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Mehr Geld für Speditionsbeschäftigte. Streik in der Logistik vorerst verhindert

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Die Tarifparteien in der Speditions- und Logistikbranche haben sich auf einen neuen Tarifabschluss geeinigt. Die Beschäftigten erhalten über zwei Jahre verteilt bis zu rund sechs Prozent mehr Geld. Ein möglicher Arbeitskampf ist damit zunächst abgewendet.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Nach rund zwölfstündigen Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft Verdi und der Arbeitgeberverband Spedition und Logistik Baden-Württemberg (AVSL) auf einen neuen Tarifvertrag für den Tarifbezirk Württemberg/Nordbaden verständigt.

Der neue Entgelttarifvertrag gilt rückwirkend ab dem 1. Mai 2026 und läuft über 24 Monate. Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. Mai 2026 um 2,5 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro pro Monat. Zum 1. Mai 2027 folgt eine weitere Erhöhung um zwei Prozent.

Durch den festen Mindestbetrag profitieren vor allem Beschäftigte in unteren Lohngruppen überdurchschnittlich. Nach Angaben von Verdi ergibt sich je nach Entgeltgruppe über die gesamte Laufzeit ein Plus von rund 5,5 bis 6 Prozent. Betroffen sind laut Gewerkschaft mehr als 30.000 Beschäftigte.

Urlaubsgeld steigt deutlich

Zusätzlich wurde eine Erhöhung des Urlaubsgeldes vereinbart. Ab Januar 2027 steigt dieses von bislang 16,36 Euro auf 30 Euro pro Urlaubstag. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands war das Urlaubsgeld seit rund 30 Jahren unverändert geblieben.

Auch die Ausbildungsvergütungen steigen: Zum 1. September 2026 und zum 1. September 2027 gibt es jeweils 40 Euro mehr pro Ausbildungsjahr.

Parallel verlängerten beide Seiten den Manteltarifvertrag bis Ende April 2028. Bis dahin gilt Friedenspflicht, Streiks sind damit ausgeschlossen.

Abschluss in schwieriger Marktlage

Die Einigung kommt in einer wirtschaftlich angespannten Phase für die Transport- und Logistikbranche zustande. Viele Unternehmen stehen unter Druck durch hohe Kosten, schwache Industriekonjunktur und sinkende Transportmengen.

Verdi-Verhandlungsführer Andreas Henze erklärte, Ziel sei vor allem die Sicherung der Reallöhne für untere und mittlere Entgeltgruppen gewesen.

Der Arbeitgeberverband wertet vor allem die lange Laufzeit als Vorteil, weil sie den Unternehmen mehr Planungssicherheit verschaffe.

Die ursprünglich von Verdi geforderte Erhöhung von 6,5 Prozent bei nur zwölf Monaten Laufzeit wurde damit nicht erreicht. Gleichzeitig verhinderte die Einigung jedoch einen möglichen Arbeitskampf in einem ohnehin schwachen Marktumfeld.

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