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Indien-Boom kompensiert USA-Einbruch: Hamburgs Hafen wächst wieder

Lesezeit 3 Min.

Der Hamburger Hafen meldet für 2025 wieder steigende Umschlagszahlen. Treiber ist das Containersegment mit kräftigem Wachstum – insbesondere durch China, Indien und Malaysia. Rückläufig bleibt hingegen das USA-Geschäft.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Der Hamburger Hafen hat das Jahr 2025 mit einem Umschlagplus abgeschlossen. Insgesamt wurden 114,6 Millionen Tonnen umgeschlagen, ein Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblich für das Wachstum war das Containersegment.

8,3 Millionen TEU – jedes Quartal über Vorjahr

Im Jahr 2025 wurden im Hamburger Hafen 8,3 Millionen TEU umgeschlagen. Das entspricht einem Plus von 7,3 Prozent. Gemessen in Tonnen legte der Containerumschlag um 4,6 Prozent zu.

Bemerkenswert: Alle vier Quartale lagen über dem jeweiligen Vorjahreswert:

  • Q1: +6,3 %
  • Q2: +12,4 %
  • Q3: +6,7 %
  • Q4: +3,9 %

Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer der Hamburg Port Authority (HPA), erklärte dazu:

„Wir blicken im Hamburger Hafen auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. […] Der kontinuierliche Anstieg über alle Quartale hinweg unterstreicht die hohe Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und die starke Nachfrage im internationalen Warenverkehr.“

China bleibt wichtigster Partner – USA brechen ein

Ein Blick auf die Top-10-Handelspartner (siehe Grafik) zeigt die Verschiebungen deutlich:

  • China bleibt mit Abstand wichtigster Partner und legte um 6,5 Prozent zu.
  • Indien verzeichnete ein starkes Plus von 49,2 Prozent.
  • Malaysia wuchs sogar um 84,3 Prozent.
  • Auch Polen (+17,8 %) und
  • Finnland (+28,0 %) entwickelten sich deutlich positiv.

Quelle: HPA

Deutlich rückläufig war hingegen der Containerumschlag mit den USA (-25,6 %). Als Ursache nennt die HPA unter anderem weitreichende US-Zollmaßnahmen.

Auch das für Transshipment-Verkehre bedeutende Fahrtgebiet Nordeuropa (u. a. Finnland, Dänemark, Norwegen, Schweden) legte insgesamt um 21,2 Prozent zu.

Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, verwies insbesondere auf das Wachstum mit Indien:

„Im Zuge des nun unterzeichneten Freihandelsabkommens der EU mit Indien stimmt uns insbesondere der um nahezu 50 Prozent gestiegene Containerumschlag mit Indien positiv.“

Massengut weiter unter Druck

Weniger positiv entwickelte sich das Massengutsegment. Der Umschlag sank um 1,7 Prozent auf 32,4 Millionen Tonnen.

Besonders stark fiel der Rückgang beim Getreide (-45,8 %) aus. Auch Düngemittel (-5,6 %) und Erze (-4,3 %) lagen unter Vorjahr.

Zuwächse gab es hingegen bei:

  • Baustoffen (+19,5 %)
  • sonstigem Trockengut (+17,1 %)
  • Chemikalien (+16,3 %)

Die Quartalsentwicklung im Massengut blieb wechselhaft.

Strategischer Fokus auf Indien und Golfregion

Im Gespräch mit Verkehr betonte Hendrik Meyn, CEO von Hafen Hamburg Marketing, die verstärkte internationale Ausrichtung des Standorts.

Ein besonderer Schwerpunkt liege auf Indien. Hamburg unterhalte seit rund 15 Jahren ein Repräsentanzbüro in Mumbai. Diese kontinuierliche Präsenz habe den Aufbau langfristiger Geschäftsbeziehungen ermöglicht, die nun weiter ausgebaut werden sollen.

Zudem eröffnete Hafen Hamburg Marketing im Januar 2026 ein neues Repräsentanzbüro in Dubai. Die Golfregion gewinne als logistische Drehscheibe zwischen Europa, Asien und Afrika sowie im Kontext neuer Energieträger an Bedeutung.

Meyn verwies zudem auf die Rolle Hamburgs als Hinterlandknoten. Die starke Schienenanbindung und die Einbindung in das Binnenwasserstraßennetz seien zentrale Standortvorteile für Verkehre nach Süddeutschland und nach Österreich.

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