Für Transportunternehmen und Disponenten lohnt sich ein Blick auf die verbleibenden Termine des österreichischen Fahrverbotskalenders 2026. Die Verordnung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sieht für Lkw über 7,5 Tonnen mehrere zusätzliche Fahrverbote auf wichtigen Transitachsen vor.
Besonders betroffen sind Verkehre über die Brennerroute sowie mehrere stark frequentierte Straßen in Tirol und die Ostautobahn Richtung Ungarn.
Brennerroute: Nächstes Fahrverbot bereits am 2. Juni
Die erste wichtige Einschränkung steht bereits unmittelbar bevor. Am 2. Juni 2026 gilt auf der Inntalautobahn A12 und der Brennerautobahn A13 ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen.
Betroffen sind Transitfahrten Richtung Italien sowie Verkehre in Staaten, die über Italien erreicht werden.
Das Fahrverbot gilt von 9 bis 22 Uhr und betrifft damit einen Großteil des Güterverkehrs auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas.
Sommerfahrverbote auf wichtigen Tiroler Ausweichrouten
An allen Samstagen vom 4. Juli bis einschließlich 29. August 2026 gelten jeweils von 8 bis 15 Uhr zusätzliche Fahrverbote auf mehreren stark belasteten Straßen in Tirol.
Betroffen sind:
- Loferer Straße (B178) zwischen Lofer und Wörgl,
- Ennstalstraße (B320),
- Seefelder Straße (B177),
- Fernpassstraße (B179) zwischen Nassereith und Biberwier,
- Achensee Straße (B181),
- Brenner Straße (B182).
Die Regelung gilt außerhalb geschlossener Ortschaften in beiden Fahrtrichtungen.
Die Strecken zählen zu den wichtigsten Ausweich- und Urlaubsrouten im Alpenraum und werden insbesondere während der Sommerreisezeit stark frequentiert. Für Speditionen können die Verbote zusätzliche Umwege und Verzögerungen bedeuten.
A4 Richtung Ungarn ebenfalls betroffen
Zusätzliche Einschränkungen gelten auf der Ostautobahn A4 zwischen dem Knoten Schwechat und der Staatsgrenze bei Nickelsdorf.
Dort besteht an allen Samstagen vom 4. Juli bis einschließlich 5. September 2026 jeweils von 8 bis 15 Uhr ein Fahrverbot in beiden Fahrtrichtungen.
Die A4 zählt zu den wichtigsten Transitverbindungen zwischen Mitteleuropa, Ungarn, Rumänien und dem westlichen Balkan. Ausgenommen bleiben laut Verordnung bestimmte Ziel- und Quellverkehre in mehreren Bezirken des Burgenlands und Niederösterreichs.
Weiteres Brenner-Fahrverbot im Oktober
Ein weiterer wichtiger Termin folgt am 3. Oktober 2026.
An diesem Tag gilt auf der Inntalautobahn A12 sowie auf der Brennerautobahn A13 von 0 bis 15 Uhr ein Fahrverbot für Fahrten mit Ziel Deutschland oder in Staaten, die über Deutschland erreicht werden.
Betroffen ist damit erneut ein bedeutender Teil des internationalen Nord-Süd-Verkehrs.
Ausnahmen für bestimmte Transporte
Wie in den Vorjahren gelten zahlreiche Ausnahmen, unter anderem für:
- leicht verderbliche Lebensmittel,
- Tiertransporte,
- Postsendungen,
- Hilfs- und Rettungstransporte,
- bestimmte Treibstofflieferungen,
- Fahrten im kombinierten Güterverkehr Schiene-Straße beziehungsweise Wasser-Straße.
Auch Fahrten, die unter bestehende Ausnahmeregelungen in Deutschland oder Italien fallen, können unter bestimmten Voraussetzungen von den Fahrverboten ausgenommen werden.
Frühzeitig disponieren
Für Disponenten und Transportunternehmen empfiehlt sich eine frühzeitige Berücksichtigung der Termine. Gerade auf der Brennerachse und den Tiroler Ausweichrouten können die Fahrverbote in Kombination mit dem Ferienverkehr zu zusätzlichen Verzögerungen und längeren Transitzeiten führen.







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