Die Proteste der „Gelben Westen” dauern fast schon einen Monat. Sie haben in Frankreich Chaos verursacht, dessen Folgen auch Unternehmer aus anderen Ländern, insbesondere aus der Transportbranche, zu spüren bekommen. In einer sehr schwierigen Situation befinden sich Transportunternehmen aus Spanien,  die durch Frankreich  fahren müssen, um in andere europäische Länder zu gelangen. Jetzt wurde für Freitag eine weitere Protestaktion angekündigt.

Die spanische Transportorganisation CETM schätzt die Verluste der Transportunternehmen auf 12 Millionen Euro. Hinzu kam, dass die Protestaktionen der „gelben Westen” mit einem Streik spanischer Unternehmer und Autofahrer zusammenfielen.

Laut Ovidio de la Roza, Präsident von CETM, hätte die Bilanz der Proteste sowohl in Frankreich als auch in Spanien für die Transportbranche nicht schlechter sein können.

Am meisten haben Transportunternehmen aus Ost- und Südspanien  gelitten. Im Moment ist Hochsaison für Gemüse und Früchte und es wird geschätzt, dass hunderte von Transportunternehmen ihre Geschäfte einstellen müssen – so de la Roza.

Spanische Medien berichten, dass ungefähr 10.000  Transportunternehmen infolge von Blockaden, Sperren und Stau an der französisch-spanischen Grenze (in Irún und La Junquera) am vergangenen Wochenende rote Zahlen schreiben mussten. An dem Wochenende haben sich nämlich auch noch die Gewerkschaften den „Gelben Westen” angeschlossen.

Ende der Proteste nicht in Sicht

Laut den spanischen Medien ist aber die Tatsache am schlimmsten, dass nicht klar ist, wie lange die Proteste dauern werden. Obwohl die französische Regierung vor wenigen Tagen nachgab und die geplante Steuererhöhung zurückzog und auch die Anhebung des Mindestlohns im Land um 100 Euro ankündigte, wollen die „Gelben Westen” weitermachen.

Für Freitag, den 14. Dezember, wurden weitere Proteste von französischen Gewerkschaften aus der Transportbranche angekündigt. Gewerkschaften der CGL laden auch andere Organisationen ein, sich dieser „großen Aktion” anzuschließen.

Spanische Transportunternehmen bitten Staat um Hilfe

All dies könnte zu einem Sargnagel für viele Spediteure und Exporteure werden. Darüber hinaus haben Verzögerungen bei der Entladung von Obst in Europa aufgrund von Protesten in Frankreich dazu geführt, dass in Spanien keine ausreichenden Transportkapazitäten vorhanden sind. Obst- und Gemüseexporteure hatten in den letzten zwei Wochen ernsthafte Probleme, Lastwagen zu finden, berichtet das spanische Transportportal cadenadesuministro.es.

Deshalb fordert CETM den spanischen Regierungschef auf, wirtschaftliche Sondermaßnahmen  zu ergreifen, um der eskalierenden Situation entgegenzuwirken Die Proteste der Franzosen haben nämlich eine Vielzahl von Komplikationen, wie zum Beispiel die Nichteinhaltung von Lieferterminen und anderen Vertragsbedingungen, die Rückgabe von verderblichen Waren usw.  mit sich gebracht.

Viele Transportunternehmen befinden sich in einer wirtschaftlich prekären Lage. CETM fordert daher unter anderem die Regierung auf, die gesetzlichen Fristen für die Einreichung von Dokumenten und für die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen und deren Verzinsung zu verlängern. Die Organisation fordert außerdem  die Schaffung von Spezialfonds, die dem offiziellen Kreditinstitut (ICO) zur Verfügung stehen, um die Situation des Transportsektors zu verbessern.

Die Mitglieder der CETM wollen außerdem, „ein Treffen des spanischen Premierministers mit dem Präsidenten Frankreichs und den zuständigen Institutionen der Europäischen Union und fordern ein sofortiges und entschlossenes Handeln, um die Situation auf den französischen Straßen zu normalisieren und die durch den Schengen-Vertrag garantierten freien Waren-und  Dienstleistungsverkehr wiederherzustellen.”

Rund die Hälfte der Blitzer in Frankreich wurde zerstört

Laut Radio Europa 1  wurde die Hälfte der Blitzer in Frankreich zerstört, auch aus dem Grund, da sie für die Protestteilnehmer die Regierung symbolisieren, die die Steuerzahler abzockt. Die „Gelben Westen” werfen den Behörden  vor, dass die in Frankreich in diesem Jahr eingeführte Senkung des Tempolimits von 90 km / h auf 80 km / h  nur darauf abziele, die Einnahmen in die Staatskasse zu erhöhen. Dem Sender zufolge wurden mindestens 250 Blitzer  „zerstört oder verbrannt” . Die Behörden haben diese Informatione bisher nicht bestätigt

Foto:Twitter.com/lio1383

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