Die Kuehne+Nagel-Gruppe weist die Ergebnisse für das zweite Quartal 2020 aus. „Die Erhöhung des Marktanteils und die eingeleiteten Kostensenkungen haben sich positiv auf die finanzielle Situation ausgewirkt” – gibt die Firma in einer Mitteilung an. Obwohl der Gewinn nach der Zusammenfassung der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 niedriger ausfiel, verdiente die Gruppe 309 Millionen Schweizer Franken. Sie kündigt auch eine Dividendenzahlung an die Aktionäre an.

Der Gewinn von Kuehne+Nagel für die ersten sechs Monate des Jahres 2020 liegt um 75 Millionen CHF und damit 19,5% unter dem Ergebnis des ersten Halbjahres im Vorjahr. Im ersten Halbjahr erzielte der Betreiber einen Nettoumsatz von 9,8 Milliarden CHF und einen EBIT von 419 Millionen CHF. Der Nettoumsatz der Gruppe wurde in der ersten Jahreshälfte durch Währungsschwankungen negativ beeinflusst.

Die durch die Pandemie ausgelöste Krise, die zur Schließung der meisten Länder führte, hatte einen tiefgreifenden, plötzlichen und negativen Einfluss auf den internationalen Handel. Wir haben im Vorfeld die richtigen Schritte unternommen und das Unternehmen unter diesen schwierigen Bedingungen erfolgreich geführt. Wir gehen davon aus, dass die zweite Jahreshälfte unsicher bleiben wird, aber Kuehne+Nagel ist dank seines konsequenten Kostenmanagements und der hohen Qualität seiner Dienstleistungen gut vorbereitet, kommentiert Dr. Detlef Trefzger, CEO der Kuehne+Nagel International AG, die finanzielle Situation des Unternehmens.

Dr. Jörg Wolle, CEO der Kuehne+Nagel International AG, fügte hinzu, dass sich die vom Unternehmen in den letzten Jahren gewählte Strategie positiv ausgewirkt hat.

Das Unternehmen wurde gründlich digitalisiert und blieb somit während der Krise voll funktionsfähig. Die guten Ergebnisse im zweiten Quartal sind auf die gute Marktposition von Kuehne+Nagel und die Erholung in den asiatischen Märkten zurückzuführen. Dieses hohe Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens verdanken wir der in den vergangenen Monaten gut geleisteten Arbeit – betonte Jörg Wolle.

Luftfahrtlogistik mit dem geringsten Rückgang

Betrachtet man die einzelnen Segmente, in denen Kuehne+Nagel tätig ist, so schneidet die Luftfahrtlogistik am besten ab, mit relativ wenig schlechteren Ergebnissen als im Jahr 2019. Der Bruttogewinn belief sich auf 642 Millionen CHF und war nur 3,9 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die hohe Nachfrage nach Gütern, die zur Bekämpfung der Pandemie im zweiten Quartal 2020 notwendig waren, führte zu einer kurzfristigen Veränderung der transportierten Waren – sagt das Unternehmen.

Die begrenzte Kapazität, die mit dem Mangel an Passagierflügen in diesem Zeitraum verbunden ist, hat zum Kauf von Charterdiensten für die Kunden des Luftfahrtsegments geführt. Diese Faktoren, kombiniert mit einem aktiven Kostenmanagement, sorgten für eine attraktive Rentabilität und führten zu einem Anstieg des Marktanteils. Mit der schrittweisen Wiederaufnahme des Personenverkehrs ist seit Juni eine leichte Normalisierung der Marktbedingungen erkennbar.

Im Vergleich dazu waren die Rückgänge in den anderen Geschäftsbereichen deutlich größer. Der Bruttogewinn im Seeverkehr ging in der ersten Jahreshälfte um 13,9% auf 673 Millionen CHF zurück. Dies war auf das ungünstige Marktumfeld zurückzuführen, das sich in einem Rückgang des Transportvolumens niederschlug. Kuehne+Nagel hat jedoch in mehreren Branchen – Pharma, Kühltransporte und E-Commerce – Marktanteile gewonnen.

Es ist jedoch zu beachten, dass das Containervolumen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 11,7 % (auf 1,1 Millionen TEU) gesunken ist. So sank der Nettoumsatz der Seeschifffahrt auf fast 1,7 Milliarden CHF.

Die Pandemie erzwang ein Finanzregime, aber die Aktionäre können mit Dividenden rechnen

Das Unternehmen verzeichnete einen etwas geringeren Rückgang des Bruttogewinns in der Straβenlogistik – 6,8% weniger in der ersten Jahreshälfte, was 538 Millionen CHF entsprach. Das zweite Quartal zeigte jedoch ernsthafte Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft (Rückgang um 12% gegenüber dem zweiten Quartal 2019).

April und Mai 2020 waren durch einen deutlichen Rückgang des Volumens der Straßenlogistik gekennzeichnet. Seit Juni dieses Jahres steigt die Nachfrage jedoch deutlich. Insbesondere die Nachfrage nach europäischen Sammelguttransporten hat sich verbessert und das Vorkrisenniveau erreicht, berichtet Kuehne+Nagel.

In der Kontraktlogistik sank der Bruttogewinn in der ersten Hälfte des Jahres 2020 um 9,6 Prozent auf 1,797 Milliarden CHF. Das zweite Quartal war offensichtlich schlechter – der Gewinnrückgang im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 betrug 15,2 Prozent. Den starken Nachfragerückgang bewältigte das Unternehmen durch die Einführung eines rigorosen Kostenmanagements. Infolge der durch die Pandemie verursachten Situation war eine wesentlich höhere Nachfrage nach Basisgütern und E-Commerce zu verzeichnen, die nun etwa die Hälfte des Kontraktlogistik-Portfolios der Gruppe ausmachen.

Für September ist eine auβerordentliche Gesellschafterversammlung der Kuehne+Nagel International AG geplant. Der Verwaltungsrat beschloss, den Aktionären eine Dividendenzahlung vorzuschlagen.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates und des Vorstandes haben die wirtschaftlichen Entwicklungen während der Pandemie beobachtet und aktiv überwacht. Aufgrund der guten Ergebnisse des Unternehmens, der starken Widerstandsfähigkeit, des stabilen Cashflows und der Liquidität beschloss der Verwaltungsrat, den Aktionären einen Anteil am Erfolg des Unternehmens in 2019 und 4,00 CHF Dividende pro Aktie vorzuschlagen – sagte Dr. Jörg Wolle, CEO.

Foto: Kuehne+Nagel

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