Ein halbes Jahr nach Einführung der ersten Generation intelligenter Fahrtenschreiber haben die Brüsseler Politiker bereits die nächste angekündigt. Es wird eine Menge Änderungen geben (z. B. Begrenzung der Anzahl der Fahrtenschreiberkarten). Währenddessen bereitet aber der derzeit verwendete „intelligente Tacho”  Transportunternehmen große Probleme.

Die „Intelligenten Tachos” wurde am 15. Juni 2019 eingeführt und ist für alle Neufahrzeuge obligatorisch. Er ermöglicht eine effizientere Überwachung des Transportablaufes und der Arbeitszeit der Fahrer sowie eine einfachere Erkennung von Manipulationen und anderen Verstößen. Unter anderem dank der Tatsache, dass der Beginn und das Ende der Fahrt sowie alle drei Stunden der genaue Standort des Fahrzeugs aufgezeichnet werden.

Es stellt sich jedoch heraus, dass die intelligenten Fahrtenschreiber einer der drei Gerätehersteller nicht ordnungsgemäß funktionieren. Die Rede ist vom Fehler 035, d. h. einem unerwarteten und unbegründeten Sensorfehler. Infolgedessen kann während einer Kontrolle der Verdacht  aufkommen, dass der Betrieb des Fahrtenschreibers manipuliert wurde. In diesem Fall muss das Fahrzeug zur Verifizierung des Verdachts an eine Fachwerkstatt weitergeleitet werden.

Bei einer eingehenden Kontrolle kommen dann auf den Frachtführer Verzögerung bei der Ausführung des Auftrags zu, erklärt Mateusz Włoch Inelo-Experte. Eine solche Verzögerung kann finanzielle Folgen haben.

Die fehlerhafte Kombination von Fahrtenschreibern und Sensoren hat in ihren Fahrzeugen unter anderem Scania installiert; sie  schätzt die Kosten für den Austausch der Geräte auf über 14 Millionen Euro.

Mateusz Włoch betont jedoch, dass der Fehler in einigen Fahrzeugen auftritt, im Fall wenn der intelligente Fahrtenschreiber eines bestimmten Herstellers mit einem Bewegungssensor des anderen Herstellers verbunden ist. Der Experte versichert Frachtführer jedoch, dass beide Unternehmen daran arbeiten, den Fehler zu beseitigen, und dass sich die Kontrolldienste  des Problems bewusst sind.

Die neue Generation intelligenter Tachographen

Während des vierten Tachograph Forum in Brüssel, das am 29. November stattfand, wurde über die Zukunft der Fahrtenschreiber in der Europäischen Union diskutiert. Unabhängig von der endgültigen Form und dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Mobilitätspakets ist die Frage der Einführung der 2. Generation intelligenter Fahrtenschreiber bereits eine Selbstverständlichkeit.

In neuen LKW werden sie voraussichtlich im Jahr 2023 auftauchen, und in anderen LKW wird ab 2026 die Ausstattung „smart tacho 2.0” vorgeschrieben sein. Diese Geräte zeichnen unter anderem auf, wie oft der LKW-Fahrer die Grenze überschritten hat und in welchen Ländern. Außerdem werden sie die Lade- und Entladeorte des Fahrzeugs speichern. All dies soll wirksamere Kabotagekontrollen ermöglichen und eine Überprüfung der Richtigkeit der Mindestlohnabrechnung ermöglichen.

Außerdem würde sich die Anzahl der auf der Fahrerkarte registrierten Tage von derzeit 28 auf 56 Tage erhöhen – berichtet diariodetransporte.com.

Würde das Mobilitätspaket in seiner jetzigen Form verabschiedet, würde die neue Generation von Fahrtenschreibern auch für Busse von 2,5 bis 3,5 Tonnen, die für den internationalen Güterverkehr eingesetzt werden, Pflicht sein.

Limit für Fahrtenschreiberkarten

Das Thema Unternehmenskarten wurde auch während des Tachograph Forums diskutiert. In Europa gibt es Unternehmen mit bis zu 400 Fahrtenschreiberkarten, was das Resultat einer umfangreichen Flotte an vielen Standorten ist. Nach der Einführung der neuen Fahrtenschreibergeneration müssen Unternehmer jedoch mit einer Reduzierung dieser Zahl rechnen.

Laut den neuen Vorschlägen wird die Anzahl der aktiven Karten in Transportunternehmen mit dem Eintrag von Smart Tacho auf 62 begrenzt sein, erklärt Piotr Żółty von Inelo.

Foto: Screen  YT, Trans.INFO

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