Laut neuesten Angaben des bevh ist der E-Commerce im März 2020 um sogar20% gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Kategorien, die zum Teil deutliche Zuwächse verzeichnen konnten, waren: Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente und Do-it-yourself- beziehungsweise Baumarkt-Sortimente. Damit sind fast alle Zuwächse, die der Onlinehandel im Januar und Februar erzielt hatte, vernichtet worden.

Der Onlinehandel verzeichnete zwischen Januar und März ein geringes Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal 2019. Das Wachstum im ersten Quartal dieses Jahres lag damit deutlich unter den Vorjahreswerten von 11,2 Prozent.Besonders hohes Wachstum wurde in den Kategorien: Lebensmittel mit einem Anstieg von 28,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und  Medikamente mit einem Umsatzplus im Monat März um 88,2 Prozent.

Bekleidungssegment stürzt ab

Im Januar und Februar konnten die E-Commerce-Umsätze noch um 8,8 Prozent auf 12.856 Millionen Euro zulegen.  Kategorien wie Bekleidung (+9,5 Prozent), Unterhaltungselektronik (+8,9 Prozent) und Computer/Zubehör (+9,6 Prozent)entwickelten sich seit Jahresbeginn sehr dynamisch, um dann in März einen Umsatzeinbruch von 18,1 Prozent zu verzeichnen. Das Bekleidungssegment stürzte sogar um mehr als 35 Prozent ab. Unterhaltungselektronik zeigte ein Minus von 20,9 Prozent, Computer und Zubehör verzeichnete trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen einen Rückgang um 22,7 Prozent. Dramatische Verluste erlitten aber besonders Dienstleistungen im E-Commerce, dievon Onlinebuchungen für Reisen, Veranstaltungen oder Flug- bzw. Bus- und Bahn-Tickets geprägt sind. Sie stürzten im März allein um mehr als 75 Prozent im Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab.

E-Commerce ist heute ein normaler Einkaufskanal. Deshalb wirkt sich solch eine Krise in der Konsumstimmung voll auf unsere Branche aus. Die Behauptung, der E-Commerce würde pauschal als ‚Gewinner‘ aus der Corona-Pandemie hervorgehen, ist schlicht falsch.Richtig ist aber, dass die Chancen desE-Commerce für die Versorgung der Kunden und die Geschäftsmodelle des Einzelhandels neu erlebt werden, so Gero Furchheim, Präsident des bevh und Sprecher des Vorstands der Cairo AG.

Belebung der Nachfrage macht sich langsam bemerkbar

Der bevh befragt seit Anfang März  seine Mitglieder regelmäßig zu der  Geschäftslage. Somit soll sich in den letzten Märztagen langsam eine Belebung der Nachfrage bemerkbar machen.

 

Die Nachfrage zieht an, und dieses positive Signal muss auch in den stationären Handel zurückgeführt werden. Deshalb braucht es jetzt einheitliche Genehmigungen von kontaktlosem „Click & Collect” – die kontaktlose und sichere Übergabe von telefonisch oder im Internet bestellten Waren. Dieses Konzept könnte jetzt, zusätzlich zum Onlinehandel, einen Beitrag für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und die Existenzsicherung stationärer Ladengeschäfte leisten und muss zwingend Teil einer zukünftigen Exit-Strategie sein. Die Läden sind voll mit Waren, und Saisonartikel sind kurzfristig vom Wertverfall bedroht, so Furchheim.

Foto:Pixabay

 

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