Die Deutsche Bahn hat am 27. März ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vorgestellt. Demnach konnte der Konzern Umsatz und operatives Ergebnis verbessern, bleibt insgesamt jedoch deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück.
So verlief die Entwicklung „insgesamt weiter unbefriedigend“, wie es im jüngsten Geschäftsbericht heißt.
Der Umsatz stieg um drei Prozent auf rund 27 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich deutlich auf 297 Millionen Euro. Unter dem Strich steht jedoch weiterhin ein Verlust von 2,3 Milliarden Euro.
„Zufriedenheit wäre fehl am Platz“, erklärte Vorstandschefin Evelyn Palla. „Besser ist nicht gut genug.“
DB Cargo bleibt einziges Verlustgeschäft
Während nahezu alle Geschäftsfelder operativ wieder schwarze Zahlen schreiben, bleibt der Schienengüterverkehr das zentrale Problem im Konzern.
DB Cargo konnte sein operatives Ergebnis zwar um rund 350 Millionen Euro verbessern, blieb jedoch weiterhin leicht negativ. Damit hat sich die wirtschaftliche Lage deutlich stabilisiert, die Gewinnzone wurde jedoch erneut verfehlt.
Rückgang bei Leistung und Marktanteilen im Güterverkehr
Die Ergebnisverbesserung bei DB Cargo ist vor allem auf strukturelle Einschnitte zurückzuführen. Laut Konzern wurden unwirtschaftliche Verkehre reduziert.
Parallel dazu ging die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr deutlich zurück: Sie lag 2025 bei rund 58,5 Milliarden Tonnenkilometern, ein Minus von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Geschäftsbericht verweist zudem auf operative Belastungen wie eine schwache Pünktlichkeit und rückläufige Marktanteile im Güterverkehr.
Sanierung läuft – Ziel: Profitabilität bis 2026
DB Cargo befindet sich bereits seit 2023 in einem umfassenden Transformationsprozess. Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit des Schienengüterverkehrs nachhaltig wiederherzustellen.
Der Druck ist hoch: Hintergrund ist ein laufendes Beihilfeverfahren der EU-Kommission. Demnach muss DB Cargo spätestens bis Ende 2026 profitabel arbeiten.
Die Bahn kündigt hierfür einen konsequenten Sanierungskurs mit tiefgreifenden Einschnitten an.
Infrastruktur bleibt zentraler Engpass
Neben internen Herausforderungen bleibt auch die Infrastruktur ein wesentlicher Belastungsfaktor, für den Personen- wie den Güterverkehr.
Die hohe Zahl an Baustellen im Netz wirkt sich weiterhin auf die Betriebsqualität aus. Gleichzeitig investiert der Konzern massiv: 2025 flossen rund 22 Milliarden Euro in Infrastruktur und Modernisierung, für 2026 sind weitere Rekordinvestitionen geplant.
2026 wird zum entscheidenden Jahr
Für den Gesamtkonzern zeichnet sich laut Deutscher Bahn eine Trendwende ab. Für DB Cargo hingegen wird 2026 zum Schlüsseljahr.
Die Vorgabe ist klar: Der Schienengüterverkehr muss den Turnaround schaffen – unter hohem Kostendruck, sinkender Leistung und wachsendem Wettbewerb im europäischen Markt.







