Das Wichtigste in Kürze
- Rolande hat in Gildehaus nahe der deutsch-niederländischen Grenze eine neue Bio-LNG-Tankstelle eröffnet.
- Der Standort liegt unmittelbar an der Autobahn A30 und ist rund um die Uhr zugänglich.
- Nach Unternehmensangaben umfasst das europäische Netz inzwischen 28 eigene Tankstellen sowie weitere Partnerstandorte.
- Rolande stellt je nach Einsatzprofil Kostenvorteile von bis zu 50 Prozent pro Kilometer gegenüber Diesel und HVO in Aussicht.
Neuer Versorgungsstandort für den internationalen Güterverkehr
Mit der Inbetriebnahme der Tankstelle in Gildehaus stärkt Rolande die Bio-LNG-Versorgung entlang der deutsch-niederländischen Transportachse. Die Anlage befindet sich in unmittelbarer Nähe der A30, die zu den wichtigen Ost-West-Verbindungen für den internationalen Straßengüterverkehr gehört.
Die Autobahn verbindet die niederländische Grenzregion mit den Wirtschaftsräumen im nordwestlichen Deutschland und bietet Anschlüsse an weiterführende europäische Verkehrsachsen. Für Speditionen, deren LNG-Lkw regelmäßig zwischen beiden Ländern verkehren, entsteht damit eine zusätzliche Möglichkeit zur Kraftstoffversorgung.
Die öffentliche Tankstelle ist nach Angaben des Unternehmens 24 Stunden täglich geöffnet und für die gängigen LNG-Lkw ausgelegt. Insbesondere international tätige Transportunternehmen können den Standort künftig in ihre Tank- und Tourenplanung einbeziehen.
Bio-LNG als Alternative zu fossilem Diesel
Rolande setzt beim weiteren Ausbau seines Tankstellennetzes auf verflüssigtes Biomethan. Bio-LNG wird aus biogenen Ausgangsstoffen wie organischen Abfällen und Reststoffen hergestellt. Im Gegensatz zu fossilem LNG kann der erneuerbare Kraftstoff über seinen Lebenszyklus deutlich geringere Treibhausgasemissionen verursachen.
Wie groß die tatsächliche Emissionsminderung ausfällt, hängt unter anderem von den eingesetzten Rohstoffen, dem Herstellungsverfahren und den Emissionen entlang der gesamten Lieferkette ab. Auch Methanverluste bei Produktion, Transport und Nutzung müssen bei der Klimabilanz berücksichtigt werden.
Für Transportunternehmen kann der Einsatz von Bio-LNG insbesondere bei bestehenden LNG-Flotten wirtschaftlich interessant sein. Hinzu kommen steigende Anforderungen von Verladern und Auftraggebern an die Dokumentation transportbedingter Treibhausgasemissionen.
Nachweisbare Emissionsminderungen gewinnen damit auch bei Transportausschreibungen und der Nachhaltigkeitsberichterstattung an Bedeutung.
Rolande stellt Kostenvorteile von bis zu 50 Prozent in Aussicht
Neben der möglichen Verringerung der Treibhausgasemissionen verweist Rolande auf wirtschaftliche Vorteile. Nach Berechnungen des Unternehmens können die kilometerbezogenen Kosten beim Einsatz von Bio-LNG je nach Strecke und Einsatzprofil bis zu 50 Prozent unter denen von Diesel beziehungsweise hydriertem Pflanzenöl (HVO) liegen.
Diese Angabe ist allerdings als unternehmensseitige Berechnung einzuordnen. Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit hängt von den Gesamtkosten des Fahrzeugeinsatzes ab. Neben den jeweiligen Kraftstoffpreisen müssen Speditionen insbesondere Anschaffungskosten, Wartung, Fahrleistung und Auslastung berücksichtigen.
Auch die Verfügbarkeit geeigneter Tankstellen entlang regelmäßig befahrener Strecken beeinflusst die Betriebskosten. Zusätzliche Versorgungsstandorte können Umwege und damit verbundene Zeitverluste reduzieren.
Europäisches Tankstellennetz wächst auf 28 eigene Standorte
Mit der Anlage in Gildehaus setzt Rolande den Ausbau seiner deutschen Infrastruktur fort. Nach eigenen Angaben betreibt das Unternehmen mittlerweile 28 eigene Tankstellen in Europa. Hinzu kommt ein Partnernetzwerk, über das weitere Versorgungsmöglichkeiten bereitstehen.
Der Ausbau erfolgt in einem Markt, in dem mehrere Antriebstechnologien um die künftige Rolle im schweren Straßengüterverkehr konkurrieren. Während batterieelektrische Lkw zunehmend in den Markt kommen und wasserstoffbasierte Antriebe weiterentwickelt werden, bietet Bio-LNG vor allem für bereits vorhandene LNG-Fahrzeuge eine Möglichkeit, den fossilen Kraftstoff durch eine erneuerbare Alternative zu ersetzen.
Für Flottenbetreiber mit hohen jährlichen Fahrleistungen und regelmäßigen internationalen Verkehren bleiben dabei Reichweite, Tankstellenverfügbarkeit und Betriebskosten wesentliche Kriterien.
Die neue Anlage an der A30 verbessert die Versorgungsmöglichkeiten für LNG-Lkw auf einer stark genutzten grenzüberschreitenden Verkehrsachse. Ob sich daraus wirtschaftliche Vorteile für einzelne Speditionen ergeben, hängt von deren Fahrzeugbestand, Streckenprofil und den tatsächlichen Kraftstoffkosten ab.









