Mit Beginn der Osterferien nimmt der Verkehr auf den deutschen Transitachsen deutlich zu. Besonders im Süden kündigt die Polizei verstärkte Kontrollen an, mit direkten Auswirkungen auf den Straßengüterverkehr. Ein Schwerpunkt liegt auf den Autobahnen A8 und A93 in Bayern.
Durchfahrtsverbote gelten auch für LKW
In mehreren Regionen entlang dieser Strecken gelten Durchfahrtsverbote auf Nebenstraßen. Diese greifen von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen, allerdings nur bei tatsächlichem Stau.
Entscheidend für die Praxis: Diese Verbote gelten für den gesamten Durchgangsverkehr – also auch für LKW.
Das bedeutet konkret: LKW dürfen betroffene Ortschaften nicht zur Stauumfahrung durchfahren, sobald die Verbote aktiviert sind. Zulässig bleibt nur Zielverkehr, etwa für Lieferungen vor Ort. Wer dennoch ausweicht, wird von der Polizei zurück auf die Autobahn geschickt.
Kontrollen flexibel und nicht planbar
Die Kontrollen erfolgen laut Polizei „lageangepasst und brennpunktorientiert“. Feste Zeiten oder Standorte gibt es nicht. Für Speditionen erschwert das die Planung zusätzlich: Ob eine Ausweichroute nutzbar ist, entscheidet sich erst im konkreten Verkehrsfall.
Die Kontrollen fallen in eine Phase mit besonders hoher Verkehrsbelastung. Bereits seit Ende März starten zahlreiche Bundesländer in die Osterferien.
Besonders kritisch für den Güterverkehr sind:
- Ende März (gleichzeitiger Ferienstart vieler Bundesländer)
- Gründonnerstag (2. April)
- Rückreisephase ab dem Wochenende 11./12. April
Auf diesen Korridoren ist mit erhöhter Staugefahr zu rechnen, bei gleichzeitig eingeschränkten Ausweichmöglichkeiten.
Hohe Belastung auf den Fernstraßen
Zu den besonders staugefährdeten Autobahnen zählen unter anderem:
A1 Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück; Köln – Dortmund
A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Berliner Ring
A3 Arnheim – Oberhausen – Köln; Würzburg – Nürnberg – Passau
A4 Heerlen/Aachen – Köln – Olpe; Chemnitz – Dresden – Görlitz
A5 Karlsruhe – Basel; Frankfurt – Kassel
A6 Heilbronn – Nürnberg – Pilsen
A7 Hamburg – Hannover – Kassel – Fulda; Ulm – Füssen/Reutte
A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
A9 Halle/Leipzig – Nürnberg – München
A10 Berliner Ring
A93 Rosenheim – Kiefersfelden
A94 München – Passau
A95 München – Garmisch-Partenkirchen
A96 München – Lindau
A99 Autobahnring München
Auch im Ausland muss auf wichtigen Strecken mit Staus gerechnet werden.
- Österreich: die Tauernautobahn (A10), die Inntalautobahn (A12) und die Brennerautobahn (A13) zwischen Innsbruck und dem Brennerpass betroffen. Baustellen und hohes Verkehrsaufkommen können dort für Verzögerungen sorgen.
- Schweiz: die A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen, die A2 von Luzern über den Gotthard bis nach Chiasso sowie die A3 von Basel nach Chur.
- Italien: insbesondere die Brennerroute (A22) staugefährdet. Darüber hinaus kann es in den beliebten Urlaubsregionen Südtirols, beispielsweise im Pustertal, Grödnertal, Gadertal und Vinschgau, zu erhöhtem Verkehrsaufkommen kommen.
Zusätzliche Kontrollen im April
Parallel dazu startet der Automobilclub ACE im April bundesweite Verkehrserhebungen zur Smartphone-Nutzung.
Diese finden an über 250 innerörtlichen Standorten statt. Auch wenn der Fokus auf PKW liegt, betrifft das Thema Ablenkung grundsätzlich alle Verkehrsteilnehmer, einschließlich Berufskraftfahrer.









