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Hapag-Lloyd bestätigt Gespräche über den Kauf von Israels Schifffahrtsriesen ZIM

Lesezeit 4 Min.

Hapag-Lloyd hat bestätigt, dass das Unternehmen sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine mögliche Übernahme aller Aktien der ZIM Integrated Shipping Services befindet, betonte jedoch, dass bislang keine verbindlichen Vereinbarungen unterzeichnet wurden und weiterhin mehrere Genehmigungen erforderlich sind, darunter auch die des Staates Israel.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

In einer am 15. Februar 2026 veröffentlichten Mitteilung erklärte Hapag-Lloyd, dass die Transaktion Genehmigungen durch den Vorstand und den Aufsichtsrat des Unternehmens sowie durch die zuständigen Gremien von ZIM erfordere. Zudem seien weitere regulatorische Freigaben sowie die Zustimmung der Hauptversammlung von ZIM notwendig.

Hapag-Lloyd unterstrich, dass der Deal ohne die Zustimmung des Staates Israel nicht umgesetzt werden kann. Grundlage dafür sind besondere Rechte, die in der Satzung von ZIM verankert sind und gemeinhin als staatlicher „Golden-Share“-Mechanismus bezeichnet werden.

Israelische und Branchenmedien berichten, dass die Transaktion so strukturiert wird, dass diese staatlichen Anforderungen erfüllt werden. Dabei soll die in Israel ansässige Private-Equity-Gruppe FIMI Opportunity Funds Verpflichtungen übernehmen, die mit der Golden Share verbunden sind. Hapag-Lloyd teilte mit, die Verhandlungen mit FIMI zu diesem Punkt seien „weit fortgeschritten“.

Berichtete Aufteilung: strategische Vermögenswerte an FIMI, Fokus auf Charterflotte bei Hapag-Lloyd

Laut Berichten israelischer Finanzmedien, auf die sich Calcalist Tech beruft, würde die geplante Struktur Vermögenswerte aufteilen: FIMI würde die Kontrolle über Vermögenswerte übernehmen, die als von strategischem nationalem Interesse gelten, während sich Hapag-Lloyd auf die internationale Aktivität von ZIM konzentrieren würde.

Splash247 berichtet, dass Hapag-Lloyd den Fokus auf die Charterflotte legen würde, die laut dem Bericht rund 611.000 TEU – oder etwa 87 % der von ZIM betriebenen Kapazität – ausmacht, basierend auf Daten von Alphaliner. Dabei wird darauf hingewiesen, dass diese Details von Hapag-Lloyd nicht offiziell bestätigt wurden.

Der Containerschifffahrtsanalyst Lars Jensen äußerte auf LinkedIn dieselbe Vorsicht. Er merkte an, dass Hapag-Lloyd zwar fortgeschrittene Verhandlungen bestätigt habe, die Deal-Mechanik und die erforderlichen Genehmigungen jedoch bedeuten, dass „realistisch betrachtet dies erst 2027 umgesetzt wird.“

Jensen hob zudem die wettbewerblichen Auswirkungen im Pazifik hervor. Er argumentierte, dass sich ZIMs aktuelle transpazifische Kooperation unter Kontrolle von Hapag-Lloyd verschieben könnte und dass die Übernahme einer weitgehend gecharterten Flotte die Charterabhängigkeit von Hapag-Lloyd deutlich erhöhen würde.

In Marktberichten kursierten Bewertungen über 3,5 Mrd. US-Dollar und bis zu etwa 3,7 Mrd. US-Dollar, doch die Mitteilung von Hapag-Lloyd machte keine Angaben zu Bewertung oder Konditionen

Ein Verkauf mit nationalen Sicherheitsauflagen

Die Gespräche folgen auf monatelange Übernahmespekulationen rund um ZIM. Anfang Dezember 2025 berichtete das israelische Medium Globes, dass Hapag-Lloyd ein erstes Angebot für Israels größte Containerreederei abgegeben habe; zudem sollen auch MSC und Maersk Interesse gezeigt haben.

Damals sprach sich der Betriebsrat von ZIM öffentlich gegen einen Verkauf an die deutsche Reederei aus. Er argumentierte, dass die Aktionärsstruktur von Hapag-Lloyd, darunter Qatar Holding und der Public Investment Fund Saudi-Arabiens – nationale Sicherheitsbedenken aufwerfe. Gewerkschaftsvertreter forderten die israelische Regierung auf, mit ihrer „Golden Share“ zu intervenieren, die dem Staat Vetorechte bei bestimmten Eigentümerwechseln einräumt.

Bis Mitte Dezember rückten politische und Governance-Beschränkungen in den Mittelpunkt des Prozesses. Trans.info berichtete, dass Israels Golden Share, die 2004 bei der Privatisierung von ZIM eingeführt wurde, dem Staat Vetorechte bei Übernahmen von mehr als 24 % einräumt und Anforderungen umfasst, die mit der Zusammensetzung des Vorstands und der Verfügbarkeit von Schiffen in Notfällen verknüpft sind.

Als der Verkauf formaler wurde, bestellte ZIM Evercore als Finanzberater, um einen strukturierten Prozess zu führen, nachdem der Vorstand ein Management-Bid unter Beteiligung von CEO Eli Glickman und dem Schifffahrtsunternehmer Rami Ungar abgelehnt hatte.

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