Die wichtigsten Ergebnisse:
- In Tirol wurden innerhalb von zwei Tagen mehr als 600 schwere Nutzfahrzeuge kontrolliert und über 1.600 Verstöße registriert.
- Auf Verstöße gegen die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten entfielen 1.150 Beanstandungen, weitere 241 betrafen technische Mängel.
- In 74 Fällen untersagten die Behörden die Weiterfahrt. Wegen des Verdachts auf Manipulation wurden zehn Fälle an die Staatsanwaltschaft Innsbruck weitergeleitet.
- Das BALM führte im Juli an 109 Standorten in Deutschland 1.617 Kontrollen durch und nahm rund 150.248 Euro an Sicherheitsleistungen für mögliche Bußgelder ein.
- Die deutschen Kontrolleure stellten 72 Kabotageverstöße, 31 Verstöße gegen das Verbot, die reguläre Wochenruhezeit im Fahrerhaus zu verbringen, sowie 25 technische Verstöße fest.
- Das BALM betonte, dass die Ergebnisse gezielter Kontrollen nicht auf den gesamten Straßentransportmarkt übertragen werden können.
Die Kontrollaktion in Tirol war breit angelegt. An der Kontrollstelle Radfeld an der Inntalautobahn A12 arbeiteten österreichische Behörden mit Einsatzkräften aus mehreren europäischen Ländern und der Europäischen Arbeitsbehörde zusammen. Polizeiteams überprüften schwere Nutzfahrzeuge außerdem auf wichtigen Verkehrsachsen in ganz Tirol.
Beteiligt waren unter anderem Behörden aus Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien, Kroatien und Slowenien. Österreich setzte zusätzlich die Finanzpolizei, den Zoll, Arbeitsinspektoren, die ASFINAG, Amtstierärzte und technische Sachverständige ein.
1.150 Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten
Den mit Abstand größten Anteil der Beanstandungen in Tirol machten Verstöße gegen die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten aus. Auf diese Kategorie entfielen 1.150 Beanstandungen.
Weitere 241 Beanstandungen betrafen technische Mängel. Hinzu kamen 36 Verstöße beim Transport gefährlicher Güter und 34 Fälle von Überladung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf möglichen Manipulationen an Fahrzeugsystemen sowie an Aufzeichnungen über die Tätigkeit der Fahrer. In fünf Fällen bestand der Verdacht, dass Abgasreinigungssysteme manipuliert worden waren. Zudem stellten die Behörden vorübergehend zehn Kennzeichentafeln sicher.
74 Fahrzeuge durften nicht weiterfahren
Die Kontrollen führten nicht nur zu einer Liste festgestellter Mängel. In 74 Fällen verhängten die Behörden ein Weiterfahrverbot. Zehn Vorgänge wurden wegen des Verdachts auf Manipulationen an Lenk- und Ruhezeitaufzeichnungen oder Kontrollgeräten an die Staatsanwaltschaft Innsbruck weitergeleitet. Außerdem wurden vier Tiertransporte überprüft.
Nach Angaben der österreichischen Polizei sollte die internationale Aktion nicht allein der Durchsetzung bestehender Vorschriften dienen. Ebenso wichtig seien der Erfahrungsaustausch, die Bündelung von Fachwissen und eine engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit gewesen.
Deutschland: 1.617 Kontrollen an fünf Tagen
Einige Wochen zuvor hatte auch das deutsche Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) eine umfangreiche Kontrollaktion durchgeführt.
Die Überprüfungen im Juli fanden an fünf Tagen statt – am 6., 16. und 17. sowie am 29. und 30. Juli – und erstreckten sich auf 109 Standorte in ganz Deutschland. Im Einsatz waren 398 Straßenkontrolleure sowie 31 Fachkräfte für technische Fahrzeugprüfungen.
Insgesamt führte das BALM 1.617 Kontrollen durch und nahm rund 150.248 Euro an Sicherheitsleistungen für mögliche Bußgelder ein.
Kabotage besonders im Fokus
Die Einhaltung der Kabotagevorschriften wurde bei der größten geprüften Fahrzeuggruppe untersucht. Sie umfasste 1.334 Fahrzeuge. In 50 Fällen stellten die Kontrolleure Mängel fest, aus denen insgesamt 72 Verstöße resultierten.
Darüber hinaus prüfte die Aktion das Verbot, die reguläre Wochenruhezeit im Fahrerhaus zu verbringen. In 31 der 474 überprüften Fälle wurde gegen diese Vorgabe verstoßen.
Technische Sachverständige nahmen 123 Lastwagen unter die Lupe und stellten dabei 25 Verstöße im Zusammenhang mit dem technischen Zustand der Fahrzeuge fest.
Warum bestimmte Kontrollorte ausgewählt wurden
Die Auswahl der Kontrollstellen erfolgte laut BALM gezielt. Im Mittelpunkt standen Straßen und Verkehrsknotenpunkte, die besonders häufig von Fahrzeugen aus anderen Regionen genutzt werden. Auch die Nähe zu großen Industrieanlagen, Logistikzentren und Dispositionsstandorten spielte eine Rolle. Zusätzlich flossen erwartete Verkehrsmengen, frühere Kontrollergebnisse und die Erfahrungen der Einsatzkräfte in die Planung ein.
Das BALM warnte davor, die Ergebnisse auf den gesamten deutschen Straßentransportsektor zu übertragen, da gezielte Schwerpunktkontrollen keine repräsentative Stichprobe darstellen.
Die Aktionen in Tirol und Deutschland lassen sich deshalb nicht direkt anhand einer Verstoßquote vergleichen. Sie zeigen jedoch, welche Themen derzeit besonders stark im Fokus der Kontrollbehörden stehen: Lenk- und Ruhezeiten, der Verdacht auf Manipulationen, der technische Zustand der Fahrzeuge und die Einhaltung der Kabotagevorschriften.









