Neue Corona-Fälle im Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld verursachen Angst unter den Mitarbeitern. Dem Nachrichtenmagazin “Spiegel online” zufolge gibt es sechs aktuelle Erkrankungen. Amazon sichert zu, dass alles Mögliche getan wird, um die Sicherheit und entsprechende Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Das Personal ist skeptisch.

Nach Angaben von Spiegel-Online fürchten die Mitarbeiter von Amazon in Bad Hersfeld, dass ihr Arbeitsplatz zu einer neuen Virus-Herde werden kann. Dies passierte bei einem anderen Amazon-Werk in Winsen an der Luhe, wo in den vergangenen Wochen sogar 53 Corona-Fälle registriert wurden.

Infolge der sechs neuen Corona-Fälle Bad Hersfeld befinden sich die Betroffenen sowie einige Kontaktpersonen unter Quarantäne. Nachdem das Gesundheitsamt des Landkreises Bad Hersfeld das Logistikzentrum inspiziert hatte, wurde dort eine Maskenpflicht angeordnet.

Zahlreiche Arbeiter verzichteten bisher auf diese Schutzmaßnahme, zumal sie nicht in der Lage waren, die stundenlange körperliche Arbeit mit einer Maske auszuüben. Polnische Medien berichteten in den letzten Wochen von einem Todesfall im Amazon-Logistikzentrum in Sady bei Poznan (Posen). Die Gewerkschafter beschweren sich dort über die Arbeitsbedingungen und die Dauer der Schichten.

In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai infolge eines Kreislaufzusammenbruchs starb im polnischen Sady eine 40-jährige Frau. Es wird behauptet, dass sie wegen der vorgeschriebenen Gesichtsmaske das verlangte Arbeitstempo nicht durchhalten konnte. Der Fall wird von der staatlichen Arbeitsaufsichtsbehörde geprüft. Amazon behauptet jedoch alles Mögliche zu tun, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen.

Wir sind unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankbar, die seit Wochen hervorragende Arbeit leisten und ihr Bestes geben. In diesen beispiellosen Zeiten tun wir alles dafür, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen und Kunden sowie unserer Partner zu gewährleisten, schreibt der amerikanische Riese auf seinem „Amazon Blog”.

Die Mitarbeiter in Bad Hersfeld sind aber skeptisch und fragen sich, wie viele von ihnen bereits angesteckt wurden. Sie würden sich auch gerne testen lassen. So eine Möglichkeit wurde ihnen jedoch vom Arbeitgeber nicht angeboten. Nach Angaben von Spiegel Online, erzählen sie auch von engen Umkleidekabinen und neuralgischen Punkten, an denen viele Menschen auf engem Raum zu bestimmten Zeiten zusammentreffen. Dort sei es praktisch unmöglich, einen sicheren Abstand zu halten.

In Bad Hersfeld auf einer Lagerfläche von 110.000 Quadratmetern arbeiten bei Amazon 2.700 Menschen.

Foto: Amazon

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