Spediteur behauptet, Lkw-Fahrer würden an Raststätten mit 3.000 Euro Prämie abgeworben

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Ein Logistikunternehmen mit einer Flotte von 300 Lkw hat seine Frustration über den Fahrermangel in Deutschland zum Ausdruck gebracht. Gegenüber der "Welt" sagte der Geschäftsführer der Langgönser Spedition Bork GmbH & Co. KG, dass die polnischen Fahrer zunehmend von Arbeitsangeboten in ihrem Heimatland umworben werden. Darüber hinaus wird behauptet, dass der Wettbewerb um Lkw-Fahrer in Deutschland so groß ist, dass einige Lkw-Fahrer sogar auf Rastplätzen abgeworben werden, indem ihnen angeboten wird, für konkurrierende Unternehmen zu arbeiten – und zwar mit dem Versprechen einer Antrittsprämie von 3.000 Euro.

Spediteur behauptet, Lkw-Fahrer würden an Raststätten mit 3.000 Euro Prämie abgeworben
Foto: Polizeipräsidium Koblenz Pressestelle, Parkplatz Struth

Im Bericht der „Welt“ erklärt ein Manager des Familienunternehmens Bork, dass wegen des Fahrermangels derzeit Dutzende von Lkw ungenutzt sind, obwohl es keinen Mangel an Transportangeboten gibt.

Juniorchef Steffen Bork, der Sohn des Geschäftsführers Wolfgang Bork, sagte gegenüber der Welt, dass es für deutsche Spediteure nicht mehr so einfach sei, polnische Fahrer zu beschäftigen wie früher:

Die Quelle aus Polen versiegt. Aufgrund der sich stetig angleichenden Lebens- und Arbeitsbedingungen wird das Heimatland für die [polnischen] Fahrer immer attraktiver“, so Stefan Bork.

Gegenwärtig kommen etwa 60 % der Lkw-Fahrer des Unternehmens aus Polen. Ein Viertel kommt aus Deutschland, der Rest aus 28 weiteren Ländern.

In dem Bericht der „Welt“ behauptet Stefan Bork auch, dass in den Sommermonaten „immer gewildert“ werde. Der Artikel fügt hinzu: „Auf Rastplätzen bieten Firmen Prämien von bis zu 3.000 Euro an, wenn ein Fahrer zu ihnen wechselt.“

Darüber hinaus erklärte Stefan Bork gegenüber der Zeitung, dass sein Unternehmen aufgrund der dynamischen Situation auf dem Arbeitsmarkt die monatlichen Löhne zwischen 100 und 250 Euro erhöht habe.

Ein weiterer Kritikpunkt, den Stefan Bork während des Interviews äußerte, betraf das öffentliche Bild der Lkw-Fahrer in Deutschland. Gegenüber der „Welt“ äußerte er seine Enttäuschung über den schlechten Ruf der Lkw-Fahrer und die mangelnde Unterstützung des Transportgewerbes durch die deutsche Regierung.

Er schlug sogar vor, dass die Spediteure ihre Fahrzeuge eine Zeit lang abstellen sollten, damit die Öffentlichkeit ein besseres Verständnis dafür bekommt, welchen Beitrag die LKW-Fahrer zu unserem täglichen Leben leisten:

Wir sollten einmal drei Tage lang gar nichts transportieren, damit die Menschen sehen, was der Lkw-Fahrer alles liefert“, sagt Bork.

Stefan, der selbst gelernter LKW-Fahrer ist, fügte hinzu, dass er sich für den Bau von 40.000 zusätzlichen Parkplätzen an den deutschen Autobahnraststätten einsetzt.

Er forderte zudem die gegenseitige Anerkennung von Führerscheinen mit mehr Nicht-EU-Ländern, um die Einstellung von Fahrern aus Drittländern zu erleichtern.

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