Die internationale Straßentransportgewerkschaft IRU will, dass die Regelungen bezüglich der Lenk-und Ruhezeiten flexibler gestaltet werden, so dass Fahrer nach einer dreiwöchigen Arbeitsphase nach Hause zurückkehren können. Auf diese Weise will IRU für den vom Verkehrsausschuss am 4. Juni erzielten Kompromiss plädieren. Leider fand dieser Kompromiss neuerdings im EU-Parlament keine Zustimmung.

IRU ist der Ansicht, dass die Lenk- und Ruhezeiten vollständig von den sozioökonomischen Aspekten getrennt betrachtet werden sollten, um sichere und effektive Realisierung von Logistikoperationen zu gewährleisten.

Abschreck-Taktiken und Missbrauch von Verkerssicherheitsargumenten verbessern die Situation der Kraftfahrer nicht, sie machen sie nur schlechter, heißt es seitens IRU.

Jährlich werden 250-300 Millionen logistische Operationen in der Europäischen Union durchgeführt. Fahrer im Transit- und im internationalen Verkehr wollen zu ihren Familien zurückkehren können. Damit dies möglich ist, muss der Bezugszeitraum vier Wochen betragen, einschließlich drei Wochen Arbeitszeit und einer wöchentlichen Ruhepause.

Im Gegenzug wollen Mitglieder des Europäischen Verbands der Verkehrsverbände (ETF) und eine große Gruppe von EU-Abgeordneten den Bezugszeitraum auf zwei Wochen verkürzen. Der ETF behauptet, dass eine solche Regelung eine größere Verkehrssicherheit gewährleistet. Das Problem ist, dass Fahrer, die im internationalen Transport tätig sind, die Ruhepause im Hotel verbringen, anstatt nach Hause zu fahren.

 IRU argumentiert

Italienische Transportunternehmen transportieren italienischen Wein und Parmesan nach Sofia, Bukarest oder Kopenhagen. Die Tour wird ungefähr 3 Wochen dauern. Weniger Flexibilität in der Arbeitszeit würde bedeuten, dass sich die Fahrer außerhalb ihres Fahrzeugs ausruhen müssen, obwohl es nicht genügend sichere Parkplätze und Raststätten gibt. Also was soll ein Kraftfahrer tun, der aufgrund der neuen Vorschriften gezwungen sein wird die Ruhepause ausserhalb des LKW zu verbringen? Somit ist ein  vier-Wochen-Referenzzeitraum  die einzige plausible Lösung.

Foto: Trans.INFO

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