Sachsen-Anhalt will die Parkplatzkapazitäten für den Schwerlastverkehr deutlich ausbauen. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage im Landtag (KA 8/3483) hervorgeht, befinden sich derzeit 18 PWC-Anlagen (unbewirtschaftete Rastplätze mit WC), sowie Tank- und Rastanlagen in Planung.
Neue Stellplätze sollen insbesondere entstehen:
- entlang der A14 im Zuge der Nordverlängerung Magdeburg – Stendal – Wittenberge – Schwerin,
- durch Erweiterungen bestehender Anlagen an A2, A9, A14 und A38.
Bis 2030 sollen so rund 500 zusätzliche LKW-Stellplätze an den Bundesautobahnen realisiert werden.
Transitland zwischen West- und Osteuropa
Das Bundesland liegt an zentralen europäischen Verkehrsachsen. Die A2 verbindet das Ruhrgebiet mit Berlin und weiter nach Polen, die A9 führt von Berlin Richtung Süddeutschland und Tschechien. Hinzu kommen A14 und A38 als wichtige Querverbindungen.
Gerade entlang der A2 zählt der Abschnitt durch Sachsen-Anhalt zu den am stärksten frequentierten Transitstrecken im Ost-West-Verkehr. Entsprechend hoch ist der Parkdruck insbesondere in den Abendstunden, wenn gesetzliche Ruhezeiten eingehalten werden müssen.
Aktueller Bestand und Ausbau seit 2018
Derzeit stehen in Sachsen-Anhalt 3.814 LKW-Stellplätze an den Bundesautobahnen zur Verfügung.
Davon entfallen:
- 850 Stellplätze auf Tank- und Rastanlagen,
- 1.160 Stellplätze auf PWC-Anlagen,
- weitere Stellplätze auf Autohöfen.
Seit 2018 wurden laut Landesregierung insgesamt 576 neue Stellplätze geschaffen, der Großteil davon auf Autohöfen.
Bundesweit fehlen rund 19.630 Stellplätze
Die Landesregierung verweist auf eine bundesweite Erhebung des Bundesverkehrsministeriums aus dem Jahr 2023. Trotz eines Ausbaus der Parkkapazitäten um 53 Prozent seit 2008 besteht weiterhin ein Defizit von rund 19.630 regulären LKW-Parkmöglichkeiten entlang der Autobahnen.
Um die Lücke zu reduzieren, verfolgt der Bund unter anderem einen Fünf-Punkte-Plan mit Neubau, telematischen Parkverfahren und effizienterer Flächennutzung.
Unfälle und Ordnungswidrigkeiten durch Falschparker
Die Parkplatzknappheit bleibt ein Sicherheitsproblem. Laut Landesregierung wurden
- 2023 sieben Verkehrsunfälle,
- 2024 sieben Verkehrsunfälle,
- 2025 bislang zwei Verkehrsunfälle (vorläufig),
polizeilich erfasst bei denen LKW durch unzulässiges Halten oder Parken auf Autobahnen beteiligt waren.
Auch die Zahl der Ordnungswidrigkeiten zeigt das anhaltende Problem:
- 2023: 224 Verfahren,
- 2024: 203 Verfahren,
- 2025: 218 Verfahren (vorläufig).
Illegales Abstellen auf Zu- und Abfahrten oder außerhalb von Parkbuchten ist damit kein Einzelfall, insbesondere entlang hochbelasteter Abschnitte wie der A2.











