Seit dem 18. Jahrhundert sind Hamburg und China über den Handel miteinander verbunden. Seit 1986 pflegt Hamburg eine Städte- und Hafenpartnerschaft mit der Hafenstadt Shanghai. Im Jahr 1995 eröffnete Hamburg in Shanghai das Hamburg Liaison Office (HLO), das Hamburger Interessen in China vertritt und Standortmarketing betreibt. Sowohl das HLO in Shanghai als auch die Hafenvertretung in Hong Kong werben vor Ort durch zahlreiche Veranstaltungen, Messebeteiligungen, Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie eine kontinuierliche Kontaktpflege für die Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens und die Logistikkompetenz der Metropolregion Hamburg.

China ist heute der größte Handelspartner des Hamburger Hafens. Die Hansestadt gilt als Chinas Gateway nach Europa für chinesische Waren und gleichzeitig als Tor für die deutsche Exportwirtschaft nach Fernost. Allein 2018 wurden in Deutschlands größtem Seehafen rund 2,6 Millionen Standardcontainer (TEU) im China-Verkehr umgeschlagen. Fast jeder dritte Container, der im Hamburger Hafen über die Kaikante geht, hat sein Ziel oder seinen Ursprung im Reich der Mitte. Insgesamt verbinden 15 Liniendienste Hamburg mit allen wichtigen chinesischen Häfen. Im direkten Außenhandel zwischen Hamburg und China wurden 2018 über den Hamburger Hafen Ausfuhren nach China mit einem Wert von 5,3 Milliarden EUR und Einfuhren im Wert von 8,0 Milliarden EUR abgefertigt. Die Menge aller 2018 zwischen Hamburg und China per Seeschiff transportierten Güter beträgt rund 24 Millionen Tonnen.

Hamburg positioniert sich neben dem seeseitigen Außenhandel auch auf der Landseite als führender Eisenbahnknoten für China-Verkehre

Als digital-innovativer Knotenpunkt ist die HHLA bereits auf der maritimen und kontinentalen Seidenstraße sehr gut positioniert. Seit über 35 Jahren pflegen wir enge Geschäftsbeziehungen zu chinesischen Unternehmen. Am Container Terminal Tollerort werden wöchentlich die größten Containerschiffe der chinesischen Reederei Cosco abgefertigt. Auch unsere Bahntochter Metrans ist auf der Neuen Seidenstraße sehr aktiv. Wir sind also schon lange dabei, die Seidenstraßen-Initiative unternehmerisch mitzugestalten, sagt Thomas Lütje, Direktor Vertrieb der Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA).

Der Hamburger Hafen ist durch seine Drehscheibenfunktion und die sehr gut entwickelten Seehafenhinterlandverkehre nicht nur für Deutschland, sondern auch für Österreich, Polen, Tschechien, Russland, Ungarn, Slowakei und die Schweiz der zentrale Hub für China-Verkehre. Neben dem nach wie vor dominierenden Transport per Schiff entwickelt sich seit 2013 auf der Landseite die „Neue Seidenstraße“ als attraktive Bahnverbindung und Alternative zum See- und Lufttransport für zeitkritische Gütertransporte.

Als China-Hub für die per Seeschiff transportierten Güter und mit der weitreichenden China-Expertise sowie den sehr guten Wirtschaftsbeziehungen im Rücken ist es nur konsequent, dass Hamburg auch bei den Transporten per Schiene auf der Neuen Seidenstraße eine Schlüsselrolle einnimmt, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing.

Der „Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtel“ umfasst mehrere Routen

Der Ausbau der Zugverbindungen und des Schienennetzes zwischen Fernost und Westeuropa begann vor sieben Jahren, als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping das Projekt „One Belt – One Road“ vorstellte. Der „Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtel“ umfasst mehrere Routen zur kontinentalen Verbindung Chinas mit Europa und den süd- und südostasiatischen Nachbarstaaten sowie sechs Wirtschaftskorridore.

Die Chinesen verfolgen insgesamt sehr ehrgeizige Pläne und haben auf der landseitigen Seidenstraße bereits den Güterverkehr auf der Schiene in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt: 2014 waren es jährlich noch knapp 800 Züge mit einem Volumen von 25.000 TEU, die die Neue Seidenstraße zwischen dem Reich der Mitte und Westeuropa befuhren. 2016 gab es eine Steigerung auf 1.700 Züge mit einem Containervolumen von 145.000 TEU. Bis 2027 sollen jedes Jahr 670.000 TEU über die Eurasischen Bahnkorridore rollen.

Die METRANS ist einer der führenden Anbieter für intermodale Containertransporte im europäischen Seehafenhinterlandverkehr. Aktuell verkehren monatlich mehr als 30 METRANS-Züge, die wichtige Wirtschaftszentren in China mit dem METRANS-Netzwerk verbinden. Die Abfertigung erfolgt in Malaszewicze/Brest an der polnisch-weißrussischen Grenze, von dort aus geht es weiter nach Polen, Tschechien oder direkt nach Hamburg. Unser Ziel ist es, diese Verkehre weiter auszubauen, sagt Peter Kiss, CEO der Metrans.

Hamburg ist in Deutschland die führende Drehscheibe im Eisenbahngüterverkehr. Mehr als 200 Güterzüge erreichen oder verlassen täglich den Hamburger Hafen. Zwischen Hamburg und 20 chinesischen Zielorten fahren wöchentlich 36 Containerzüge. Rund 120.000 TEU wurden im vergangenen Jahr auf der Schiene zwischen Hamburg und China transportiert.

Foto: HHLA / Thies Rätzke

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