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200-Millionen-Euro-Strafe für Temu: EU nimmt Asien-Importe stärker ins Visier

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Die EU-Kommission hat gegen die Onlineplattform Temu eine Geldstrafe von 200 Millionen Euro verhängt. Nach Ansicht der Behörde hat das Unternehmen nicht ausreichend verhindert, dass illegale oder unsichere Produkte in die EU gelangen. Die Entscheidung könnte den Druck auf E-Commerce-Plattformen, Zollbehörden und internationale Lieferketten weiter erhöhen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • EU-Kommission verhängt 200 Millionen Euro Bußgeld gegen Temu.
  • Brüssel wirft der Plattform Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA) vor.
  • Testkäufe deckten laut EU zahlreiche unsichere und nicht konforme Produkte auf.
  • Temu muss bis Ende August einen Maßnahmenplan vorlegen.
  • Die Entscheidung könnte Auswirkungen auf E-Commerce-Importe, Zollkontrollen und internationale Lieferketten haben.

Die Europäische Kommission hat gegen die E-Commerce-Plattform Temu eine Geldbuße in Höhe von 200 Millionen Euro verhängt. Nach Angaben der Behörde habe das Unternehmen gegen Verpflichtungen aus dem Digital Services Act (DSA) verstoßen, weil Risiken durch illegale Produkte auf der Plattform nicht ausreichend bewertet und eingedämmt worden seien.

Die Untersuchung läuft bereits seit Oktober 2024. Nun kommt die Kommission zu dem Schluss, dass Verbraucher in der Europäischen Union mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Produkte stoßen könnten, die gegen europäische Sicherheits- und Produktvorschriften verstoßen.

Kommission sieht erhebliche Mängel bei Risikobewertung

Nach Angaben der EU-Kommission habe Temu die Risiken illegaler Produkte auf seiner Plattform deutlich unterschätzt. Die Risikobewertung des Unternehmens habe sich überwiegend auf allgemeine Informationen zum E-Commerce-Sektor gestützt und nicht ausreichend die konkreten Gegebenheiten der eigenen Plattform berücksichtigt.

Zudem seien mögliche Risiken durch Produktempfehlungen und Werbemaßnahmen nicht ausreichend untersucht worden.

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, erklärte:

„Risikobewertungen sind keine bloße Pflichtübung. Sie bilden das Rückgrat des Digital Services Act. Die Risikobewertung von Temu unterschätzt konkrete Gefahren, ist nicht spezifisch genug, stützt sich nicht auf belastbare Nachweise und ist nicht umfassend. Dadurch bleiben Aufsichtsbehörden, Nutzer und die Öffentlichkeit über das tatsächliche Ausmaß möglicher Schäden durch auf Temu verkaufte illegale Produkte im Unklaren“.

Die Behörde sieht darin einen schwerwiegenden Verstoß gegen zentrale Vorgaben des Digital Services Act.

Testkäufe decken Sicherheitsmängel auf

Im Rahmen der Untersuchung ließ die Kommission nach eigenen Angaben unter anderem Testkäufe durchführen.

Dabei hätten zahlreiche untersuchte Produkte Sicherheitsmängel aufgewiesen. Besonders betroffen seien elektrische Ladegeräte sowie Spielzeug gewesen. Bei einem hohen Anteil der getesteten Artikel seien grundlegende Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt worden, heißt es von der Kommission.

Teilweise hätten die Produkte Chemikalien oberhalb zulässiger Grenzwerte enthalten oder Erstickungsrisiken für Kinder dargestellt.

Bedeutung für Handel und Logistik

Die Entscheidung betrifft zwar zunächst eine Onlineplattform, hat jedoch auch eine logistische Dimension. Seit Jahren kritisieren europäische Handelsverbände und Behörden die stark wachsenden Direktimporte aus Asien über Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress.

Diese Anbieter haben den grenzüberschreitenden Versand von Kleinsendungen nach Europa in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet. Die Kontrolle dieser Warenströme stellt Zollbehörden und Marktüberwachungsstellen zunehmend vor Herausforderungen.

Die EU-Kommission verweist in ihrer Begründung auch auf Daten von Zoll- und Marktüberwachungsbehörden, die bei den untersuchten Produktgruppen zahlreiche Verstöße gegen europäische Produktvorschriften festgestellt hätten.

EU verschärft Kontrolle von E-Commerce-Importen

Die Entscheidung gegen Temu kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU bereits über strengere Regeln für Direktimporte aus Drittstaaten diskutiert.

Hintergrund sind die stark steigenden Sendungsmengen aus asiatischen Onlineplattformen, die Zoll- und Marktüberwachungsbehörden zunehmend belasten. Branchenverbände fordern seit längerem strengere Kontrollen sowie gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Händler.

Die Temu-Entscheidung wird deshalb von vielen Marktbeobachtern als Signal gewertet, dass die EU die Durchsetzung bestehender Regeln künftig konsequenter überwachen will.

Temu muss Maßnahmenplan vorlegen

Nach Angaben der Kommission muss Temu bis zum 28. August 2026 einen Aktionsplan vorlegen, mit dem die festgestellten Verstöße behoben werden sollen.

Anschließend prüfen die europäischen Behörden die vorgeschlagenen Maßnahmen. Sollte das Unternehmen die Anforderungen weiterhin nicht erfüllen, drohen weitere Sanktionen.

Der Digital Services Act sieht Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor.

Signalwirkung für andere Plattformen

Die Entscheidung dürfte auch für andere große Online-Marktplätze von Bedeutung sein. Nach Angaben der Kommission wurden unter anderem auch Shein, Amazon und AliExpress bereits zu ihren Maßnahmen gegen illegale Produkte befragt.

Für Logistikdienstleister, Paketnetzwerke und Fulfillment-Anbieter dürfte der regulatorische Druck damit weiter steigen. Neben Produktsicherheit rücken zunehmend auch Zollabwicklung, Marktüberwachung und die Nachverfolgbarkeit internationaler Warenströme in den Fokus der europäischen Behörden.

Damit geht die Bedeutung der Entscheidung weit über Temu hinaus. Sie zeigt, dass Brüssel den rasant wachsenden grenzüberschreitenden E-Commerce zunehmend als Teil der europäischen Handels- und Logistikinfrastruktur betrachtet – und entsprechend stärker regulieren will.

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