Graeme McMurray, ein britischer Lkw-Fahrer wurde 2018 in Frankreich von Migranten überfallen. Kurz danach bestellte er im Internet einen Elektroschocker. Dazu erhielt er noch ein Pfefferspray kostenlos. Der Mann führte beide Gegenstände in seinem Lkw mit, bis er in einem Hafenterminal im nordwestlichen Teil Großbritanniens angehalten wurde. Das Gericht hat gerade ein Urteil in seinem Fall erlassen.

– Sie haben gestanden, Pfefferspray für den Notfall zu besitzen, nachdem Sie während Ihrer Arbeit von illegalen Einwanderern überfallen wurden. Dies ist keine Rechtfertigung und Sie sind selbst schuld. Jede einfache Suche im Internet würde Ihnen zeigen, dass diese Waffe illegal ist, sagte Richter Lord Mulholland, zitiert von news.stv.tv.

Das Urteil: 18 Monate Gefängnisstrafe. Überdies wurde dem Trucker auch gekündigt, als es sich herausstellte, dass er im Besitz einer illegalen Waffe war.

Eine weitere illegale Waffe gratis

Eine Kontrolle, bei der Beamte den Elektroschocker und das Pfefferspray fanden, wurde im Dezember 2019 durchgeführt. Die Story von Graem McMurray begann aber bereits im Jahr 2018, als er in Boulogne von illegalen Einwanderern angegriffen wurde. Infolge des Überfalls wurde sein Arm gebrochen. Der Fahrer erklärt, dass seine Suche nach einer Waffe für die Selbstverteidigung erst nach diesem Ereignis begann. 

Für einen Elektroschocker bezahlte er im Internet £15. Bei der Bestellung erhielt er zusätzlich ein Pfefferspray kostenlos. Beide Gegenstände führte er mit, bis er in einem Hafenterminal angehalten wurde, als er nach Belfast fuhr. 

Der Elektroschocker (mithilfe dessen ein Angreifer überwältigt werden könnte) wurde in seinem Rucksack unter dem Beifahrersitz aufgedeckt. Das Pfefferspray (es verursacht u. a. schmerzhaftes Brennen in den Augen, Bindehautschwellung sowie Tränenfluss) wurde wiederum in einem kleinen Kanister versteckt. Die beiden Waffenarten sind aber in Großbritannien verboten. 

Was ist erlaubt?

Die meisten Länder bestimmen sehr genau, welche Waffenarten als illegal gelten. In Deutschland sind nur Pfeffersprays zur Hundeabwehr erlaubt. Auch in Belgien, Dänemark, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Türkei, Schweden und auf Malta dürfen Pfeffersprays gegen Menschen nicht eingesetzt werden. 

In Italien, Finnland und Portugal darf so eine Waffe nur von denjenigen Personen genutzt werden, die eine entsprechende Erlaubnis besitzen. In anderen Ländern gilt eine bestimmte Altersgrenze, z. B. in Serbien ist ein solches Spray nach dem 16. Lebensjahr erlaubt. 

Ähnliche Regeln gelten für andere Waffenarten für die Selbstverteidigung, wie z. B. Elektroschocker oder Teleskop-Schlagstöcke. Wer also so eine Waffe mitführen möchte, sollte immer vorab prüfen, was genau in welchem Land erlaubt ist.

Foto: Pixabay

 

 

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