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DIHK-Umfrage: US-Zölle bremsen deutsche Exporte – Unternehmen verschieben Investitionen

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Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Exportmarkt für Deutschland. Doch die US-Zollpolitik sorgt zunehmend für Unsicherheit: Laut DIHK geben viele Unternehmen zusätzliche Kosten an Kunden weiter, verschieben Investitionen und rechnen mit schlechteren Geschäften.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA haben in den vergangenen Monaten deutlich an Berechenbarkeit verloren. Das zeigt eine Sonderauswertung der DIHK-Umfrage „Going International 2026“, für die rund 2.400 international aktive Unternehmen befragt wurden.

Demnach sehen deutsche Unternehmen im US-Geschäft vor allem ein Problem: fehlende Planungssicherheit.

67 Prozent der befragten Firmen nennen die handelspolitische Unsicherheit als größte Belastung.

Quelle: Going International 2026 [DIHK]

Weitere zentrale Herausforderungen sind:

  • Kosten im Zollverfahren und zunehmende Bürokratie (54 %)
  • Instabilität der Finanzmärkte bzw. Wechselkursrisiken (48 %)
  • ein möglicher Basiszollsatz von 15 Prozent (44 %)
  • Exportkontrollen und Sanktionen der US-Regierung mit Auswirkungen auf Drittstaaten (41 %)
  • geringere Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt (39 %)

Auch zusätzliche Zölle auf Stahl, Aluminium, Kupfer und deren Derivate werden häufig als Belastung genannt.

DIHK-Außenwirtschaftschef Dr. Volker Treier warnt daher:

„Die USA bleiben ein Schlüsselmarkt, aber sie entwickeln sich für viele Unternehmen vom Wachstumstreiber zum Risiko.“

Unternehmen geben Zollkosten meist weiter

Die steigenden Importzölle wirken sich direkt auf Preise und Margen aus. Die Mehrheit der Unternehmen versucht jedoch, die Zusatzkosten nicht selbst zu tragen.

Laut DIHK geben 73 Prozent der deutschen Exporteure die Zollkosten ganz oder teilweise an ihre US-Kunden weiter.

Im Detail bedeutet das:

  • 62 Prozent geben die Kosten überwiegend über höhere Preise weiter,
  • 11 Prozent teilen sich die Mehrkosten mit Geschäftspartnern.

Nur 14 Prozent der Unternehmen tragen die Zölle überwiegend selbst und akzeptieren eine geringere Marge. Für 13 Prozent der Betriebe führen die neuen Zölle sogar dazu, dass sie ihre Exporte in die USA reduzieren oder ganz einstellen.

Investitionen werden eher verschoben als ausgeweitet

Ein Ziel der US-Zollpolitik ist es, ausländische Unternehmen zu mehr Investitionen vor Ort zu bewegen. Die Umfrage zeigt jedoch, dass dieser Effekt bislang begrenzt bleibt.

Stattdessen reagieren viele Unternehmen mit Zurückhaltung:

  • 33 Prozent verschieben geplante Investitionen in den USA,
  • 17 Prozent planen weniger Investitionen,
  • 33 Prozent erwarten keine Veränderung.

Nur ein kleiner Teil der Unternehmen will seine Aktivitäten ausbauen:

  • 10 Prozent planen mehr Investitionen in den USA,
  • 7 Prozent wollen Investitionen neu aufnehmen oder aus anderen Regionen in die USA verlagern.

Geschäftsaussichten deutlich eingetrübt

Die zunehmende Unsicherheit wirkt sich auch auf die Erwartungen der Unternehmen aus.

Laut DIHK rechnen 43 Prozent der Firmen damit, dass sich ihr US-Geschäft im Jahr 2026 verschlechtern wird. Nur 16 Prozent erwarten eine Verbesserung.

Damit entwickelt sich der wichtigste Exportmarkt Deutschlands für viele Unternehmen zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor.

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