Das Wichtigste in Kürze
- Schmitz Cargobull verkaufte im Geschäftsjahr 2025/26 mehr als 47.000 Fahrzeuge nach 42.620 Einheiten im Vorjahr.
- Der Umsatz stieg von 2,16 auf rund 2,25 Milliarden Euro.
- Das EBITDA sank von 57,1 auf 45,6 Millionen Euro, das EBIT verschlechterte sich von minus 8,2 auf minus 13,3 Millionen Euro.
- Insgesamt investierte der Hersteller 55,5 Millionen Euro in Produktion, Digitalisierung und weitere Entwicklungsprojekte.
- Für 2026/27 plant Schmitz Cargobull einen Absatz von rund 49.000 Fahrzeugen.
Mehr Fahrzeuge, aber schwächere Ergebnisentwicklung
Schmitz Cargobull hat seinen Fahrzeugabsatz im Geschäftsjahr vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 deutlich gesteigert. Nach Unternehmensangaben wurden mehr als 47.000 Fahrzeuge verkauft. Im Vorjahr waren es 42.620 Einheiten. Damit erhöhte sich der Absatz um mehr als zehn Prozent.
Auch der Umsatz legte zu: Er stieg von 2,16 Milliarden Euro auf rund 2,25 Milliarden Euro. Der höhere Absatz führte allerdings nicht zu einer Verbesserung der operativen Profitabilität.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank von 57,1 Millionen Euro auf 45,6 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel mit minus 13,3 Millionen Euro erneut negativ aus. Im Vorjahr hatte der operative Verlust noch 8,2 Millionen Euro betragen.
Als Belastungsfaktoren nennt Schmitz Cargobull die anhaltende Marktvolatilität, hohen Preisdruck sowie gestiegene Energie-, Personal- und Rohstoffkosten. Hinzu kamen geopolitische Unsicherheiten, die schwache Konjunktur in wichtigen europäischen Märkten und die weiterhin zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Transportbranche.
„Auch wenn wir mit einem positiven EBITDA von 45,6 Millionen Euro auf einer soliden Grundlage stehen, zeigt das negative EBIT von 13,3 Millionen Euro, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht“, erklärte Vorstandschef Andreas Schmitz. Ziel sei es, die Profitabilität nachhaltig zu verbessern.
Marktanteil von 25 Prozent in Europa
Trotz der schwächeren Ergebnisentwicklung behauptet Schmitz Cargobull nach eigenen Angaben seine führende Marktposition in Europa. Der Hersteller beziffert seinen Anteil an den neu zugelassenen Trailern auf rund 25 Prozent.
Damit stammt rechnerisch jeder vierte neu zugelassene Trailer in Europa von Schmitz Cargobull. Das Unternehmen sieht den gestiegenen Absatz als Beleg dafür, dass Flottenbetreiber trotz des schwierigen Marktumfelds weiter in seine Produkte und Dienstleistungen investieren.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 plant Schmitz Cargobull einen Absatz von rund 49.000 Fahrzeugen. Gegenüber den mehr als 47.000 Einheiten des Vorjahres entspräche dies einem moderaten weiteren Wachstum.
55,5 Millionen Euro für Produktion und Digitalisierung
Trotz des negativen EBIT hält Schmitz Cargobull an seinem Investitionskurs fest. Im Geschäftsjahr 2025/26 flossen insgesamt 55,5 Millionen Euro in Produktionsstandorte, Automatisierung, Digitalisierung und weitere Zukunftsprojekte.
Ein Schwerpunkt lag auf der stärkeren Automatisierung der Werke und dem Ausbau des internationalen Produktionsverbunds. Anfang 2026 nahm das Unternehmen im rumänischen Oradea einen neuen Standort in Betrieb. Dort werden Curtainsider und Sattelkipper für den mitteleuropäischen Markt gefertigt. Langfristig soll das Werk eine Jahreskapazität von bis zu 4.000 Fahrzeugen erreichen.
Rund 5,3 Millionen Euro investierte Schmitz Cargobull zudem in Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen seiner Digitalstrategie. Dazu gehören das Cargobull Operating System (COS) sowie neue Diagnose- und Telematiklösungen.
Diese Anwendungen sollen unter anderem die Fahrzeugverfügbarkeit erhöhen, Wartungsprozesse optimieren und die Gesamtbetriebskosten für Flottenbetreiber senken. Digitalisierung wird damit zunehmend vom Zusatzangebot zum Bestandteil des Kerngeschäfts.
Internationale Expansion gewinnt an Tempo
Parallel zum Ausbau der Produktion treibt Schmitz Cargobull seine internationale Expansion voran. Im Berichtsjahr beteiligte sich das Unternehmen an Sub Zero Insulation Technologies in Indien sowie an GT Trailers, einem polnischen Spezialisten für großvolumige Fahrzeuge.
Die geplante vollständige Übernahme des österreichischen Leichtbauspezialisten Berger Fahrzeugtechnik steht nach Unternehmensangaben weiterhin unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
Im Juli 2026 folgte zudem die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am australischen Trailerhersteller Freighter Group. Mit den Beteiligungen und Übernahmen verbreitert Schmitz Cargobull sowohl seine geografische Präsenz als auch sein Produktportfolio.
KI soll Serviceprozesse beschleunigen
Auch künstliche Intelligenz soll künftig einen größeren Beitrag zur Effizienz leisten. Mit einer konzernweiten KI-Initiative will Schmitz Cargobull interne Prozesse verschlanken und neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln.
Ein erstes konkretes Beispiel ist der KI-basierte Serviceassistent „DR. COOL“. Das System unterstützt Servicepartner bei der Diagnose und Wartung von Transportkältemaschinen von Schmitz Cargobull und soll dazu beitragen, Reparaturzeiten zu verkürzen.









