Wie der öffentlich-rechtliche Sender Tagesschau Anfang des Jahres berichtete, betrifft der Abbau etwa 6.200 der rund 14.000 Vollzeitstellen von DB Cargo in Deutschland. Die Einschnitte sollen sich durch nahezu alle Unternehmensbereiche ziehen – von Betrieb und Disposition über Planung und Verwaltung bis hin zu Vertrieb und IT.
Auslöser für die Neuaufstellung ist die Entscheidung der Europäischen Kommission zur deutschen Unterstützung für DB Cargo. Brüssel genehmigte im November 2024 Beihilfen zur Restrukturierung in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, knüpfte diese jedoch an klare Bedingungen: Bis Ende 2026 soll die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wiederhergestellt werden.
Nach Jahren mit Verlusten steht DB Cargo damit unter erheblichem Restrukturierungsdruck. Nach EU‑Beihilferecht kann die Deutsche Bahn Defizite der Gütersparte nicht mehr ohne Weiteres ausgleichen, solange kein genehmigter Restrukturierungsplan vorliegt – andernfalls drohen Wettbewerbsverzerrungen im europäischen Schienengüterverkehr.
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Im Mai sagte DB‑Cargo‑Chef Bernhard Osburg der Rheinischen Post, man rechne bis Mitte Juni mit einer Einigung über einen Interessenausgleich mit den Arbeitnehmervertretungen. Der Stellenabbau solle schrittweise bis 2030 erfolgen. Zudem bezifferte Osburg das Restrukturierungsprogramm auf Massnahmen im Umfang von rund 1 Milliarde Euro bis zum Ende des Jahrzehnts.
Ein Schwerpunkt der Neuausrichtung liegt auf dem Einzelwagenverkehr – einem der personalintensivsten Bereiche im Schienengüterverkehr. Für die deutsche Industrie bleibt dieses Segment wichtig, unter anderem für Stahl, Chemie, Automotive und Bau. Gleichzeitig gilt es seit Langem als kostenintensiv und leidet unter schwankender Auslastung.
Im integrierten Bericht für 2024 beschreibt DB Cargo, dass der Umbau des Einzelwagen-Netzes bereits angelaufen ist. Geplant sind stärker standardisierte Shuttle-Verkehre, eine bessere Auslastung der Kapazitäten sowie ein klarerer Fokus auf längere und rentablere Relationen. Ausserdem sollen Verkehre stärker gebündelt und die Zahl der Rangier- und Sortiergleise reduziert werden.









