Laut einem jüngsten Bericht von PwC Deutschland sind die Emissionsziele in der Transport-und Logistikbranche nur durch eine radikale Trendwende zu erreichen. Die Experten warnen zugleich, dass der Übergang in eine klimaneutrale Wirtschaft  für Unternehmen des Transportsektors, die das Thema nicht ernst genug nehmen, bereits 2025 Gewinneinbrüche (EBITDA) von bis zu 20 Prozent auslösen kann.

Der Klimawandel wirkt sich immer stärker auf die Transport- und Logistikbranche aus. Unternehmer sind gefordert ihre Geschäftsmodelle zu ändern und langfristige Klimastrategie zu entwickeln. Dazu gehört auch die Bewertung der finanziellen Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Unternehmen. Die verkehrsbedingten Treibhausgas-Emissionen in der EU sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Hauptverursacher ist dabei der Transport von Personen und Waren auf der Straße, heißt es in einem Bericht von PwC Deutschland.

Die Transport- und Logistikbranche ist damit europaweit der einzige Sektor, bei dem die Emissionen wachsen und das vorhandene Potenzial nicht genutzt wird, betont Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland.

Klimaziele nur durch radikale Trendwende erreichbar

Damit Deutschland bis 2050 wie geplant klimaneutral wird, müsste der Verkehrssektor seine Treibhausgas-Emissionen bis 2025 um 25 Prozent und bis 2030 um 42 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 senken.

Um dies zu erreichen, ist eine radikale Trendwende nötig. Mit reinen Effizienzsteigerungen ohne Verkehrsverlagerung und den Übergang zu alternativen Antrieben und Kraftstoffen ist diese nicht zu bewältigen,betont Dr. Nicole Röttmer, Partnerin im Bereich Sustainability bei PwC Deutschland.

Die Expertin plädiert daher, dass die Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche zeitnah eine Klimastrategie festlegen, die zwei Perspektiven umfassen sollte.

Transport- und Logistikunternehmen stehen einerseits vor der Aufgabe, ihre Wirkung auf den Klimawandel zu messen und zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen beizutragen. Andererseits müssen sie verstehen, welche finanziellen Auswirkungen der Klimawandel auf die Branche und ihr eigenes Geschäft haben kann – und wesentliche Maßnahmen für ihren zukünftigen Erfolg kennen und bewerten, so Röttmer.

Frühzeitige Reaktion ist gefragt

Die Experten fordern die Unternehmen deshalb auf, die Corona-Krise als Chance zu nutzen und ihre Logistikprozesse zu überdenken.

Die aktuelle Krisensituation bietet die Chance, das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und es nachhaltig und damit zukunftsfähig auszurichtet, so Bauer.

Hinzu kommen regulatorische Entwicklungen, die Unternehmen aus dem Transport- und Logistiksektor dazu zwingen, sich mit dem Thema des Klimawandels effektiver auseinanderzusetzen, was zu einer Entwicklung einer Klimastrategie führen kann.

Viele Logistiker versuchen die Auswirkung des eigenen Unternehmens auf den Klimawandel beispielsweise mit der Berechnung des Carbon-Footprints zu erfassen, aber der nächste Schritt, die physischen Auswirkungen der Erderwärmung und die Wirkung der Anstrengungen der Weltgemeinschaft, den Klimawandel zu begrenzen, für das eigene Unternehmen auszuloten, erfolgt nur bei wenigen, sagt Bauer.

Deshalb warnen die Experten Unternehmen das Thema des Klimawandels nicht auf die leichte Schulter zu nehmen,ansonsten könnte der Übergang in eine klimaneutrale Wirtschaft bereits 2025 zu deutlichen Gewinneinbrüchen führen.

Unsere Analysen mit dem PwC Climate Excellence Tool zeigen, dass die im MSCI-Index gelisteten Logistikunternehmen ihren Gewinn (EBITDA) in einem Szenario, in dem die Erderwärmung erfolgreich im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens begrenzt wird, bei einer frühzeitigen Reaktion auf regulatorische Veränderungen, neue Technologien und sich verändernde Märkte bis 2025 um durchschnittlich 16 Prozent steigern. Unternehmen der Branche, welche sich nicht rechtzeitig auf die kommenden Veränderungen vorbereiten, büßen jedoch im gleichen Zeitraum bis zu 20 Prozent an Gewinn ein, resümiert Röttmer.

Foto: Pixabay.com

 

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