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PMI im Januar: uneinheitliche Stabilisierung in der europäischen Industrie

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Europas verarbeitendes Gewerbe ist ohne klare Richtung ins Jahr 2026 gestartet. Die Daten für Januar zeigen in einigen Ländern Anzeichen einer Stabilisierung, doch die Nachfrage bleibt schwach und uneinheitlich. Steigende Kosten erhöhen zudem den Druck entlang der Lieferketten.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die PMI-Daten für Januar deuten auf eine zaghafte Stabilisierung in Teilen von Europas verarbeitendem Gewerbe hin, wobei die Dynamik zwischen den Ländern weiterhin stark unterschiedlich ausfällt. Während einige Volkswirtschaften eine nachlassende Schrumpfung oder eine Rückkehr zum Wachstum verzeichneten, schwächte sich die Nachfrage in anderen weiter ab – insbesondere in exportorientierten Industriezweigen. Zu Jahresbeginn nahmen zudem die Kostenbelastungen zu, was den Ausblick sowohl für Produzenten als auch für Transportunternehmen erschwert.

Auf Ebene der Eurozone kehrte die Industrieproduktion im Januar zu einem moderaten Wachstum zurück, doch diese Verbesserung wurde nicht von einer breit angelegten Erholung bei den Auftragseingängen getragen. Die Nachfrage blieb fragil, die Beschäftigung in der Industrie ging weiter zurück, und der Lagerabbau war weiterhin weit verbreitet. Vor diesem Hintergrund verbesserte sich das Unternehmensvertrauen in mehreren Ländern – eher aufgrund der Erwartung besserer Rahmenbedingungen später im Jahr 2026 als wegen einer Stärke in den aktuellen Auftragsbüchern.

Außerhalb der Eurozone stach das Vereinigte Königreich mit einer deutlicheren Erholung der Industrie hervor, gestützt durch eine anziehende Exportnachfrage. Innerhalb des Währungsraums verzeichnete Frankreich das stärkste Produktionswachstum, während Deutschland und Italien Anzeichen einer nachlassenden Schrumpfung zeigten. Spanien rutschte tiefer in den Abschwung, Polen zeigte trotz anhaltender Schwäche eine frühe Positionierung für eine Erholung, und die Niederlande bewegten sich nahe an der Stagnation.

Deutschland: Schrumpfung der Industrie lässt nach, doch die Nachfrage bleibt schwach

Deutschlands Industrie blieb im Januar im Schrumpfungsbereich, doch das Tempo des Rückgangs ließ nach. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 49,1 und damit auf den höchsten Stand seit drei Monaten – ein Signal für eine nachlassende Verschlechterung, nicht für eine Erholung.

Die Produktion kehrte nach dem starken Einbruch im Dezember zu einem moderaten Wachstum zurück, unterstützt durch einen geringfügigen Anstieg der Auftragseingänge. Die Nachfrage blieb jedoch fragil, und die Exportaufträge gingen weiter zurück – wenn auch langsamer. Hersteller stützten die Produktion zudem durch den Abbau von Auftragsbeständen, wobei die ausstehenden Aufträge schneller sanken.

Die Beschäftigung ging erneut zurück, die Lagerbestände wurden deutlich reduziert und die Einkaufsaktivität blieb gedämpft – Hinweise auf eine begrenzte kurzfristige Frachtnachfrage aus industriellen Lieferketten.

Frankreich verzeichnete im Januar eine der stärksten Industrieentwicklungen, wobei die Produktion so schnell stieg wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe erhöhte sich auf 51,2 und markierte damit den zweiten Monat in Folge mit Wachstum.

Das Produktionswachstum wurde vor allem durch Lageraufbau sowie eine stärkere Aktivität bei Vorleistungs- und Konsumgütern getragen. Allerdings gingen die Auftragseingänge weiter zurück, und die Exportnachfrage schwächte sich nach der Verbesserung im Dezember erneut ab – insbesondere aus Deutschland. Investitionsgüter belasteten die Gesamtentwicklung weiterhin.

Die Einkaufsaktivität und die Bestände an Vorleistungen nahmen erstmals seit nahezu vier Jahren wieder zu, während die Beschäftigung den zweiten Monat in Folge leicht anstieg. Gleichzeitig gewährten Hersteller trotz steigender Inputkosten weiterhin Preisnachlässe bei den Verkaufspreisen – ein Hinweis auf eine begrenzte Preissetzungsmacht.

Die Erholung in Frankreich ist derzeit angebotsseitig getrieben und ohne eine nachhaltige Erholung der Nachfrage anfällig.

Spanien: nachfragegetriebener Abschwung vertieft sich trotz stabiler Produktion

Spaniens Industrie rutschte im Januar weiter in den Schrumpfungsbereich. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel auf 49,2 und lag damit den zweiten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle.

Die Auftragseingänge gingen so stark zurück wie seit neun Monaten nicht mehr – ausgelöst durch Zurückhaltung der Kunden und einen kräftigen Einbruch der Exportnachfrage. Die Exportaufträge schrumpften den fünften Monat in Folge und belasteten die industriellen Frachtströme deutlich. Die Produktion stabilisierte sich nach dem Rückgang im Dezember leicht, doch das reichte nicht aus, um die nachlassende Nachfrage zu kompensieren.

Die Hersteller reagierten mit Stellenabbau, einer Reduzierung der Einkaufsaktivität sowie dem Abbau von Beständen an Vorleistungen und Fertigwaren. Die Inputkosteninflation beschleunigte sich auf den höchsten Stand seit einem Jahr, während die Outputpreise erneut gesenkt wurden – ein Spiegel intensiven Wettbewerbs.

Die Abschwächung der spanischen Industrie steht im Gegensatz zur früheren Widerstandsfähigkeit und deutet zu Beginn des Jahres 2026 auf eine geringere Nachfrage nach industriellen Transportleistungen hin.

Italien: nachlassende Schrumpfung, steigende Kosten und verbessertes Vertrauen

Italiens Industrie blieb im Januar im Schrumpfungsbereich, doch der Abschwung schwächte sich ab. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg leicht auf 48,1, was langsamere Rückgänge bei Produktion und Auftragseingängen widerspiegelt.

Die Nachfrage blieb fragil, die Exportaufträge gingen erneut zurück – allerdings nur moderat. Die Produktion sank den zweiten Monat in Folge, während Unternehmen ihre Einkaufsaktivität und Lagerbestände weiter reduzierten. Der Druck in den Lieferketten ließ nach; die Lieferzeiten verkürzten sich erstmals seit Mitte 2025.

Eine zentrale Entwicklung war der starke Anstieg des Kostendrucks. Die Inputpreise stiegen so schnell wie seit über drei Jahren nicht mehr, was die Hersteller dazu veranlasste, die Verkaufspreise zum zweiten Mal in drei Monaten anzuheben. Die Beschäftigung nahm erstmals seit vier Monaten wieder leicht zu, gestützt durch bessere Erwartungen.

Polen: Schrumpfung verlangsamt sich, Unternehmen positionieren sich für Erholung

Polens Industrie blieb im Januar in der Schrumpfung, doch die Bedingungen zeigten weitere Anzeichen einer Stabilisierung. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 48,8 – der sechste Anstieg in sieben Monaten.

Produktion und Auftragseingänge gingen weiter zurück, allerdings langsamer. Die Exportnachfrage blieb schwach; Unternehmen verwiesen erneut auf die gedämpfte Lage in Deutschland. Gleichzeitig stiegen die Auftragsbestände erst zum dritten Mal seit fast vier Jahren, und die Einkaufsaktivität nahm zu, da Hersteller ihre Vorleistungsbestände wieder aufbauten.

Die Beschäftigung ging schneller zurück, was auf anhaltende Vorsicht bei den Arbeitskosten hindeutet. Der Kostendruck blieb relativ begrenzt, mit nur geringfügigen Anstiegen bei Input- und Outputpreisen.

Wichtig ist, dass sich das Unternehmensvertrauen auf den höchsten Stand seit Mitte 2021 verbesserte – ein Hinweis darauf, dass sich polnische Hersteller für eine Erholung positionieren, sobald sich die externe Nachfrage verbessert.

Niederlande: Dynamik lässt nach, da die Binnennachfrage schwächer wird

Die niederländische Industrie bewegte sich im Januar nahe an der Stagnation. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe sank auf 50,1 – der niedrigste Wert innerhalb einer achtmonatigen Wachstumsphase.

Die Auftragseingänge gingen erstmals seit acht Monaten zurück, hauptsächlich aufgrund einer schwächeren Binnennachfrage, während die Exportaufträge leicht stiegen. Produktion und Beschäftigung nahmen geringfügig zu, da Unternehmen bestehende Aufträge abarbeiteten.

Die Auftragsbestände gingen deutlich zurück, die Lagerbestände wurden aggressiv abgebaut und die Einkaufsaktivität sank – ein Hinweis auf vorsichtige kurzfristige Erwartungen. Die Inflation bei Input- und Outputpreisen nahm zu, während das Unternehmensvertrauen auf den niedrigsten Stand seit Ende 2024 fiel.

Die Niederlande bleiben in einem Gleichgewicht an der Grenze zwischen Wachstum und Schrumpfung, wobei die fragile Nachfrage die Dynamik begrenzt.

Vereinigtes Königreich: Erholung der Industrie gewinnt an Fahrt, da Exporte wieder anziehen

Die britische Industrie ist stark ins Jahr 2026 gestartet: Das Wachstum beschleunigte sich, und die Exportnachfrage kehrte in den Expansionsbereich zurück. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg im Januar auf 51,8 – ein Hochstand seit 17 Monaten – und bestätigte damit den dritten Monat in Folge mit Wachstum.

Die Produktion stieg den vierten Monat in Folge, gestützt durch bessere Exportverkäufe, Lageraufbau bei Kunden und einen sich stabilisierenden Binnenmarkt. Die Auftragseingänge legten so stark zu wie seit fast vier Jahren nicht mehr, während die Exportaufträge erstmals seit vier Jahren wieder zunahmen – getrieben durch Nachfrage aus Europa, den USA und Asien. Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung für grenzüberschreitende Frachtströme, die mit der britischen Industrie verbunden sind.

Die Beschäftigung ging weiter zurück, allerdings so langsam wie seit Beginn der Stellenstreichungen nicht mehr – ein Hinweis auf eine bessere Kapazitätsauslastung. Der Kostendruck nahm moderat zu, was höhere Lohn- und Inputkosten widerspiegelt, jedoch zeigten Unternehmen eine größere Fähigkeit, diese weiterzugeben, als vergleichbare Unternehmen in der Eurozone.

Insgesamt deuten die Januardaten darauf hin, dass sich in der britischen Industrie eine stärker nachfragegetriebene Erholung abzeichnet – mit klareren positiven Signalen für internationale Transportströme.

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