Die neuen Fahrzeuge sollen schrittweise in allen sechs Staaten des Golf-Kooperationsrats in Betrieb gehen. Geplant ist der Einsatz sowohl für nationale Transporte als auch für grenzüberschreitende Verkehre – vom Containertransport über Fahrzeuglogistik bis hin zu Waren und verderblichen Gütern.
DP World verortet die Investition in einer langfristigen Strategie: Häfen, Terminals, Lagerstandorte und Wirtschaftszonen sollen über ein stärker verzahntes, regionales Logistiknetz enger miteinander verbunden werden. Die neu beschafften Lkw erfüllen die Euro-V-Abgasnorm; zudem prüft das Unternehmen nach eigenen Angaben perspektivisch auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.
Landkorridore werden wichtiger – aus gutem Grund
Hintergrund der Erweiterung sind zunehmende Störungen auf maritimen Routen im Nahen Osten – dadurch gewinnen Ausweichrouten über Land an Bedeutung. DP World berichtet, nach Beeinträchtigungen im Seeverkehr bereits mehr als 350.000 TEU über Land umgeleitet zu haben. Genutzt wurden dafür unter anderem Zollkorridore ab Gateways an der Ostküste sowie ab Sohar in Oman, außerdem Routen über Dschidda. Das bestehende regionale Netzwerk wickelt laut Unternehmen derzeit rund 3.000 Lkw-Bewegungen pro Tag ab.
Parallel dazu wird DP World Medienberichten zufolge auch mit einem neuen Hafen- und Containerterminalprojekt an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate in Verbindung gebracht. Der Standort läge außerhalb der Straße von Hormus und könnte Dubais Abhängigkeit von Jebel Ali verringern – als zusätzliche Drehscheibe, um Ladung in die Straßennetze der Golfregion weiterzuleiten.
Gleichzeitig zeigen sich die Grenzen solcher Alternativen bereits deutlich: Straßenkorridore über Oman, Saudi-Arabien, Jordanien und weitere Golfmärkte können einzelne Sendungen stabilisieren, die Mengen der Containerschifffahrt lassen sich damit jedoch nicht auffangen. Die hohe Nachfrage hat zudem die Kosten für Lkw-Anmietungen steigen lassen und an einigen Grenzübergängen zu Warteschlangen geführt. In der Summe bleiben Landbrücken damit eher ein Entlastungsventil als ein vollwertiger Ersatz für maritime Kapazitäten.









