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Rekord bei LKW-Führerscheinen, trotzdem fehlen weiterhin Fahrer

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So viele LKW-Führerscheinprüfungen wie noch nie und trotzdem kämpft die Branche weiterhin mit Personalmangel. Neue Zahlen aus dem TÜV-Datenreport zeigen einen überraschenden Trend: LKW-Fahrschüler bestehen ihre Prüfungen deutlich häufiger als PKW-Fahrer. Warum der Nachwuchs dennoch nicht ausreicht, um die Lücke im Güterverkehr zu schließen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Nachfrage nach LKW-Führerscheinen in Deutschland steigt weiter. Laut aktuellem TÜV-Datenreport wurden im Jahr 2025 so viele Fahrerlaubnisprüfungen in den LKW-Klassen abgelegt wie noch nie.

In den Klassen C1, C1E, C und CE registrierten die Prüfstellen insgesamt:

  • 123.414 theoretische Prüfungen
  • 123.746 praktische Prüfungen

Damit stiegen die Zahlen gegenüber 2024 um 3 Prozent in der Theorie und 4 Prozent in der Praxis, wie aus Daten der TÜV/DEKRA arge tp 21 hervorgeht.

Auch langfristig zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Seit 2016 nahm die Zahl der praktischen LKW-Prüfungen um 35 Prozent zu, die Theorieprüfungen stiegen um 30 Prozent.

LKW-Fahrschüler bestehen deutlich häufiger als PKW-Fahrer

Auffällig sind vor allem die hohen Erfolgsquoten in den Berufskraftfahrerklassen.

Im Jahr 2025 bestanden:

  • 86 Prozent der Prüflinge die LKW-Theorieprüfung
  • 85 Prozent die praktische Prüfung

Damit liegt die Durchfallquote bei lediglich 14 Prozent in der Theorie und 15 Prozent in der Praxis. Zum Vergleich: In der PKW-Klasse B fällt deutlich häufiger jemand durch. Laut TÜV bestehen dort nur 56 Prozent die Theorieprüfung und 63 Prozent die praktische Prüfung.

„Die hohen Bestehensquoten zeigen, wie professionell sich viele Bewerberinnen und Bewerber auf die Prüfungen und ihren Berufseinstieg vorbereiten und, dass sie ihre Verantwortung für die Verkehrssicherheit ernst nehmen“, sagt Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband.

Die hohen Bestehensquoten zeigten laut TÜV, dass sich viele Bewerber intensiv auf die Prüfungen vorbereiten und ihre Verantwortung im Straßenverkehr ernst nehmen.

Mehr Führerscheine – aber weiterhin zu wenige Fahrer

Trotz steigender Prüfungszahlen bleibt der Fachkräftemangel im Straßengüterverkehr ein zentrales Problem. Nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen in Deutschland derzeit rund 100.000 Berufskraftfahrer im Güterverkehr.

Der Anstieg bei den LKW-Führerscheinen ist daher zwar ein positives Signal für die Branche, er reicht jedoch nicht aus, um die Nachfrage nach Fahrpersonal zu decken. Ein wesentlicher Grund liegt in der Altersstruktur der Branche. Viele Fahrer stehen kurz vor dem Ruhestand, während deutlich weniger junge Menschen in den Beruf einsteigen.

Kurzfristige Entspannung – aber keine Trendwende

Gleichzeitig zeigen aktuelle Arbeitsmarktanalysen, dass sich die Personalsituation in Teilen der Wirtschaft zuletzt etwas entspannt hat. Eine Umfrage des ifo Instituts ergab im Februar 2026, dass weniger Unternehmen über Fachkräftemangel berichten als noch im Herbst zuvor. Auch in Transport und Logistik sank der Anteil der Unternehmen mit Personalengpässen deutlich.

Der Rückgang wird von den Forschern jedoch vor allem mit der schwächeren Konjunktur erklärt. Wenn weniger produziert und transportiert wird, sinkt kurzfristig auch der Bedarf an Personal. Für die Logistikbranche bedeutet das laut Experten eher eine temporäre Entlastung als eine strukturelle Lösung des Fahrermangels.

Eines zeigt der aktuelle Datenreport deutlich: Der Bedarf an qualifizierten LKW-Fahrern bleibt hoch, auch wenn aktuell mehr Menschen den Führerschein für schwere Nutzfahrzeuge machen.

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