Innerhalb des letzten Jahres ist Waberer’s Personal und Fuhrpark wieder kleiner geworden. Ist nun ein Aufschwung in Sicht?

Innerhalb des letzten Jahres ist Waberer’s Personal und Fuhrpark wieder kleiner geworden. Ist nun ein Aufschwung in Sicht?

Die ungarische Transport- und Logistikgruppe Waberer’s hat ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich, wie aus den gestern veröffentlichten Finanzergebnissen hervorgeht. Weitere Flottenreduzierungen und die Umstrukturierung des internationalen Transportsegments haben sich erneut auf das Ergebnis der gesamten Gruppe ausgewirkt. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres gab es jedoch die ersten „Schwalben”, die eine Erholung aus dem Finanzloch ankündigten.

Der Umsatz des Unternehmens lag Ende 2020 bei 569,3 Millionen Euro, also um 18,2 Prozent niedriger als in 2019. Der Umsatzrückgang ist auf die anhaltende Reduzierung der Transportflotte zurückzuführen, was sich in deutlich schlechteren Ergebnissen des größten operativen Segments des Konzerns – dem internationalen Transport – niederschlug (Umsatzrückgang um fast 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Der Flottenabbau in diesem Segment belief sich Ende 2020 auf fast 1.000 Fahrzeuge (Rückgang um 32,3 Prozent).

Das operative Ergebnis vor Steuern (EBITDA) sank im Gesamtjahr um 5,3 Prozent auf 55,3 Millionen Euro. Positiv zu vermerken ist jedoch, dass das EBITDA im vierten Quartal bei 16 Millionen Euro lag, was ein Plus von 1 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal 2019 ist.

Es ist auch zweifellos eine positive Nachricht, dass das Unternehmen begonnen hat, seinen Nettoverlust zu reduzieren. Zwar lag Waberer’s damit am Ende des letzten Jahres immer noch 15,2 Millionen Euro unter dem Strich, aber das war dennoch eine Verbesserung gegenüber dem Nettoverlust von 23,4 Millionen Euro im Vorjahr. Bemerkenswert ist, dass der ungarische Konzern im vierten Quartal endlich eine schwarze Null geschrieben hat, während im Schlussquartal 2019 noch ein Verlust von mehr als 4 Millionen Euro verzeichnet wurde.

2020 war ein erfolgreiches Jahr unter dem Gesichtspunkt, die Grundlagen für die langfristige Profitabilität des Unternehmens zu legen, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns, insbesondere mit der Verfeinerung des neuen Betriebsmodells. Unser Ziel ist es, den Restrukturierungsprozess Ende 2021 abzuschließen, um sich endlich auf die zukünftige Entwicklung des Geschäfts zu konzentrieren, sagte Barna Erdélyi, CEO von Waberer’s.

Internationaler Transport brachte weniger Umsatz

Bezogen auf die Geschäftsfelder blieb der internationale Transport der größte Teil des Geschäfts der ungarischen Gruppe. Der Umsatz dieses Segments machte 55 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Allerdings verzeichnete Waberer’s hier einen Rückgang um ein Drittel – auf 331 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg der Umsatz in den anderen Segmenten.

Auch im Jahr 2019 macht der internationale Verkehr rund 66 Prozent des Gesamtumsatzes von Waberer’s aus. Am 1. Juli 2020 hat der Konzern in diesem Bereich ein neues Geschäftsmodell eingeführt. Laut CEO Erdélyi hat sich das EBIT nach den Änderungen im 3. und 4. Quartal im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert.

Während das internationale Transportgeschäft im vergangenen Jahr Schwierigkeiten hatte, konnte das Segment der regionalen Kontraktlogistik im Jahr 2020 ein Umsatzplus von 17,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. In diesem Bereich erreichte das Unternehmen 173,5 Millionen Euro. Das Unternehmen führt das Wachstum auf einen Großauftrag aus der Automobilindustrie zurück.

Das letzte Segment, das sich hauptsächlich mit Haftpflichtversicherungen für den Transportsektor befasst, verzeichnete 2020 im Vergleich zu 2019 ebenfalls einen Umsatzanstieg (um 5,5 Prozent) auf 72,2 Millionen Euro.

Flotten- und Personalabbau

Im letzten Quartal 2020 beschäftigte Waberer’s durchschnittlich 6139 Mitarbeiter, mehr als 1.400 weniger als im Durchschnitt der letzten drei Monate des Jahres 2019 (damals waren es 7552 Mitarbeiter).

Wie wir bereits erwähnt haben, wurde unter anderem der Fuhrpark deutlich reduziert. Im 4. Quartal 2020 waren 2836 Lkw unter dem Namen von Waberer’s im Einsatz, im Vergleich zu 3842 im Jahr zuvor.

Auch bei den angestellten Fahrern gab es deutlichen Abbau von mehr als 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres beschäftigte Waberer’s 3255 Trucker. Doch während im internationalen Transportbereich des Unternehmens im gesamten Jahr 2020 mehr als 1.000 Stellen abgebaut wurden, stieg die Zahl der Mitarbeiter im regionalen Kontraktlogistikgeschäft um durchschnittlich 700.

Foto: Waberer`s

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