Der März brachte eine Belebung, die auf nahezu allen Korridoren aus und nach Deutschland sichtbar ist. Nach einem ruhigeren Februar stieg die Zahl verfügbarer Frachten stark an – sowohl im Inlandsverkehr, als auch auf internationalen Strecken. Für Transporteure mit Fahrzeugen in Deutschland bedeutet das mehr Aufträge, bessere Möglichkeiten zur Routenoptimierung und ein geringeres Risiko von Leerfahrten.
Drei zentrale Signale im März
1. Inlandsmarkt: FTL boomt, Tarife ziehen kräftig an
Der deutsche Inlandsmarkt überrascht mit einer starken Dynamik. Die Zahl der Frachtangebote stieg um 36,2 Prozent auf 28.090. Besonders deutlich ist der Anstieg im FTL-Segment: plus 62,3 Prozent.
Parallel dazu legte der Median-Tarif um 21,1 Prozent auf 1,95 Euro pro Kilometer zu – einer der stärksten Preisanstiege im europäischen Vergleich. Der Markt zeigt damit klare Nachfrageimpulse bei gleichzeitig steigenden Preisen.
2. Deutschland – Polen: Schlüsselachse mit hohem Volumen
Die Relation Deutschland in Richtung Polen bleibt einer der wichtigsten Korridore in Europa. Im März wurden hier 207.592 Frachten angeboten, ein Plus von 31,5 Prozent gegenüber Februar.
Auch die Gegenrichtung entwickelt sich stabil: Polen – Deutschland kommt auf 180.102 Frachten (+10,5 Prozent). Für Transporteure bedeutet das eine hohe Verfügbarkeit von Rückladungen und damit bessere Auslastung.
3. Benelux-Verkehre gewinnen stark an Dynamik
Ein besonders auffälliger Trend ist der starke Anstieg der Frachten aus den Benelux-Ländern nach Deutschland.
- Niederlande Richtung Deutschland: +53,1 Prozent (48.103 Frachten)
- Belgien Richtung Deutschland: +37,4 Prozent (28.477 Frachten)
Für Transporteure verbessert sich damit die Rückfrachtsituation deutlich – insbesondere auf Relationen in Richtung Westen.
Analyse der wichtigsten Korridore
Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten Routen nach Volumen im März 2026 mit einem Vergleich zum Februar.
| Strecke | Anzahl Frachten | Volumenänderung |
| Deutschland → Polen | 207 592 | +31,5% |
| Polen → Deutschland | 180 102 | +10,5% |
| Deutschland → Frankreich | 62 706 | +15,4% |
| Frankreich → Deutschland | 50 699 | +36,2% |
| Niederlande → Deutschland | 48 103 | +53,1% |
| Italien → Deutschland | 46 037 | +22,1% |
| Belgien → Deutschland | 28 477 | +37,4% |
| Deutschland → Niederlande | 26 766 | +14,9% |
| Deutschland → Tschechien | 27 989 | +18,3% |
| Deutschland → Österreich | 22 434 | +22,0% |
| Deutschland → Schweiz | 13 445 | +29,3% |
| Deutschland → Deutschland | 28 090 | +36,2% |
Quelle: Trans.eu, März 2026. Die Daten umfassen alle Frachttypen (ALL = LTL + FTL + VAN).
Rückladungen: Westen und Süden besonders attraktiv
Transporteure profitieren im März von einer stabilen Rückfrachtsituation auf wichtigen Relationen:
- Frankreich → Deutschland: +36,2 %
- Italien → Deutschland: +22,1 %
- Niederlande → Deutschland: +53,1 %
Routen wie Deutschland → Frankreich → Italien → Deutschland oder Deutschland → Niederlande → Deutschland bieten damit gute Voraussetzungen für eine durchgehende Auslastung.
Schweiz und Österreich: kleinere, aber dynamische Märkte
Auch die Relationen in Richtung Süden zeigen Wachstum:
- Deutschland → Schweiz: +29,3 %
- Deutschland → Österreich: +22,0 %
Beide Korridore entwickeln sich überdurchschnittlich und gewinnen für die Tourenplanung an Bedeutung.
Was im April zu beobachten ist
- Hält die FTL-Dynamik im Inlandsmarkt an? Ein Tarifanstieg von 21 Prozent bei gleichzeitig verdoppeltem Volumen ist ein strukturelles Signal, nicht nur ein saisonales. Es lohnt sich, die Entwicklung nach den Osterfeiertagen zu beobachten.
- Benelux → Deutschland: Die sprunghaften Zuwächse aus den Niederlanden und Belgien könnten mit steigender Industrieaktivität zusammenhängen. Die wichtigen PMI-Daten aus Deutschland und den Niederlanden erscheinen Mitte des Monats.
- Deutschland → Polen als Marktbarometer: Mit über 207 000 Frachten ist dies einer der größten Korridore in Europa, seine Entwicklung in den nächsten Wochen wird zeigen, ob die Erholung nachhaltig ist.
–
Methodik
Die Analyse basiert auf einzigartigen Angeboten, die im März 2026 auf der Trans.eu-Plattform veröffentlicht wurden, verglichen mit den Daten aus Februar 2026. Die Tarife sind in Euro pro Kilometer angegeben (Median, alle Frachttypen)










