Die niederländische Aufsichtsbehörde für Umwelt und Verkehr (ILT), die unter anderem für Kontrollen der Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten verantwortlich ist, kündigte in einer offiziellen Mitteilung an, dass die Inspektionen von Lkw- und Busfahrern ab dem 1. Februar einen längeren Zeitraum abdecken werden. Kontrollbeamte werden auch keine Nachsicht mit Fahrern haben, falls sie eine Tacho-Manipulation oder einen anderen Betrug in Bezug auf die Lenk- und Ruhezeiten erkennen.

Bisher haben wir bei Verkehrskontrollen maximal einen Tag in Betracht gezogen, wenn wir nach Verstößen suchten. Bei Unternehmensinspektionen bewerten wir die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten langfristig. Da die Wahrscheinlichkeit, bei Verkehrskontrollen auf frischer Tat ertappt zu werden, sehr gering ist, gelang es Betrügern in vielen Fällen, die Konsequenzen zu vermeiden, obwohl es sich manchmal um schwerwiegende Straftaten handelte, so Hans Drijer, Senior Inspector bei ILT.

Aus diesem Grund wird die ILT bei Kontrollen strenger sein. Zahlreiche Frachtführer und Fahrer versuchen weiterhin gegen die Vorschriften zu verstoßen sowie neue Möglichkeiten zu finden, um die bestehenden Regeln zu umgehen. Kontrollen von längeren Zeitabschnitten in Bezug auf die Lenk- und Ruhezeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, bei schwerwiegenden Verstößen erwischt zu werden. Dies sollte allen, die versuchen, gegen die Vorschriften zu missachten, bewusst sein.

Die ILT betont auch, dass es in anderen europäischen Ländern üblich ist, längere Zeitabschnitte bei Kontrollen der Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, zu berücksichtigen.

Auf diese Art und Weise wollen wir die Strafverfolgung und die Vorgehensweise beim Verhängen von Strafen auf der europäischen Ebene vereinheitlichen, fügt Hans Drijer hinzu.

Die niederländische Behörde teilt auch mit, dass die Strafen für die Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten seit dem 1. Februar verschärft wurden. Besonders hart werden ab sofort Manipulationen am Fahrtenschreiber bestraft. Sollte so ein Betrug erkannt werden, müssen sowohl das Transportunternehmen als auch der Fahrer entsprechend mit einer Geldbuße in Höhe von 10.375 und 1500 Euro rechnen.

Um solchen Verstößen wie Tachomanipulationen das Ende zu setzen, sind Geldstrafen alleine zu wenig. Sollte jetzt daher ein Fahrer versuchen, am Fahrtenschreiben zu manipulieren, riskiert er, dass ihm seine Fahrerkarte entzogen wird, warnt die ILT.

In so einem Fall darf der Fahrer vorübergehend keinen LKW mit digitalem Fahrtenschreiber fahren.

Fahrer müssen Verantwortung tragen

Die niederländische Behörde weist darauf hin, dass sich die Fahrer oft dessen nicht bewusst sind, mit welchen Strafen Verstöße gegen die die Lenk- und Ruhezeiten verbunden sind. Aus diesem Grund fühlen sie sich dafür auch nicht verantwortlich.

Wenn wir feststellen, dass der Fahrer eine bedeutende Rolle bei der Tachomanipulation spielte oder seine Fahrerkarte für einen Betrug nutzte, muss er mit einer Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro rechnen, betont Drijer.

Die ILT hofft, dass die Verschärfung der Strafen zur Begrenzung der Anzahl der Verstöße beitragen wird und dass die Fahrer selbst die Vergehen ihrer Arbeitgeber bei der ILT anmelden werden.

Foto: Inspecteur Wegvervoer/Twitter

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