Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet, wurde der Insolvenzantrag am Montag, dem 1. Juni, beim Handelsgericht in Brüssel eingereicht. Betroffen sind mehrere Gesellschaften der Gruppe in Belgien, darunter Ziegler SA, Intertrans, Dornach und Universal Express.
Nach Angaben von Belga sind rund 400 Beschäftigte betroffen. In belgischen Medien sowie in der Luftfracht-Fachpresse ist jedoch auch von mehr als 500 Arbeitsplätzen die Rede, die auf dem Spiel stehen. Gewerkschaftsvertreter erklärten, oberste Priorität sei es, möglichst viele Stellen zu sichern.
Die Insolvenz in Belgien folgt auf den Zusammenbruch von Ziegler France zu Beginn dieses Jahres, der den Verlust von rund 1.500 Arbeitsplätzen nach sich zog. Die Entwicklungen in Frankreich hatten bereits Zweifel an der Zukunft der belgischen Aktivitäten genährt.
Nach den bislang bekannten Plänen übernimmt Transuniverse Forwarding den Grossteil der Aktivitäten von Ziegler Belgium. Das in Gent ansässige Transport- und Logistikunternehmen soll laut Belga sowie niederländischen Branchenmedien sieben Standorte in Belgien übernehmen und weiterführen: Aalst, Antwerpen, Brussels Expo, Kontich, Rekkem/LAR, Welkenraedt und Zeebrugge.
Mit dem Zukauf würde Transuniverse sein Angebot in den Bereichen Transport, Distribution, Logistik, Zoll sowie Seefrachtspedition ausbauen. Das niederländische Fachmedium TTM berichtet, der Umsatz könne durch die Übernahme von etwa 100 Millionen Euro auf rund 135 Millionen Euro steigen.
Zudem wird erwartet, dass Transuniverse einen grossen Teil der Belegschaft von Ziegler Belgium übernimmt; konkrete Zahlen wurden bislang jedoch nicht bestätigt. Frank Adins, Vorsitzender von Transuniverse, erklärte, die Übernahme stärke insbesondere die Präsenz in Transport und Distribution und erweitere zugleich die Logistik- und Zollaktivitäten. Den Standort Welkenraedt bezeichnete er als potenziellen Umschlagpunkt für Kunden in Limburg und Wallonien – mit Weiterverkehren nach Deutschland sowie nach Mittel- und Osteuropa.
Damit könnte Transuniverse nach Einschätzung des Unternehmens zugleich zusätzliche Kapazitäten ausserhalb des Raums Antwerpen aufbauen – insbesondere für Verkehre zwischen Belgien, Deutschland und östlichen Märkten.
Unabhängig davon hat Van Moer Logistics bestätigt, das Luftfrachtgeschäft von Ziegler Belgium mit sofortiger Wirkung übernommen zu haben. Van Moer teilte mit, die übernommene Einheit sei als zertifizierter IATA-Spediteur am Flughafen Brüssel tätig gewesen und habe Kunden aus unterschiedlichen Segmenten der Air-Cargo-Branche bedient. Der Betrieb solle ohne Unterbrechung weiterlaufen.
„Luftfracht war der einzige Speditionsbereich, den wir unseren Kunden bisher nicht aus eigener Hand anbieten konnten“, sagte Jo Van Moer, Gründer und CEO von Van Moer Logistics. „Viele unserer Kunden transportieren Waren über Strasse, Wasser und Luft. Ab heute können sie ihre Luftfrachtsendungen ebenfalls über uns abwickeln.“
Mit dem Schritt ergänzt Van Moer sein bestehendes Portfolio aus Strassentransport, Binnenschifffahrt, Lagerhaltung, Hafen- und Terminallogistik, Depot- und Containerlogistik, Value-Added-Logistics sowie Spedition um die Luftfracht.
Das Unternehmen gibt an, inzwischen über mehr als 2.200 Mitarbeitende zu verfügen. Zudem nennt Van Moer 500 Lkw, 15 Binnenschiffe, 850.000 Quadratmeter Lagerfläche und mehr als 40 Standorte in Belgien.
Die Aufteilung von Ziegler Belgium bedeutet, dass Teile des insolventen Geschäfts unter neuen Eigentümern fortgeführt werden. Gleichzeitig endet damit die belgische Präsenz von Ziegler als eigenständige Logistikgruppe – nach mehr als einem Jahrhundert Unternehmensgeschichte.








