Seit dem 15. Oktober 2026 ist Dr. Holger Scherr als Executive Vice President Europe für SuperPanther tätig. Das Unternehmen gab die Personalentscheidung am 20. Oktober bekannt. In seiner neuen Funktion wird Scherr eng mit Dr. Michael Ruf, President Europe bei SuperPanther, und dem europäischen Managementteam zusammenarbeiten.
Scherr verfügt über mehr als 20 Jahre Führungserfahrung bei Daimler und Daimler Truck. Zu seinen bisherigen Aufgaben gehörten unter anderem die Leitung von Beijing Foton Daimler Automotive sowie die Mitgliedschaft im Executive Committee von Mercedes-Benz Trucks.
Darüber hinaus war er in der Fahrzeugentwicklung, im internationalen Logistik- und Lieferkettenmanagement sowie im operativen Geschäft tätig. Auch an den Entwicklungsprogrammen der Mercedes-Benz-Baureihen Actros und Zetros war er beteiligt.
Chinesischer Hersteller setzt auf Produktion in Europa
Die Personalentscheidung fällt in eine entscheidende Phase der europäischen Expansion von SuperPanther. Das 2022 gegründete chinesische Unternehmen hat seinen batterieelektrischen Sattelzug eTopas 600 inzwischen von der Erprobung in die Serienproduktion überführt.
Seit Juli 2026 erfolgt die Endmontage des für den europäischen Markt entwickelten Fahrzeugs bei Steyr Automotive in Österreich. Dabei werden vormontierte Baugruppen zusammengeführt. Zentrale Komponenten wie die elektrische Antriebsachse, Leistungselektronik und das Thermomanagement stammen von SuperPanther.
Zu den ersten Abnehmern gehören DHL Freight sowie weitere Unternehmen in Deutschland, Österreich und Polen.
Der Hersteller verfolgt ehrgeizige Wachstumsziele: Bis Ende 2026 sollen rund 100 Elektro-Lkw an europäische Kunden ausgeliefert werden. Bis Ende 2027 soll die kumulierte Zahl auf 1.000 Fahrzeuge steigen.
Ob dieser Hochlauf gelingt, dürfte nicht nur von den Produktionskapazitäten, sondern auch von der Verfügbarkeit eines zuverlässigen Vertriebs- und Servicenetzes abhängen.
DHL Freight setzt eTopas 600 bereits im Regelbetrieb ein
Dass SuperPanther über die Erprobungsphase hinaus ist, zeigt die Zusammenarbeit mit DHL Freight.
Nach Praxistests in Österreich wird der eTopas 600 seit September im niederländischen Transportnetz von DHL Freight regulär eingesetzt. Damit sammelt der chinesische Hersteller Erfahrungen unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen eines europäischen Logistikdienstleisters.
Der batterieelektrische Sattelzug verfügt über eine Batteriekapazität von 621 kWh und soll nach Herstellerangaben eine Reichweite von bis zu 560 Kilometern erreichen. Über zwei CCS2-Anschlüsse ist eine kombinierte Ladeleistung von bis zu 660 kW möglich.
Für Flottenbetreiber zählen neben diesen technischen Daten vor allem Energieverbrauch, Fahrzeugverfügbarkeit, Wartungskosten und die Integration in bestehende Transportabläufe.
Service und Ersatzteilversorgung als nächste Herausforderung
Parallel zur Produktion baut SuperPanther seine europäischen After-Sales-Strukturen aus. Bei Wartung und Service arbeitet der Hersteller unter anderem mit dem Werkstattnetz Alltrucks zusammen. Hinzu kommen zwei Ersatzteillager innerhalb der Europäischen Union.
Damit steht SuperPanther vor einer Aufgabe, die für neue Nutzfahrzeugmarken besonders anspruchsvoll ist: Der Fahrzeugabsatz muss mit einem tragfähigen Netz für Wartung, Reparaturen und Ersatzteilversorgung Schritt halten.
Mit Holger Scherr gewinnt das Unternehmen einen Manager, der sowohl die Strukturen etablierter europäischer Nutzfahrzeughersteller als auch das Geschäft mit chinesischen Industriepartnern kennt.
Seine Berufung unterstreicht damit den Anspruch von SuperPanther, sich in Europa nicht nur als Lieferant elektrischer Lkw, sondern als dauerhaft präsenter Nutzfahrzeughersteller zu etablieren. Ob das Unternehmen seine Expansionsziele erreicht, wird sich an den tatsächlichen Auslieferungen und der Leistungsfähigkeit des Servicenetzes messen lassen.
SuperPanther-Lkw bereits im europäischen Regelbetrieb
Die Europa-Expansion von SuperPanther beschränkt sich nicht auf Produktionspläne. Seit September setzt DHL Freight den batterieelektrischen eTopas 600 im regulären Transportbetrieb in den Niederlanden und auf grenzüberschreitenden Strecken nach Belgien ein. Das Fahrzeug legt rund 2.000 Kilometer pro Woche zurück und wird flexibel auf unterschiedlichen Routen eingesetzt, statt ausschließlich zwischen zwei festen Standorten zu pendeln. Damit sammelt der Hersteller wichtige Praxiserfahrungen im europäischen Transportalltag. Belastbare Angaben zu den tatsächlichen Betriebskosten und zum Energieverbrauch liegen bislang allerdings nicht vor.









