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750.000 TEU auf See statt auf der Straße? Was der Boluda-Samskip-Deal für Transportunternehmen bedeutet

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Boluda Shipping will Samskip übernehmen. Aus dem Zusammenschluss soll ein europaweites Netzwerk im Kurzstreckenseeverkehr mit 32 Schiffen, 18 Verbindungen, 21 See- und fünf Bahnterminals sowie mehr als 500 eigenen Lkw entstehen. Für Transporte zwischen Nordeuropa, der Iberischen Halbinsel und Westafrika könnte das mehr Seeverkehr bedeuten - und zugleich neue Aufgaben für Straßentransporteure im Vor- und Nachlauf.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • Boluda Shipping hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Samskip einschließlich sämtlicher Vermögenswerte und Aktivitäten unterzeichnet.
  • Das kombinierte Netzwerk soll 32 Schiffe auf 18 Routen sowie 21 See- und fünf Bahnterminals umfassen.
  • Hinzu kommen mehr als 500 firmeneigene Lkw und ein jährlicher Umschlag von mehr als 750.000 TEU.
  • Der Abschluss wird vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen für den 1. Januar 2027 erwartet.
  • Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Was vereinbart wurde

Die Vereinbarung zwischen Boluda und Samskip wurde am 28. Oktober unterzeichnet. Mit dem Vollzug der Transaktion soll Boluda Shipping Samskip einschließlich aller Vermögenswerte und Geschäftsaktivitäten übernehmen.

Der Abschluss ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Dafür müssen die zuständigen Behörden zustimmen und die vereinbarten Bedingungen erfüllt sein. Bis dahin arbeiten beide Unternehmen weiterhin unabhängig voneinander. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht.

Das neue Netzwerk in Zahlen

Nach dem Vollzug soll die gemeinsame Gruppe über folgende Ressourcen verfügen:

  • 32 Schiffe auf 18 Routen mit Verbindungen zu Märkten in 28 Ländern,
  • 21 Seeterminals und fünf Bahnterminals,
  • mehr als 500 firmeneigene Lkw,
  • eine Flotte von rund 35.000 Containern,
  • einen jährlichen Umschlag von mehr als 750.000 TEU.

Das Netzwerk soll Nordeuropa mit der Iberischen Halbinsel, den Kanarischen Inseln und Westafrika verbinden. Rotterdam soll dabei zum zentralen Knotenpunkt für die Koordination der Verkehre werden. Dort befindet sich der Hauptsitz von Samskip; Boluda hat im Juni neue Büros in der Stadt eröffnet.

Boluda und Samskip im Überblick

Beide Unternehmen befinden sich in Familienbesitz. Boluda ist vor allem für den Hafenschleppdienst von Boluda Towage bekannt, ist aber auch im Containerverkehr und in der Hafenlogistik aktiv. In den vergangenen Wochen kündigte das Unternehmen unter anderem neue Schlepper in Genua und Norwegen sowie einen neuen Hauptsitz für seine Schleppdienstsparte in Antwerpen an.

Samskip wurde 1990 in Island gegründet und verlegte seinen Hauptsitz später nach Rotterdam. Das Unternehmen ist in mehr als 30 Ländern tätig und beschäftigt rund 1.500 Menschen. Das Angebot reicht vom multimodalen Verkehr in Europa und der Schifffahrt im Nordatlantik bis zu temperaturgeführten Transporten und Projektladungen.

Auf den Fahrplänen von Samskip stehen zahlreiche Häfen in Großbritannien und Irland, darunter Belfast, Dublin, Cork, Waterford, Hull, Immingham, Tilbury, Liverpool und Grangemouth. Hinzu kommen Häfen in Skandinavien und im Baltikum.

Boluda und Samskip arbeiten in Spanien bereits bei gemeinsamen Verkehren zusammen. Samskip-Geschäftsführer Ólafur Orri Ólafsson soll die Integration weiterhin begleiten. Auch der Markenname Samskip bleibt erhalten.

Das sagen die Unternehmenschefs

Wir verfolgen ein klares Ziel: Wir wollen den europäischen Kurzstreckenseeverkehr anführen und unser Netzwerk zu einem Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen machen, die uns ihr Vertrauen schenken“, erklärte Ignacio Boluda Ceballos, Executive Chairman von Boluda Shipping.

Ólafur Orri Ólafsson betonte: „Samskip und Boluda sind zwei familiengeführte Unternehmen mit langjähriger Erfahrung im Transportgeschäft, gemeinsamen Werten und einer langfristigen Perspektive.“

Folgen für Straßentransporteure

Der Zusammenschluss schafft eine größere Alternative zum Straßengüterfernverkehr. Nach Angaben der Unternehmen kann die Kombination aus See- und Bahntransport sowie der Abholung und Zustellung per Lkw die CO2-Emissionen gegenüber einem reinen Straßentransport senken. Boluda will außerdem in zusätzliche Kapazitäten und neue Verbindungen investieren.

Für Transportunternehmen hat diese Entwicklung zwei Seiten. Auf langen Nord-Süd-Korridoren wie der Verbindung zwischen den Niederlanden und Spanien könnten zusätzliche Kapazitäten im See- und Schienenverkehr Ladung von der Straße verlagern. Gleichzeitig benötigen multimodale Lieferketten weiterhin Lkw für den Vor- und Nachlauf. Das kann zusätzliche Aufträge für regionale Subunternehmer im Umfeld von Häfen und Bahnterminals schaffen.

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