Die TAPA-Organisation (Technology Asset Protections Association) erhielt im ersten Halbjahr 2020 viel mehr Berichte über Ladungsdiebstahl von Lastkraftwagen in den Ländern Europas, des Nahen Ostens und Afrikas (EMEA-Region) als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Eine Erklärung dafür liegt auch vor.

Im ersten Halbjahr verzeichnete TAPA deutlich mehr Ladungsdiebstähle. Bisher wurden 3.278 Vorfälle in der Datenbank dieser internationalen Organisation registriert. Die Verluste beliefen sich in der EMEA-Region (46 Länder in Europa, dem Nahen Osten und Afrika) auf über 85 Mio. EUR. Dabei sollte jedoch erwähnt werden, dass Informationen über den Wert gestohlener Ladungen nur für 2.154 Vorfälle, d.h 65,7 Prozent aller Diebstähle, eingegangen sind.

Im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 verloren die der Organisation angehörenden Unternehmen durch Ladungsdiebstahl 55 Millionen Euro. Demnach handelt es sich diesmal um einen Anstieg von 64 Prozent.

Gleichzeitig betont TAPA, dass der Datenaustausch seitens der Strafverfolgungsbehörden zu einem Zeitpunkt ausgesetzt wurde, als die Dienste nationale Protokolle aufgrund des Lockdowns kontrolliert mussten. Daher hat die Organisation noch keine vollständigen Informationen zum Ladungsdiebstahl aus allen untersuchten Gebieten erhalten.

Der Verband vertritt aber die Meinung, dass es keine Hoffnung darauf besteht, dass Ausgangsbeschränkungen während des Höhepunkts der Pandemie zur Reduzierung der Verbrechen dieser Art beitragen konnten.

Laut einer vorläufigen Analyse der Vorfälle zwischen den Monaten Januar und Juni 2020 haben sich möglicherweise einzelne, „gelegentliche” Frachtdiebe entschlossen, zu Hause zu bleiben, um das Risiko einer erhöhten Sicherheitskontrolle zu vermeiden. Bei organisierten Kriminalitätsgruppen war der Lockdown jedoch nicht nur eine „normale Geschäftszeit“, sondern hat ihnen auch neue und lukrative Möglichkeiten gegeben. Laut Thorsten Neumann, Präsident und CEO von TAPA, wählten Kriminelle während der Pandemie bei den auf dem Schwarzmarkt beliebtesten Waren sogar akribischer als gewöhnlich aus.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande im Fokus

In der ersten Jahreshälfte wurden vor allem Computer, Arzneimittel, Tabakerzeugnisse, Kleidung und Schuhe, Telefone, Lebensmittel, Kosmetik- und Hygieneprodukte sowie Lastwagen und Anhänger am häufigsten gestohlen. Von den Diebstählen waren Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die Niederlanden am meisten betroffen.

Von einem besonders spürbaren Verlust wurde in der britischen Stadt Nuneaton berichtet, wo am 9. März ein LKW mit Computern und Laptops im Wert von fast 9 Millionen Euro gestohlen wurde. Weitere Vorfälle, die zu Verlusten von mehr als 1 Mio. EUR führten, fanden in Spanien, Frankreich, den Niederlanden in Großbritannien und Nairobi statt. Die meisten dieser Diebstähle wurden im März und April registriert, d. h. zu zur Zeit des Höhepunktes der COVID-19-Pandemie.

Foto: Screen / Facebook

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