- Im Juni 2026 wurden in der TAPA-Datenbank 2.181 Vorfälle erfasst – ein Plus von 41,6 % gegenüber Mai.
- Deutschland meldete 440 Fälle, Italien 320 und Spanien 280.
- In 189 Fällen lag eine Schadenssumme vor; zusammen ergab das 11.453.803 Euro.
- Im Mai wurden 272 Vorfälle bewertet, mit insgesamt 23.820.582 Euro Schaden.
- Der höchste Einzelschaden sank von 1.514.272 Euro im Mai auf 1.179.000 Euro im Juni.
- Bei knapp 70 % der Juni-Meldungen wurde der genaue Tatort nicht angegeben.
Nach 1.540 registrierten Vorfällen im Mai stieg die Zahl der Einträge im Juni auf 2.181. Das entspricht einem Zuwachs von 41,6 % innerhalb eines Monats.
Der Rückgang der bezifferten Verluste um mehr als die Hälfte lässt sich daraus jedoch nicht automatisch als Sicherheitsgewinn ableiten. Der Grund: Im Juni wurde nur bei 8,6 % der Fälle ein Wert angegeben, im Mai waren es noch 17,6 %.
Mehr Meldungen – aber seltener mit Schadenssumme
Im Juni enthielten 189 Meldungen eine konkrete Schadensangabe. In dieser Teilmenge summierten sich die Verluste auf 11.453.803 Euro; das entspricht durchschnittlich 60.602 Euro pro bewerteten Fall.
Im Mai waren es 272 bewertete Vorfälle mit insgesamt 23.820.582 Euro. Der Durchschnitt lag damals bei 87.575 Euro pro Fall.
Von Mai auf Juni ergibt sich damit:
- 83 bewertete Vorfälle weniger (minus 30,5 %).
- 12.366.779 Euro weniger an dokumentierten Schäden (minus 51,9 %).
- Der durchschnittliche Schaden pro bewerteter Meldung sank um 30,8 %.
- Der Anteil der Fälle mit Wertangabe ging um 9 Prozentpunkte zurück.
Die Summe von 11,45 Mio. Euro bildet damit nur den Teil ab, der beziffert und in der TAPA-Datenbank hinterlegt werden konnte – nicht das gesamte Schadensausmaß.
Weniger Fälle über 100.000 Euro
TAPA verzeichnete im Juni 30 Diebstähle mit einem Schaden von mindestens 100.000 Euro. In dieser Gruppe lag der durchschnittliche Verlust bei 318.731 Euro. Im Mai wurden 60 solcher Fälle erfasst – also doppelt so viele – bei einem Durchschnittswert von 343.069 Euro.
Zusätzlich wurden im Juni 13 Vorfälle mit Verlusten zwischen 50.000 und 100.000 Euro gemeldet, zusammen 912.623 Euro. Im Mai umfasste diese mittlere Schadenskategorie 27 Fälle mit insgesamt 1.731.567 Euro.
Auch die durchschnittlich pro Tag gemeldeten Verluste gingen zurück: von 768.405 Euro im Mai auf 381.793 Euro im Juni – damit auf etwas mehr als die Hälfte.
Größter Einzelschaden: Betrugsfall in Hamburg
Der höchste Einzelverlust im Juni entstand durch die betrügerische Übernahme einer Sendung mit Wolframkarbid aus einer Seetransportanlage in Hamburg. Der Vorfall ereignete sich am 9. Juni; der Schaden wurde auf 1.179.000 Euro geschätzt.
Im Mai lag der größte gemeldete Verlust bei 1.514.272 Euro. Dieser Wert stand im Zusammenhang mit dem Diebstahl verschiedener Waren aus einem Lkw in Heimsheim in Baden-Württemberg.
Deutschland bleibt Schwerpunktland
Mit 440 Vorfällen führte Deutschland auch im Juni die Statistik an. Gegenüber Mai sind das 97 Meldungen mehr, ein Plus von 28,3 %.
Es folgen:
- Italien – 320 Vorfälle (Mai: 176).
- Spanien – 280 Vorfälle (Mai: 111).
- Frankreich – 262 Vorfälle (Mai: 139).
- Vereinigtes Königreich – 224 Vorfälle (Mai: 169).
Innerhalb dieser Top fünf fiel Spanien mit dem stärksten Sprung auf: plus 169 Vorfälle (mehr als 152 %). Italien legte um 144 zu, Frankreich um 123.
Zusammen kamen die fünf führenden Länder im Juni auf 1.526 Meldungen – rund 70 % aller erfassten Fälle. Im Mai waren es 938 Vorfälle, was etwa 60,9 % des Monatswerts entsprach.
Auch andere Länder melden mehr – aber nicht alle
Abseits der Spitzengruppe stiegen die Zahlen in mehreren europäischen Staaten ebenfalls:
- Belgien: von 63 auf 80 Vorfälle.
- Griechenland: von 26 auf 57.
- Polen: von 23 auf 25.
- Österreich: 29 Vorfälle im Juni.
- Schweden: 28 Meldungen.
Ein einheitlicher Trend ist es jedoch nicht: In den Niederlanden sank die Zahl der Vorfälle von 92 im Mai auf 53 im Juni.
Für Tschechien weist TAPA im Juni 24 Vorfälle aus, für Rumänien 23.
Diebstahl aus Fahrzeugen häufiger als Diebstahl aus Standorten
Im Juni war der Diebstahl aus Fahrzeugen die am häufigsten gemeldete Kategorie. TAPA erfasste 708 solcher Fälle – 247 mehr als im Mai.
Weitere häufige Kategorien waren:
- Diebstahl aus Standorten – 476 Vorfälle,
- allgemein als „Diebstahl“ geführte Fälle – 404 Vorfälle,
- Diebstahl von Anhängern – 222 Vorfälle,
- Diebstahl von Ladung aus Anhängern – 139 Vorfälle,
- Diebstahl kompletter Fahrzeuge – 55 Vorfälle,
- Raub – 50 Vorfälle,
- Delikte im Zusammenhang mit Fälschungen – 45 Vorfälle,
- Entführungen von Ladung oder Fahrzeugen – 41 Vorfälle.
Im Mai lag noch der Diebstahl aus Standorten vorn (622 Vorfälle), während Diebstahl aus Fahrzeugen auf 461 kam.
Im Monatsvergleich bedeutet das: Diebstahl aus Standorten ging um 146 Fälle zurück, Diebstahl aus Fahrzeugen stieg um 247. Auch Anhängerdiebstahl sowie Diebstahl von Waren aus Anhängern nahmen zu.
TAPA weist darauf hin, dass solche Verschiebungen nicht nur auf veränderte Vorgehensweisen der Täter hindeuten können, sondern auch mit der Zuordnung und Erfassung der Vorfälle in der Datenbank zusammenhängen.
Einbruch und unbefugtes Eindringen bleiben das häufigste Vorgehen
TAPA ordnet die Meldungen zudem nach Tatmuster. Im Juni wurden 1.382 Vorfälle (63,37 % aller Einträge) als unbefugtes Eindringen oder Einbruch erfasst.
Im Mai lag diese Zahl bei 1.029 Fällen (66,86 %). Zwar stieg die absolute Zahl der Einbrüche um 353, ihr Anteil am Gesamtaufkommen ging aber leicht zurück.
Weitere Juni-Werte:
- 532 Fälle ohne Angabe zur Methode.
- 123 Vorfälle mit Beteiligung von Insidern.
- 91 Vorfälle mit Gewalt oder Gewaltandrohung.
- 47 Fälle mit anderen Betrugsformen.
- 4 Fälle betrügerischer Warenabholung.
- 2 Diebstähle aus einem fahrenden Fahrzeug.
Im Mai war die Methode in 203 Fällen unklar. Hinweise auf Insider gab es in 48 Meldungen, Gewalt oder Drohungen wurden in 122 Fällen genannt.
Die Zahl der gewaltbezogenen Vorfälle sank damit von 122 auf 91; ihr Anteil fiel von 7,91 % auf 4,17 %. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Meldungen ohne identifizierte Methode mehr als verdoppelt.








