Das Wichtigste in Kürze
- Die Transportleistung im EU-Straßengüterverkehr stieg 2025 um 0,9 % auf 1.886 Milliarden Tonnenkilometer.
- Treiber war der nationale Verkehr (+2,2 %); Rückgänge gab es im Cross-Trade (-3,7 %) und in der Kabotage (-3,0 %).
- Polen lag bei der Transportleistung erneut vorn (381 Milliarden Tonnenkilometer; 20,2 % der EU-Gesamtleistung), dahinter folgen Deutschland und Spanien.
- Deutschland taucht in sechs der zehn stärksten EU-Güterkorridore auf – Spitzenreiter ist die Relation Deutschland–Niederlande mit 86,9 Millionen Tonnen.
Nach aktuellen Eurostat-Daten erreichten EU-registrierte Güterfahrzeuge 2025 eine Transportleistung von 1.886 Milliarden Tonnenkilometern. Die beförderte Menge stieg um 1,8 % auf 13,3 Milliarden Tonnen. Das spricht dafür, dass die durchschnittlichen Transportdistanzen etwas kürzer waren als 2024 – das Wachstum speist sich damit eher aus kürzeren, inlandsnahen Fahrten als aus langen internationalen Relationen.
Ein Blick auf die Marktsegmente unterstreicht diesen Trend. Der nationale Verkehr, der bereits knapp zwei Drittel der EU-Aktivität ausmacht, legte um 2,2 % zu und kommt nun auf einen Anteil von 62,2 %. Der „klassische“ internationale Verkehr – also Transporte, bei denen das Zulassungsland des Fahrzeugs mit dem Be- oder Entladeland übereinstimmt – wuchs dagegen nur geringfügig um 0,3 %.
Rückgänge verzeichneten vor allem die stark grenzüberschreitend geprägten Bereiche. Beim Cross-Trade – wenn ein Unternehmen Güter zwischen zwei Ländern transportiert, die beide nicht dem Zulassungsland des Fahrzeugs entsprechen – sank die Leistung um 3,7 %. Auch die Kabotage ging um 3,0 % zurück. Zusammen kommen beide Segmente nur noch auf 13,4 % der gesamten EU-Transportleistung im Straßengüterverkehr – und geben damit bereits im zweiten Jahr in Folge nach.

Jährliche Veränderung der EU-Transportleistung im Straßengüterverkehr nach Verkehrsart, 2025. Quelle: Eurostat; Grafik: Trans.info.
Polen vorn – gemessen wird die Leistung polnisch zugelassener Fahrzeuge
Fahrzeuge mit polnischer Zulassung erzielten 2025 erneut die höchste Transportleistung in der EU: 381 Milliarden Tonnenkilometer, das entspricht 20,2 % der EU-Gesamtleistung. Auf Platz zwei folgt Deutschland mit 277,4 Milliarden Tonnenkilometern (14,7 %), knapp vor Spanien mit 272,6 Milliarden (14,5 %). Dahinter komplettieren Frankreich (172,9 Milliarden) und Italien (161,7 Milliarden) die Top fünf. Zusammen vereinen diese fünf Länder 67,1 % der gesamten EU-Transportleistung auf sich.
Wichtig ist dabei, was diese Rangfolge abbildet: Eurostat ordnet die Leistung dem Zulassungsland der Fahrzeuge zu – unabhängig davon, in welchem EU-Land die Transporte stattfinden. Polens Spitzenposition spiegelt damit vor allem die Größe seines international ausgerichteten Straßengüterverkehrs wider, einschließlich Cross-Trade und Kabotage im Ausland, und nicht das reine Binnenaufkommen innerhalb Polens. Vor diesem Hintergrund fällt auf, dass ausgerechnet diese grenzüberschreitenden Segmente 2025 rückläufig waren.

Die fünf größten EU-Märkte im Straßengüterverkehr 2025 nach Transportleistung (in Milliarden Tonnenkilometern). Quelle: Eurostat; Grafik: Trans.info.
Deutschland als Knotenpunkt der europäischen Warenströme
Deutschlands Bedeutung wird besonders deutlich, wenn man nicht nach Zulassungsland, sondern nach den wichtigsten Relationen innerhalb der EU betrachtet. Die stärkste bilaterale Verbindung war 2025 die Strecke Deutschland–Niederlande mit 86,9 Millionen Tonnen. Es folgen Deutschland–Polen (68,4 Millionen Tonnen) sowie Belgien–Frankreich (55,9 Millionen Tonnen). Insgesamt war Deutschland bei sechs der zehn größten innergemeinschaftlichen Güterströme Be- oder Entladeland. Das unterstreicht die Rolle des Landes als zentrales Drehkreuz in europäischen Lieferketten.
Unterm Strich zeigen die Eurostat-Zahlen für 2025 einen Markt, der zwar wächst, aber zunehmend zweigeteilt ist: Der nationale Verkehr verbessert die Gesamtbilanz, während Cross-Trade und Kabotage weiter an Bedeutung verlieren – also ausgerechnet jene Bereiche, die für viele international aufgestellte Speditionen zentral sind.









