Foto: Bartosz Wawryszuk

Logistikimmobilien: Weniger Investitionen – doch ausländische Anleger setzen weiter auf Deutschland

Lesezeit 3 Min.

Der deutsche Logistik-Investmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 zwar rund zehn Prozent weniger Kapital angezogen als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig nimmt die Dynamik wieder zu: Das zweite Quartal verlief stärker als der Jahresauftakt und fast drei Viertel des investierten Kapitals stammen inzwischen aus dem Ausland. Für Logistikunternehmen ist das ein Hinweis darauf, dass moderne Standorte trotz Konjunkturflaute langfristig gefragt bleiben.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Logistik-Investments in Deutschland bleiben im ersten Halbjahr 2026 rund 10 % unter Vorjahresniveau.
  • Das zweite Quartal zeigt mit einem Plus von 16 % gegenüber Q1 eine Belebung des Marktes.
  • Fast drei Viertel des investierten Kapitals kommen von internationalen Anlegern.
  • Höhere Spitzenrenditen und steigende Mieten halten Logistikimmobilien für Investoren attraktiv.
  • Für Logistikunternehmen spricht die Entwicklung für eine weiterhin hohe Nachfrage nach modernen Standorten.

Der deutsche Markt für Logistikimmobilien erreichte im ersten Halbjahr 2026 ein Investmentvolumen von 2,49 Milliarden Euro. Damit lag das Ergebnis 10,4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 2,78 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal zog die Aktivität jedoch wieder an: Das Transaktionsvolumen stieg gegenüber dem ersten Quartal um 16 Prozent auf gut 1,3 Milliarden Euro. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht von BNP Paribas Real Estate hervor.

Zweites Quartal deutlich stärker

Nach Angaben des Immobilienberaters belasteten vor allem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die zeitweise Schließung der Straße von Hormus sowie der erneute Anstieg der Finanzierungskosten den Investmentmarkt. Dennoch entwickelte sich das zweite Quartal robuster als erwartet.

Neben sehr vielen kleineren Transaktionen bis 10 Mio. Euro ist auch das Volumen der Großabschlüsse im dreistelligen Millionenbereich gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen“, erklärt Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial bei BNP Paribas Real Estate. Insgesamt wurden vier Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro registriert, drei davon im zweiten Quartal. Größter Einzeldeal bleibt der Verkauf des Mercedes-Benz-Logistikzentrums in Bischweier.

Auffällig sei allerdings, dass insbesondere Transaktionen zwischen 50 und 100 Millionen Euro weiterhin seltener abgeschlossen würden als im langjährigen Durchschnitt.

Ausländische Investoren bauen ihre Position aus

Während das Gesamtvolumen rückläufig war, nahm das Interesse internationaler Investoren weiter zu. Ihr Anteil am Markt stieg auf 73,9 Prozent, nach 61,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Rund 1,8 Milliarden Euro des investierten Kapitals stammen aus dem Ausland. Davon entfällt etwa ein Drittel auf europäische Investoren, jeweils rund 26 Prozent kommen aus Nordamerika und Deutschland.

Nach Einschätzung von BNP Paribas Real Estate sprechen dafür die zentrale Lage Deutschlands, ein breit aufgestellter Logistikmarkt und die weiterhin hohe Bedeutung belastbarer Lieferketten.

Höhere Renditen schaffen neue Einstiegschancen

Parallel dazu sind die Netto-Spitzenrenditen an den deutschen Top-Standorten innerhalb eines Jahres von 4,25 auf 4,60 Prozent gestiegen. In Leipzig liegen sie aktuell bei 4,80 Prozent. Für Investoren verbessern sich dadurch die Einstiegsmöglichkeiten, während steigende Mieten die Attraktivität moderner Logistikobjekte zusätzlich erhöhen.

Was das für Logistikunternehmen bedeutet

Für Speditionen und Logistikdienstleister sind die Zahlen ein Indikator dafür, dass moderne Logistikstandorte trotz der derzeit schwachen Konjunktur langfristig gefragt bleiben. Internationale Investoren setzen weiterhin auf hochwertige Immobilien in verkehrsgünstigen Lagen und rechnen mit einer anhaltenden Nachfrage – insbesondere durch E-Commerce-Unternehmen und Logistikdienstleister.

BNP Paribas Real Estate erwartet deshalb bis zum Jahresende eine weitgehend stabile Marktentwicklung. Investitionsentscheidungen dürften sich künftig noch stärker auf Standorte mit langfristigem Entwicklungspotenzial und leistungsfähiger Infrastruktur konzentrieren.

Tags:

Auch lesen