während die Betrüger eine Domain mit einem zusätzlichen „i“ verwenden – logiistic. Der Unterschied ist minimal und leicht zu übersehen. Das Unternehmen hat auf seiner Website davor gewarnt.
Beispiel 2 – Voight Transporte GMBH, Deutschland
Ähnliche Aktivitäten wurden in Deutschland gemeldet. Betrüger versenden Nachrichten, während sie sich als Voight Transporte GMBH ausgeben. Echte E-Mails enden auf die Domain @voigt-transporte.de, die gefälschten – voigt-transport.de, d. h. es fehlt ein „e“.
Bedrohungen für Frachtführer
Auf diese Weise können Kriminelle ganze Ladungen übernehmen, sie illegal mit eigenen Transportmitteln abholen und innerhalb ihres eigenen Empfängernetzwerks weiterverkaufen. Gleichzeitig schädigt dies den Ruf der echten Speditionsunternehmen, deren Namen für den Betrug missbraucht werden. MKFE fordert Frachtführer und Subunternehmer dringend auf, die E-Mail-Domain des Absenders stets sorgfältig zu prüfen.
Wie können Sie sich schützen?
„Dieser Modus Operandi ist ziemlich primitiv, aber leider effektiv – vor allem, wenn jemand unter Zeitdruck handelt. Die beste Form der Verteidigung ist, die E-Mail-Domain sorgfältig zu prüfen. Für Trans.eu-Kunden lohnt es sich außerdem, den Messenger der Plattform zu nutzen, denn so wissen Sie zumindest, mit wem Sie sprechen“, sagt Piotr Sobala, International Security Team Leader bei Trans.eu.
MKFE erinnert außerdem daran, dass jeder Fall verdächtiger Korrespondenz den Plattformen gemeldet werden sollte, damit es möglich ist, Betrugsversuche zu stoppen und den Ruf seriöser Frachtführer zu schützen.
Cybersicherheit in der Logistik ist keine Theorie – sie ist eine tägliche Notwendigkeit. Sorgfältiges Prüfen von E-Mails und die Nutzung offizieller Kommunikationskanäle können Frachtführer davor schützen, ganze Ladungen zu verlieren und vor schwerwiegenden finanziellen Folgen.
Gerade in Wochen mit verstärkten Behördenkontrollen, wie einer europaweiten Kontrollwoche, lohnt sich zusätzliche Sorgfalt bei Dokumenten und Kommunikation.










