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45 Prozent mehr LKW-Kontrollen: BALM findet tausende Verstöße bei Lenkzeiten, Kabotage und Überladung

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Das Bundesamt für Logistik und Mobilität hat 2025 den Kontrolldruck deutlich erhöht. Mehr als 22,1 Millionen Verkehrskontrollen wurden durchgeführt - vor allem durch den Ausbau sensorischer Kontrolltechnik. Die Jahresbilanz zeigt aber auch: Bei Fahrpersonalrecht, Kabotage und Straßenverkehrsvorschriften bleibt die Zahl der Verstöße hoch.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) hat 2025 insgesamt 22.128.355 Verkehrskontrollen durchgeführt. Das entspricht nach Angaben der Behörde einem Plus von rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der starke Anstieg geht vor allem auf den Ausbau der sensorischen Kontrolltechnik zurück. Die Zahl dieser automatisierten Kontrollen stieg laut BALM von rund 14,9 Millionen auf rund 21,9 Millionen. Auch die manuellen Verkehrskontrollen legten zu, um rund zehn Prozent auf 276.300 Fälle.

Insgesamt zählte das BALM 23.362.974 Rechtsgebietskontrollen. Dabei wurden 86.567 Beanstandungen und 245.841 Verstöße festgestellt.

Ausländische LKW besonders häufig im Fokus

Ein Großteil der detaillierten Kontrollen betraf gebietsfremde Fahrzeuge, also LKW mit ausländischer Zulassung. Im Güterverkehr wurden im Fahrpersonalrecht 124.591 Kontrollen durchgeführt. Davon entfielen 95.281 auf gebietsfremde Fahrzeuge und 29.310 auf gebietsansässige Fahrzeuge.

Auch die Beanstandungen lagen bei ausländischen Fahrzeugen deutlich höher. Im Fahrpersonalrecht registrierte das BALM im Güterverkehr 23.240 Beanstandungen, davon 17.235 bei gebietsfremden und 6.005 bei gebietsansässigen Fahrzeugen.

Bei den Verstößen zeigt sich ein ähnliches Bild: Von insgesamt 143.722 festgestellten Fahrpersonal-Verstößen im Güterverkehr entfielen 86.744 auf gebietsfremde Fahrzeuge.

Lenk- und Ruhezeiten bleiben Dauerproblem

Besonders häufig ging es um Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten. Nach Angaben des BALM registrierten die Kontrolleure im Güterverkehr 40.470 Verstöße gegen EU-Sozialvorschriften und internationale Vorschriften für Fahrpersonal im grenzüberschreitenden Verkehr.

Darunter waren 13.037 Verstöße gegen Lenkzeiten. Bei 7.864 Fällen wurde die Tageslenkzeit überschritten. Weitere 4.893 Verstöße betrafen die Lenkzeit in zwei aufeinanderfolgenden Wochen.

Noch höher fiel die Zahl bei Ruhezeiten aus. Das BALM stellte im Güterverkehr 19.011 Verstöße fest, davon 12.787 gegen die tägliche Ruhezeit und 6.224 gegen die wöchentliche Ruhezeit.

Hinzu kamen 75.474 Verstöße im Zusammenhang mit Kontrollgeräten. Besonders auffällig: In 50.375 Fällen wurden Schaublätter oder Fahrerkarten nicht oder nicht ordnungsgemäß verwendet. In 17.504 Fällen wurde das Kontrollgerät nicht ordnungsgemäß betrieben.

Manipulationen wurden ebenfalls festgestellt, wenn auch in deutlich kleinerer Zahl. Bei 28.834 Manipulationskontrollen im Güterverkehr gab es 12 Beanstandungen und 34 Verstöße.

Kabotage: mehr als 8.400 Verstöße

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Kabotagekontrollen. Laut BALM wurden 2025 insgesamt 69.420 Kabotagekontrollen durchgeführt. Davon entfielen 67.319 auf gebietsfremde Fahrzeuge.

Die Behörde stellte 3.079 Beanstandungen und 8.431 Verstöße gegen Kabotagevorschriften fest. Allein bei gebietsfremden Fahrzeugen waren es 3.012 Beanstandungen und 8.197 Verstöße.

Bei 34 Schwerpunktkontrollen wurden zudem 16.135 Kabotageprüfungen vorgenommen. Dabei registrierte das BALM 525 Beanstandungen und 1.073 Kabotageverstöße.

Überladung und Technik weiter im Fokus

Auch im Straßenverkehrsrecht bleibt die Zahl der Verstöße hoch. Im Güterverkehr führte das BALM 205.669 Kontrollen durch. Dabei registrierten die Kontrolleure 23.842 Beanstandungen und 50.378 Verstöße.

Besonders häufig beanstandet wurden Abmessungen und Gewichte. Bei Gewichtskontrollen stellte das BALM 10.866 Verstöße fest, bei Abmessungen weitere 19.584 Verstöße. Hinzu kamen 1.861 Verstöße bei der Ladungssicherung.

Auch technische Manipulationen bleiben Thema. Bei 12.218 AdBlue-Kontrollen wurden 1.870 Beanstandungen registriert, der Großteil davon bei gebietsfremden Fahrzeugen.

Kontrolldruck steigt spürbar

Zusätzlich führte das BALM 2025 insgesamt 34 Schwerpunktkontrollen durch. Dabei wurden 18.850 Fahrzeuge kontrolliert und 2.775 Beanstandungen festgestellt. In 697 Fällen untersagten die Kontrolleure die Weiterfahrt.

Außerdem erhob die Behörde 1.894 Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt rund 1,57 Millionen Euro.

Die Jahresbilanz zeigt damit vor allem eines: Der Kontrolldruck im Straßengüterverkehr steigt deutlich, insbesondere im grenzüberschreitenden Verkehr. Gleichzeitig bleiben die bekannten Problemfelder bestehen: Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten, Kabotage, Überladung und Manipulationen an der Abgastechnik.

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