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Dieselpreise ziehen deutlich an. Großverbraucher trifft der Januar-Anstieg mit voller Wucht

Lesezeit 4 Min.

Die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten treibt den Ölpreis und mit ihm die Kraftstoffkosten. Während der ADAC steigende Preise an den öffentlichen Tankstellen meldet, zeigt die aktuelle Dieselpreis-Information des BGL für Großverbraucher einen massiven Monatsanstieg. Für Transportunternehmen ist das ein klares Warnsignal für die Kalkulation.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Kraftstoffpreise in Deutschland haben zuletzt spürbar angezogen. Auslöser ist laut ADAC vor allem der gestiegene Rohölpreis infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. Für Verbraucher an öffentlichen Tankstellen ist das unmittelbar sichtbar, für Speditionen und Logistikunternehmen ist jedoch vor allem die Entwicklung bei den Großverbraucherpreisen entscheidend.

ADAC: Diesel so teuer wie zuletzt im April 2024

Wie der ADAC am 25. Februar 2026 mitteilt, kostet ein Liter Diesel im bundesweiten Mittel derzeit 1,740 Euro. Das sind 2,9 Cent mehr als in der Vorwoche. Super E10 verteuerte sich um 1,8 Cent auf 1,776 Euro je Liter.

Kraftstoffpreise im Wochenvergleich. [Quelle: ADAC vom 25.02.2026]

„Damit sind die Spritpreise so hoch wie zuletzt 2024“, heißt es in der Mitteilung. Diesel habe letztmalig im April 2024 auf einem vergleichbaren Niveau gelegen, Benzin im Juli 2024. Damals habe der Rohölpreis allerdings deutlich über 80 US-Dollar gelegen, zudem sei der Euro schwächer gewesen.

Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent sei seit der Vorwoche um rund vier US-Dollar auf knapp 71 US-Dollar gestiegen und notiere damit nahe eines Mehrmonatshochs. Mit Blick auf die geopolitische Lage verweist der ADAC insbesondere auf die Straße von Hormus. Bislang seien die Rohöllieferungen aus der Region nicht unterbrochen worden, die iranischen Exporte blieben auf hohem Niveau. Im Falle eines Krieges zwischen Iran und den USA könnte sich dies jedoch ändern.

Für Transportunternehmen sind diese Endverbraucherpreise jedoch nur bedingt maßgeblich.

BGL: Dieselpreis-Information für Großverbraucher

Entscheidend für die Branche ist die aktuelle „Dieselpreis-Information (Großverbraucher) vom 20. Februar 2026“ des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Sie basiert auf den jüngsten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten für Januar 2026 und ist damit die aktuellste verfügbare amtliche Auswertung.

Darin heißt es: „Dieselpreis im Januar stark gestiegen“ .

Der durchschnittliche Preis bei Abgabe an Großverbraucher lag im Januar 2026 bei 133,08 Euro je 100 Liter (ohne Umsatzsteuer). Das entspricht einem Indexstand von 122,5 (Basisjahr 2021 = 100).

Fast zehn Prozent mehr binnen eines Monats

Besonders deutlich fällt der Monatsvergleich aus: Gegenüber Dezember 2025 (121,31 Euro je 100 Liter) bedeutet das einen Anstieg um 9,8 Prozent.

Auch im Dreimonatsvergleich ergibt sich ein kräftiges Plus von 9,4 Prozent gegenüber Oktober 2025 (121,68 Euro je 100 Liter).

Im Jahresvergleich zeigt sich dagegen ein leichtes Minus von 0,5 Prozent gegenüber Januar 2025 (133,73 Euro je 100 Liter). Die aktuelle Belastung für die Unternehmen ist damit klar kurzfristig getrieben.

CO2-Bepreisung vollständig berücksichtigt

Die ausgewiesenen Preise verstehen sich ohne Umsatzsteuer, enthalten jedoch Verbrauchsteuern und andere gesetzliche Abgaben. Hierzu zählt auch die seit dem 1. Januar 2021 eingeführte CO2-Bepreisung. Für die Kundenkategorie „Großverbraucher“ ist diese nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vollständig im Preis enthalten.

Die Preisveränderungen werden laut BGL jeweils zum Stichtag am 15. des Berichtsmonats bei einer repräsentativen Auswahl gewerblicher Unternehmen erhoben. Erfasst werden effektive Verkaufspreise bei Lieferung von 50 bis 70 Hektolitern frei Verbrauchsstelle.

Relevanz für Dieselzuschläge und Frachtraten

Während der ADAC-Preis von 1,740 Euro je Liter die Situation an öffentlichen Tankstellen widerspiegelt, liegt der Großverbraucherpreis rechnerisch bei 1,3308 Euro je Liter, ohne Umsatzsteuer und bei entsprechenden Abnahmemengen.

Für Speditionen und Logistikunternehmen ist vor allem der Monatsanstieg von nahezu zehn Prozent betriebswirtschaftlich relevant. Er wirkt sich direkt auf Dieselzuschläge, laufende Verträge und Margen aus. Sollte sich der geopolitische Druck auf den Ölmarkt weiter erhöhen, dürfte auch auf Großverbraucherebene weiterer Aufwärtsdruck entstehen.

Ende Februar 2026 zeigt sich damit ein klarer Trend: Die Zapfsäule sendet das erste Signal, die amtliche Großverbraucherstatistik bestätigt die Dynamik mit zeitlicher Verzögerung, aber umso deutlicher.

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