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DHL und SuperPanther nehmen autonome Lkw ins Visier

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SuperPanther und die DHL Group wollen ihre Zusammenarbeit auf intelligente und automatisierte Lkw ausweiten. Im Mittelpunkt steht Truck Brain, eine KI an Bord, die neben der Verkehrslage und dem Fahrzeugzustand auch den gesamten Transportauftrag berücksichtigen soll. Parallel entwickelt der Hersteller neue Elektroantriebe und kündigt für 2027 ein L2+-System für Autobahnen an.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Wichtigste Punkte:

  • SuperPanther und die DHL Group haben eine Absichtserklärung zur Entwicklung intelligenter und automatisierter Lkw-Lösungen unterzeichnet.
  • Mit Truck Brain präsentierte der Hersteller ein KI-System an Bord, das sowohl die Verkehrslage als auch den gesamten Transportauftrag analysieren soll.
  • Für 2027 ist ein L2+-System für Autobahnen mit automatischen Spurwechseln vorgesehen.

Kooperation mit DHL nimmt nächste Stufe

Auf der IAA Transportation 2026 haben SuperPanther und die DHL Group eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin geht es um eine mögliche Zusammenarbeit bei intelligenten und automatisierten Lkw-Technologien. Beide Unternehmen wollen prüfen, wie Erkenntnisse aus realen Logistikabläufen, betriebliche Anforderungen und Fahrzeugdaten in die Entwicklung autonomer Elektro-Lkw einfließen können.

Konkrete Projekte, Einsatzorte, Stückzahlen oder Einführungstermine wurden bislang nicht genannt. Bei den nächsten Gesprächen soll vor allem geklärt werden, welche Anwendungen realistisch sind und welchen praktischen Nutzen die Technologien im täglichen Transportbetrieb bieten könnten.

Dr. Michael Ruf und Dr. Antje Huber / Foto: SuperPanther

DHL Freight hat autonome Fahrzeuge bereits auf abgegrenzten Betriebshöfen erprobt. Für einen Einsatz solcher Lkw auf öffentlichen Straßen in Deutschland müssen nach Angaben des Unternehmens jedoch noch rechtliche und regulatorische Fragen geklärt werden.

Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen besteht bereits seit Längerem. Nach einer ersten Absichtserklärung aus dem Jahr 2024 testete DHL den eTopas 600 im Jahr 2025 im österreichischen Alltagseinsatz, unter anderem auf der Strecke zwischen Wien und Wels. Später wurde der erste in Europa gefertigte Elektro-Serien-Lkw für den Einsatz in den Niederlanden an DHL Freight übergeben.

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Ein Lkw, der den gesamten Transportauftrag versteht

Truck Brain ist die zentrale neue Technologie, die SuperPanther vorgestellt hat. Die Plattform ergänzt das Fahrzeug um eine KI-Ebene an Bord. Sie soll Informationen zum Transportauftrag, zum Zustand des Lkw, zur Umgebung sowie aus externen Systemen zusammenführen.

Die Sensoren und bestehenden Fahrfunktionen sollen weiterhin in Echtzeit Daten verarbeiten und einzelne Manöver steuern. Truck Brain soll als übergeordnete Ebene arbeiten: Das System interpretiert die Gesamtsituation, schätzt mögliche Entwicklungen ein und leitet daraus Ziele sowie Fahrstrategien ab. Eine separate Koordinations- und Sicherheitsebene soll jede Entscheidung überwachen.

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Nach den Plänen von SuperPanther soll Truck Brain nicht dauerhaft auf eine Cloud-Verbindung angewiesen sein. Die erste Version soll mit einem spezialisierten Modell arbeiten, das über 7 Milliarden Parameter verfügt. Die Berechnung übernimmt ein Bordcomputer mit einer Rechenleistung von 1.000 TOPS.

Der Hersteller betont, dass für die Leistungsfähigkeit nicht allein die Größe des Modells entscheidend ist. Ebenso wichtig seien Fahrzeugdaten, betriebliche Erfahrung und Erkenntnisse aus realen Transportaufträgen. Genau deshalb kommt der Kooperation mit DHL eine besondere Bedeutung zu.

Schritt für Schritt vom Assistenzsystem zum autonomen Fahren

SuperPanther will Truck Brain in drei Entwicklungsstufen aufbauen. Den Anfang soll ein L2+-System mit einem KI-Assistenten an Bord machen, der den Fahrer kontextbezogen unterstützt. Danach ist der Einsatz auf Level 4 unter klar definierten Bedingungen vorgesehen. Langfristig strebt der Hersteller vollständig automatisierte Fahrzeuge an, die er als Transportroboter bezeichnet.

Für 2027 stellt SuperPanther einen L2+-Autobahnpiloten in Aussicht. Dieser soll automatische Spurwechsel, die Vermeidung von Kollisionen innerhalb der eigenen Fahrspur und das Befahren von Autobahnauffahrten ermöglichen. Die Verantwortung für das Fahrzeug bleibt dabei weiterhin beim Fahrer.

Das Unternehmen unterstreicht, dass jede künftige Funktion zunächst technisch geprüft, zugelassen und mit den geltenden Vorschriften in Einklang gebracht werden müsse. Lkw auf Level 4 oder vollständig autonome Fahrzeuge gehören daher weiterhin zur Entwicklungsplanung und sind noch kein serienreifes Produktangebot.

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Neue, leichtere Komponenten für künftige Lkw

SuperPanther hat außerdem die nächste Generation seiner elektrischen EverDrive-Achse vorgestellt. Sie soll dauerhaft 500 kW Leistung und 43.000 Nm Drehmoment liefern. Zur Ausstattung gehören ein vierstufiges Untersetzungsgetriebe, eine aktive Schmierung und eine Ölkühlung. Laut Hersteller ist die neue Achse 130 kg leichter und etwa 15 Prozent kompakter als ihr Vorgängermodell.

Hinzu kommt ein Hochvolt-Domänencontroller, der Leistungselektronik, Energieverteilung und Energiemanagement in einem System bündelt. Durch diese Integration soll das Gewicht der Gesamtanlage um mehr als 50 kg sinken. Gleichzeitig soll rund ein Drittel weniger Einbauraum benötigt werden.

Beide Komponenten werden derzeit noch validiert und für die Serienfertigung vorbereitet. Sie sind nicht für den aktuellen eTopas 600 vorgesehen, sondern für künftige Fahrzeuggenerationen.

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Bis Ende 2027 sollen 1.000 Lkw in Europa unterwegs sein

Neben den langfristigen Technologiezielen hat SuperPanther auch konkrete Lieferziele genannt. Bis Ende 2026 sollen europäische Kunden rund 100 Lkw erhalten. Bis Ende 2027 soll die Zahl auf insgesamt 1.000 Fahrzeuge steigen. Damit konkretisiert das Unternehmen sein weiter gefasstes Ziel, bis 2030 insgesamt 16.000 Elektro-Lkw auf Europas Straßen zu bringen.

Ob SuperPanther den Schritt von ersten Einsätzen zu größeren Verkaufszahlen schafft, hängt nicht nur von den Produktionskapazitäten im Werk Steyr ab. Ebenso wichtig sind ein dichtes Servicenetz, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, passende Finanzierungslösungen und eine ausreichende Ladeinfrastruktur.

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eTopas 600 startet im kommerziellen Einsatz

Das Modell selbst ist auf der diesjährigen Messe keine Neuheit. SuperPanther hatte den Lkw bereits auf der IAA Transportation 2024 gezeigt. Im Juli 2026 begann die Serienfertigung im Werk von Steyr Automotive in Österreich.

Das Fahrzeug verfügt über eine europäische Gesamtfahrzeug-Typgenehmigung, kurz WVTA. Erste Lkw wurden an DHL, Gress, Temmel und Lontex ausgeliefert. Nach den jüngsten Angaben befinden sich die Fahrzeuge inzwischen im täglichen gewerblichen Einsatz in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Polen und Tschechien.

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Die 4×2-Sattelzugmaschine ist mit einer 621-kWh-LFP-Batterie ausgestattet. SuperPanther nennt derzeit eine praxisnahe Reichweite von bis zu 560 km und einen Energieverbrauch von etwa 0,94 kWh pro Kilometer. Die tatsächlichen Werte hängen unter anderem von der Fahrzeugausstattung, der Nutzlast, dem Streckenprofil und den Einsatzbedingungen ab.

Zwei CCS2-Anschlüsse ermöglichen paralleles Laden mit einer kombinierten Leistung von bis zu 660 kW. Die elektrische Architektur des Lkw ist außerdem auf eine spätere Nutzung des Ladestandards MCS vorbereitet.

Steyr Automotive übernimmt die Endmontage und die Validierung der Lkw. SuperPanther baut parallel sein europäisches Servicenetz, seine Diagnoseangebote, die Ersatzteillogistik und den Softwaresupport aus. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit dem Alltrucks-Netzwerk.

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