In den kommenden Wochen lohnt sich daher ein genauer Blick auf die nationalen Vorschriften. Betroffen sind sowohl zentrale Transitachsen als auch Zufahrten zu beliebten Urlaubsregionen. Während einige Staaten die Einschränkungen über weite Teile der Ferienzeit ausdehnen, beschränken andere sie auf bestimmte Wochentage oder einzelne Streckenabschnitte.
Polen: Ferienfahrverbote von Ende Juni bis Ende August
In Polen gelten Ferienfahrverbote für Lastkraftwagen und Fahrzeugkombinationen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 Tonnen.
Der Zeitraum reicht von Freitag, 26. Juni 2026, bis Sonntag, 30. August 2026. In dieser Phase ist das Fahren untersagt:
- freitags von 18:00 bis 22:00 Uhr,
- samstags von 08:00 bis 14:00 Uhr,
- sonntags von 08:00 bis 22:00 Uhr.
Ausnahmen gelten unter anderem für den Transport leicht verderblicher Waren, von Arzneimitteln und medizinischem Material, von Kraftstoffen sowie von lebenden Tieren. Ebenfalls ausgenommen sind Fahrzeuge im Rettungs- und Hilfseinsatz, bei Notfallreparaturen oder im Katastrophenschutz – sowie Busse.
Die polnische Straßenverkehrsaufsicht weist zudem darauf hin, dass die Verbote nicht gelten für Fahrzeuge, die aus dem Ausland zurückkehren, um einen Transportauftrag abzuschließen oder an einen Empfänger in Polen zu liefern; für Lkw, die nach der Einreise (außerhalb der Verbotszeiten) innerhalb von 50 Kilometern zur Grenze unterwegs sind; sowie für Fahrzeuge, die auf die Ausreise aus Polen warten.
Wer gegen das Fahrverbot verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen: für Fahrer 200 bis 500 złotych. Gegen den Frachtführer können 2.000 złotych verhängt werden; zusätzlich drohen dem Verkehrsleiter 1.000 złotych.
Österreich: zusätzliche Verbote und Kontrollen auf wichtigen Korridoren
Österreich verschärft im Sommer die Regeln auf mehreren Korridoren. Seit dem 2. Juni gilt auf den Autobahnen A12 und A13 im Brennerkorridor ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. Betroffen sind Transitfahrten Richtung Italien sowie Verkehre, deren kürzeste Route über Österreich führt.
Zusätzlich werden von 4. Juli bis 29. August 2026 an jedem Samstag zwischen 08:00 und 15:00 Uhr Fahrverbote auf beliebten Ausweichstrecken in Tirol aktiviert. Dazu zählen B178, B179, B181 und B182.
Da diese Strecken häufig genutzt werden, um Hauptachsen zu umfahren, sollten Unternehmen mit längeren Fahrzeiten rechnen und ihre Transportpläne entsprechend anpassen.
Weitere Einschränkungen sind auf der A4 in Richtung Ungarn zu erwarten: Von 4. Juli bis 5. September 2026 gilt samstags jeweils von 08:00 bis 15:00 Uhr ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen auf dem Abschnitt zwischen Schwechat und dem Grenzübergang Nickelsdorf.
Deutschland: Sommerfahrverbote auf zentralen Autobahnabschnitten
In Deutschland greifen die Ferienfahrverbote vom 1. Juli bis 31. August. An Samstagen ist in der Zeit von 07:00 bis 20:00 Uhr die Fahrt für Lkw über 7,5 Tonnen sowie für Lastkraftwagen mit Anhänger untersagt, sofern Güter gewerblich befördert werden.
Betroffen sind zahlreiche wichtige Autobahnabschnitte – darunter A1, A2, A3, A5, A6, A7, A8, A9, A45, A61 – sowie diverse Bundesstraßen, die im internationalen Verkehr häufig genutzt werden.
Bei Verstößen drohen Bußgelder für Fahrer und Halter in Höhe von 25 bis 150 Euro.
Weitere Hinweise zu Sperrungen und Umleitungen im deutschen Straßennetz:
Lkw-Fahrverbot an der A4-Brücke sowie Abriss der Bonner Nordbrücke.
Tschechien, Slowakei und Ungarn verschärfen ebenfalls
Auch Tschechien führt Sommerfahrverbote vom 1. Juli bis 31. August ein. Sie gelten für Lkw und Kombinationen über 7,5 Tonnen auf Autobahnen, Schnellstraßen und Straßen erster Klasse.
Die Einschränkungen greifen:
- freitags von 17:00 bis 21:00 Uhr,
- samstags von 07:00 bis 13:00 Uhr,
- sonn- und feiertags von 13:00 bis 22:00 Uhr.
In der Slowakei dürfen Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zwischen 1. Juli und 31. August samstags von 07:00 bis 19:00 Uhr nicht fahren.
Ungarn setzt im Juli und August auf Einschränkungen auf mehreren Autobahnen und Nationalstraßen. Das Verbot gilt von Samstag 15:00 Uhr bis Sonntag 22:00 Uhr – zusätzlich auch in Ferien- und Feiertagszeiträumen.
Frankreich und Italien mit zusätzlichen Sommerterminen
Auf Basis eines Erlasses mit Zusatzregelungen für 2026 führt Frankreich weitere Sommerfahrverbote für schwere Nutzfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen über 7,5 Tonnen ein (ausgenommen Spezial- und landwirtschaftliche Fahrzeuge). Landesweit gilt das Verbot an Samstagen, 11., 18. und 25. Juli sowie 1. und 8. August 2026, jeweils von 07:00 bis 19:00 Uhr.
Nicht betroffen sind unter anderem:
- Transporte lebender Tiere, leicht verderblicher Waren und landwirtschaftlicher Erzeugnisse (mindestens die Hälfte der Ladung),
- Beförderungen von Material für Veranstaltungen, Feuerwerk sowie Presse-/Medienausrüstung für denselben oder den folgenden Tag,
- Umzüge von Büros und Fabriken innerhalb derselben Stadt oder Region,
- medizinische Transporte, medizinische Gase, Krankenhausabfälle und radiografische Geräte.
Italien hat für den Sommer einen umfangreichen Kalender veröffentlicht. Zusätzlich zu den regulären Sonntagsfahrverboten von 07:00 bis 22:00 Uhr gibt es im Juli und August mehrere Samstags- sowie ausgewählte Freitagsbeschränkungen.
Die Sommertermine in Italien für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen:
Juli
- 4. Juli (Samstag) von 08:00 bis 16:00 Uhr
- 11. Juli (Samstag) von 08:00 bis 16:00 Uhr
- 18. Juli (Samstag) von 08:00 bis 16:00 Uhr
- 24. Juli (Freitag) von 16:00 bis 22:00 Uhr
- 25. Juli (Samstag) von 08:00 bis 16:00 Uhr
- 31. Juli (Freitag) von 16:00 bis 22:00 Uhr
August
- 1. August (Samstag) von 08:00 bis 22:00 Uhr
- 7. August (Freitag) von 16:00 bis 22:00 Uhr
- 8. August (Samstag) von 08:00 bis 22:00 Uhr
- 14. August (Freitag) von 16:00 bis 22:00 Uhr
- 15. August (Samstag, Feiertag) von 07:00 bis 22:00 Uhr
- 22. August (Samstag) von 08:00 bis 16:00 Uhr
- 29. August (Samstag) von 08:00 bis 16:00 Uhr
Weitere Einschränkungen in Bulgarien, Rumänien und Slowenien
In Bulgarien gelten Sommerfahrverbote bereits seit 1. Juni und laufen bis 15. September. Sie betreffen Fahrzeuge über 12 Tonnen auf ausgewählten Strecken – jeweils freitags und sonntags.
Rumänien führt zusätzliche Beschränkungen vom 1. Juli bis 31. August auf der Autobahn A2 zwischen Bukarest und Constanța ein, außerdem auf der Nationalstraße DN39 in Richtung Schwarzmeerküste.
In Slowenien kommen zu den ganzjährigen Sonntagsfahrverboten (08:00 bis 22:00 Uhr) weitere Samstagsbeschränkungen hinzu: von Ende Juni bis Anfang September, jeweils von 08:00 bis 13:00 Uhr.









