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25 Lkw in den Niederlanden blockiert. Im Hintergrund: ein polnischer Frachtführer und ein Streit um 150.000 Euro

Lesezeit 5 Min.

Rund 25 Lkw-Gespanne des polnischen Transportunternehmens MBC Trans stehen im Zusammenhang mit einem Streit über mutmaßlich ausstehende Lohnzahlungen still. Die Forderungen der Fahrer belaufen sich nach deren Angaben auf rund 150.000 Euro. Die Protestaktion begann in Deutschland und verlagerte sich anschließend in die Niederlande, wo sich überwiegend belarussische Fahrer am Truckstop Venlo aufhalten.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • Die Fahrer geben an, für Juli, August und September keine Lohnzahlungen erhalten zu haben. Insgesamt soll es um rund 150.000 Euro gehen.
  • An der Protestaktion sind etwa 25 Lkw-Gespanne von MBC Trans beteiligt.
  • Nach Darstellung von MBC Trans waren die Fahrer nicht direkt bei dem Transportunternehmen beschäftigt, sondern über die Warschauer Zeitarbeitsagentur Super Job eingesetzt.
  • Ein MBC Trans beratender Anwalt erklärte, das Unternehmen verfüge über Zahlungsbelege zu den von der Agentur ausgestellten Rechnungen.
  • Bei einigen Fahrzeugen sollen Telematiksysteme deaktiviert worden sein, wodurch die Ortung bestimmter Lkw und Ladungen zeitweise nicht möglich gewesen sein soll.
  • Mit dem Konflikt befassen sich auch die niederländische Gewerkschaft FNV und nach Angaben aus dem Umfeld der Fahrer die Stiftung Road Transport Due Diligence (RTDD).
  • Bislang ist nicht unabhängig geklärt, warum die Löhne nach Angaben der Fahrer nicht ausgezahlt wurden und welcher der beteiligten Akteure dafür rechtlich verantwortlich ist.

Fahrer, die im internationalen Verkehr mit Fahrzeugen von MBC Trans eingesetzt wurden, geben an, für drei Monate – Juli, August und September – keine Vergütung erhalten zu haben. Ihre offenen Forderungen sollen sich insgesamt auf etwa 150.000 Euro belaufen.

Wie das polnische Portal Zero.pl berichtet, begann die Protestaktion auf einem Parkplatz in Deutschland. Dort wurden rund 25 Lkw-Gespanne abgestellt. Nach einer Intervention der deutschen Polizei konnte das Transportunternehmen einen Teil der Fahrzeuge zurückholen.

Ein Teil der Fahrer setzte die Aktion anschließend im niederländischen Venlo fort. Dort wurde auch die Gewerkschaft FNV auf den Konflikt aufmerksam.

Trans.INFO wurde zudem von der Schwester eines der protestierenden Fahrer kontaktiert. Nach ihren Angaben hält sich eine Gruppe belarussischer Fahrer auf dem bewachten Truckstop Venlo auf und fordert die Auszahlung ausstehender Löhne.

Sie schilderte auch die schwierige finanzielle Situation einiger Fahrer und ihrer Familien. Diese Angaben stammen von einer Seite des Konflikts und konnten von der Redaktion bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

Wer war Arbeitgeber der Fahrer?

Ein zentraler Punkt des Streits ist die Frage, bei welchem Unternehmen die Fahrer tatsächlich beschäftigt waren.

Nach Angaben von MBC Trans und einem Bericht von Zero.pl wurden sie nicht unmittelbar von dem Transportunternehmen angestellt. Vielmehr sollen sie über die Warschauer Zeitarbeitsagentur Super Job beschäftigt und anschließend bei MBC Trans eingesetzt worden sein.

Damian Nartowski von der Kanzlei WN Legal Wątrobiński Nartowski, der MBC Trans in der Angelegenheit berät, erklärte gegenüber Zero.pl, das Unternehmen könne Überweisungsbestätigungen für die von Super Job ausgestellten Rechnungen vorlegen. Nach seiner Darstellung wurden diese Unterlagen auch der niederländischen Gewerkschaft FNV gezeigt.

Das beantwortet allerdings noch nicht die entscheidende Frage, warum die Fahrer nach eigenen Angaben über mehrere Monate kein Geld erhalten haben.

Trans.INFO hat MBC Trans und Super Job um eine direkte Stellungnahme gebeten. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Redaktion keine Antwort vor.

Streit wirkt sich auch auf den Transportbetrieb aus

Der Konflikt betrifft nicht nur die Lohnforderungen der Fahrer. Nach Berichten polnischer Medien sollen bei einigen Fahrzeugen Telematiksysteme abgeschaltet worden sein. Dadurch sei die Ortung bestimmter Lkw und der von ihnen transportierten Ladungen zeitweise nicht möglich gewesen.

Hinzu kommen die abgestellten Fahrzeuge selbst. Solange Lkw nicht eingesetzt werden können, entstehen für den Transportbetrieb potenzielle Verzögerungen und zusätzliche organisatorische Probleme.

Welche konkreten Auswirkungen die Protestaktion auf laufende Transporte und Kundenaufträge von MBC Trans hatte, ist bislang allerdings nicht öffentlich dokumentiert.

Was bei Zeitarbeit für die Lohnzahlung gilt

Nach Angaben der polnischen Arbeitsinspektion PIP ist bei einer klassischen Beschäftigung über eine Zeitarbeitsagentur grundsätzlich die Agentur der Arbeitgeber des Leiharbeitnehmers. Sie schließt den Arbeitsvertrag ab und ist unter anderem für die Auszahlung des Lohns sowie die Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern zuständig.

Das Unternehmen, bei dem der Arbeitnehmer tatsächlich eingesetzt wird – der sogenannte Arbeitgeber-Nutzer – organisiert dagegen unter anderem die Arbeit, weist Aufgaben zu und hat bestimmte Pflichten im Bereich Arbeitszeit und Arbeitsschutz.

Diese allgemeine Regelung erlaubt jedoch noch keine abschließende Bewertung des konkreten Falls. Dafür wären unter anderem die Verträge zwischen den beteiligten Unternehmen, die Beschäftigungsverhältnisse der einzelnen Fahrer sowie die tatsächlichen Zahlungsflüsse zu prüfen.

Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern kann operative Risiken schaffen

Der Fall zeigt unabhängig von der noch ungeklärten Verantwortlichkeit ein Risiko, das mit dem Einsatz externer Personaldienstleister verbunden sein kann.

Selbst wenn ein Transportunternehmen seine vertraglichen Zahlungen an eine Agentur nachweisen kann, kann ein Konflikt zwischen der Agentur und den eingesetzten Fahrern unmittelbar den eigenen Transportbetrieb treffen – etwa wenn Fahrer ihre Arbeit niederlegen oder Fahrzeuge nicht weiterbewegen.

Für Frachtführer sind deshalb nicht nur die Kosten eines Personaldienstleisters entscheidend. Relevant sind auch eine nachvollziehbare Vertragsstruktur, eine klare Verteilung der Verantwortlichkeiten und Möglichkeiten, auf Konflikte zwischen Agentur und Fahrern schnell zu reagieren.

Ob Super Job, MBC Trans oder ein anderer Beteiligter im konkreten Fall für die ausstehenden Zahlungen verantwortlich ist, lässt sich auf Grundlage der bislang öffentlich vorliegenden Informationen nicht abschließend feststellen.

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