COSCO Shipping

Cosco-Einstieg bei Zippel auf der Kippe. Sicherheitsbedenken bremsen Deal

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Das Bundeskartellamt hat den Einstieg längst genehmigt. Doch im laufenden Investitionsprüfverfahren wächst der Widerstand - und stellt die geplante Übernahme nun grundsätzlich infrage.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die geplante Übernahme von 80 Prozent der Anteile an der Konrad Zippel Spediteur durch die chinesische Staatsreederei COSCO Shipping ist weiterhin offen. Zwar hatte das Bundeskartellamt bereits im Februar grünes Licht gegeben. Doch nach aktuellen Informationen stößt das Vorhaben in der sicherheitspolitischen Prüfung auf erhebliche Bedenken.

Kartellamt hatte früh grünes Licht gegeben

Die Wettbewerbshüter hatten den Einstieg am 20. Februar freigegeben. „Aus wettbewerblicher Sicht bestehen gegen das Vorhaben keine Bedenken“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt damals.

Begründung: Cosco ist im Seetransport aktiv, Zippel organisiert den Weitertransport ins Binnenland. Beide Unternehmen sind damit entlang unterschiedlicher Stufen der Transportkette tätig und stehen nicht in direktem Wettbewerb.

Gleichzeitig stellte die Behörde klar, dass sicherheitspolitische Aspekte nicht Teil der Prüfung sind.

Investitionsprüfung läuft – Ausgang offen

Genau diese Aspekte werden derzeit geprüft. Federführend ist das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen eines Investitionsprüfverfahrens nach Außenwirtschaftsrecht.

Ziel ist es, mögliche Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu bewerten. In solche Verfahren sind regelmäßig mehrere Ministerien und Sicherheitsbehörden eingebunden. Ob und wann eine Entscheidung fällt, ist derzeit offen.

Verfassungsschutz äußert Bedenken

Nach Medienberichten hat sich das Bundesamt für Verfassungsschutz im Verfahren kritisch positioniert. Hintergrund sind demnach Sorgen vor einem schrittweisen Ausbau chinesischen Einflusses in der europäischen Logistikinfrastruktur.

Konkret wird auf sogenannte „kumulative Erwerbsvorhaben“ verwiesen – also mehrere Beteiligungen entlang der Transportkette, die in Summe strategische Bedeutung erlangen können.

Hinterlandverkehre im Fokus

Mit dem Einstieg bei Zippel würde Cosco seine Aktivitäten über den Hafen hinaus ausdehnen. Das Hamburger Unternehmen ist auf Containerhinterlandverkehre spezialisiert – per Lkw, Bahn und Binnenschiff.

Genau diese Schnittstelle gilt als sensibel, weil hier Transportströme gebündelt und gesteuert werden.

In einer Kleinen Anfrage thematisieren Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen deshalb den möglichen Zugriff auf „Transportinfrastruktur, sensible Datenströme sowie Logistikwege“.

Politische Dimension nimmt zu

Der Fall reiht sich in eine breitere Debatte ein. Cosco ist in Deutschland bereits präsent, unter anderem mit einer Beteiligung von 24,99 Prozent am Containerterminal Tollerort im Hamburger Hafen.

Die Frage, wie weit solche Engagements gehen dürfen, wird seitdem kontrovers diskutiert.

Für die Bundesregierung bedeutet der Fall Zippel erneut einen Balanceakt zwischen wirtschaftlichen Interessen und sicherheitspolitischen Erwägungen.

Branche beobachtet Entwicklung genau

Für die Logistikbranche ist der Vorgang mehr als ein Einzelfall. Er zeigt, dass Investitionen entlang der Transportkette zunehmend politisch bewertet werden.

Reedereien bauen ihre Aktivitäten seit Jahren systematisch aus – vom Terminalbetrieb bis in die Hinterlandlogistik. Der Einstieg bei Zippel wäre ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Entscheidung steht noch aus

Offiziell äußern sich weder Cosco noch Zippel zum Stand des Verfahrens. Auch aus dem Bundeswirtschaftsministerium gibt es bislang keine abschließende Bewertung.

Damit bleibt der Deal trotz kartellrechtlicher Freigabe offen.

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