Laut neuesten Auswertungen des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2020 um 9,7 Prozent gesunken. Der Einbruch der deutschen Wirtschaft war damit deutlich stärker als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 9,7 Prozent gefallen. Damit war der Rückgang im 2. Quartal der stärkste seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen für Deutschland ab dem Jahr 1970 und damit auch deutlich stärker als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Zum Vergleich: Dieser belief sich damals auf -7,9 Prozent.

Die privaten Konsumausgaben im 2. Quartal 2020 sind um 10,9 Prozent gegenüber dem 1. Quartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt), die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – um 19,6 Prozent und Bauinvestitionen um 4,2 Prozent zurückgegangen. Ein außergewöhnlich starkes 1. Quartal hat einen noch deutlicheren Rückgang verhindern können.

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Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020

Exporteure halten sich mit Optimismus zurück

Massive Einbrüche wurden auch im Handel mit dem Ausland verzeichnet : Im 2. Quartal 2020 wurden preis-, saison- und kalenderbereinigt 20,3 Prozent weniger Waren und Dienstleistungen exportiert als im 1. Quartal 2020. Laut den Auswertunge des ifo sind die Exporteure weiterhin vorsichtig – die  ifo Exporterwartungen der Industrie sind im August von 7,5 auf 5,1 Punkte gefallen. Zurückgegangen sind auch die Importe – um 16,0 Prozent. Damit waren die Rückgänge im Handel ebenfalls größer als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im 1. Quartal 2009. Auch im Vorjahresvergleich sind sowohl die inländische Nachfrage und auch der Außenhandel massiv geschrumpft.

Erwerbstätigkeit mit größtem Rückgang seit der deutschen Vereinigung

Die Wirtschaftsleistung wurde im 2. Quartal 2020 von rund 44,7 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht, was um 1,3 Prozent weniger war als ein Jahr zuvor . Zuletzt hat es so einen Rückgang in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im 1. Quartal 2010 gegeben,  berichtet das Statistische Bundesamt.Extrem angestiegen ist hingegen im 2. Quartal 2020 die Kurzarbeit, was sich bei der Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen widerspiegelte: Diese ist nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit um 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen ging entsprechend im selben Zeitraum um 10,0 Prozent, die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität um 1,5 Prozent zurück.

Foto: Statistisches Bundesamt

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