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UIL Liguria/Facebook (Symbolfoto)

Internationale Hafenproteste am 6. Februar: Störungen wahrscheinlich. Hamburg besonders betroffen

Lesezeit 3 Min.

Am heutigen Freitag, dem 6. Februar 2026, kommt es in zahlreichen europäischen Häfen zu Arbeitsniederlegungen und Protestaktionen von Hafenarbeitern. Der internationale Aktionstag richtet sich gegen politische Entwicklungen, Militarisierung der Häfen sowie gegen Arbeitsbedingungen in der Hafenwirtschaft. Für Spediteure, Reedereien und den Straßentransport bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für Verzögerungen und operative Einschränkungen, auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Auswirkungen stark vom jeweiligen Standort abhängt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Nach Angaben von Gewerkschaften und Logistikdienstleistern handelt es sich bei den heutigen Aktionen um einen international abgestimmten Protesttag. Arbeitsniederlegungen, Kundgebungen und punktuelle Blockaden wurden unter anderem für Häfen im Mittelmeerraum sowie in der Nordseeregion angekündigt.

Besonders betroffen sind nach bisherigem Kenntnisstand Häfen in Italien, Griechenland, Spanien, der Türkei, Marokko sowie einzelne Standorte in Nordeuropa. Auch in Deutschland sind Protestaktionen angekündigt, unter anderem in Hamburg und Bremen. Nicht überall handelt es sich dabei um vollständige Streiks; in vielen Häfen variieren Umfang und Dauer der Maßnahmen erheblich.

Große Logistikdienstleister weisen darauf hin, dass es nicht zu einer flächendeckenden Stilllegung aller betroffenen Häfen kommt. Vielmehr zeigen sich die Auswirkungen lokal sehr unterschiedlich, von reduzierter Abfertigung über Verzögerungen bei der Containerfreigabe bis hin zu zeitweiligen Einschränkungen beim LKW-Zulauf.

Italien im Fokus: 24-stündiger Streik angekündigt

In Italien wurde der Protest als landesweiter 24-Stunden-Streik im Hafen- und Seeverkehrssektor ausgerufen. Betroffen sein könnten unter anderem die Häfen Genua, Triest, Livorno, Ancona, Civitavecchia, Ravenna, Salerno, Bari, Crotone und Palermo. Gewerkschaften kündigten zudem Streikposten an Hafentoren sowie begleitende Aktionen im Umfeld der Terminals an, was zusätzliche Störungen für den Straßentransport verursachen kann.

Warum Hafenarbeiter protestieren

Die Organisatoren verknüpfen politische, infrastrukturelle und rein arbeitsbezogene Forderungen. Auf der deklarativen Ebene richtet sich der Protest gegen die Abfertigung von Waffentransporten und die fortschreitende Militarisierung der Häfen. Die Gewerkschaften betonen, dass Häfen zivile Infrastruktur bleiben sollten und nicht Teil des logistischen Rückgrats für Militäroperationen sein dürfen.

Gleichzeitig werden Forderungen zu Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Arbeitszeit und Bezahlung erhoben. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass die sogenannte Kriegswirtschaft zu Inflation, Kostendruck, Arbeitsverdichtung und erhöhten betrieblichen Risiken in Infrastruktursektoren führt. In diesem Zusammenhang gibt es auch die Forderung, Hafenarbeit als besonders belastende Tätigkeit anzuerkennen.

Hamburg: Zusätzlicher Druck durch Behördenstreik

In Deutschland verschärft sich die Lage insbesondere im Hamburger Hafen durch einen separaten, mehrtägigen Streik im Veterinär- und Einfuhramt, der vom 2. bis 6. Februar 2026 andauert. Der Verein Hamburger Spediteure (VHSp) kritisiert, dass die Arbeitsniederlegung erstmals eine komplette Arbeitswoche umfasst und damit eine zentrale staatliche Kontrollbehörde nahezu durchgehend lahmlegt.

Zwar finden weiterhin einzelne Kontrollen statt, diese reichen nach Einschätzung des Verbandes jedoch bei weitem nicht aus, um den regulären Warenfluss aufrechtzuerhalten. Besonders betroffen sind Lebensmittel, tierische Produkte und andere kontrollpflichtige Importgüter, deren Freigabe sich teils erheblich verzögert.

Der VHSp warnt vor gravierenden Folgen für Lieferketten, Verderb von Waren, steigenden Kosten und einem nachhaltigen Wettbewerbsnachteil für den Standort Hamburg. Wiederholte und mehrtägige Störungen staatlicher Kernprozesse könnten dazu führen, dass Reedereien und Verlader Verkehre dauerhaft in andere Häfen verlagern.

Mitarbeit: Sabina Koll

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