Das Wichtigste in Kürze
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Rekordumsatz: TGW Logistics steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26 um 29 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro.
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Auftragseingang: Mit 1,75 Milliarden Euro erreichten die Neubestellungen einen historischen Höchststand.
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Investitionen: Rund 60 Millionen Euro flossen in Forschung und Entwicklung, insbesondere in Automatisierung, Robotik und neue Technologien.
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Personalaufbau: Bis Sommer 2027 sollen weltweit 800 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden, davon 400 in Österreich.
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Wachstumsziele: Bis 2030 strebt TGW einen Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro und rund 7.000 Beschäftigte an.
Umsatz wächst um 29 Prozent, Auftragseingang auf Rekordniveau
TGW Logistics mit Hauptsitz im österreichischen Marchtrenk hat im Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. Juni 2026 endete, einen Umsatz von 1,37 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte.
Auch das operative Ergebnis entwickelte sich positiv. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um zehn Prozent auf 54,4 Millionen Euro. Die daraus resultierende EBIT-Marge lag bei rund vier Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich die Geschäftsdynamik beim Auftragseingang. Dieser erreichte mit 1,75 Milliarden Euro ebenfalls einen historischen Höchststand. Damit übertraf das Volumen der neu eingegangenen Aufträge den Jahresumsatz um rund 380 Millionen Euro. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz lag bei etwa 1,28 und deutet auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach automatisierten Intralogistiklösungen hin.
Nach Einschätzung von TGW-CEO Henry Puhl wächst der Markt für Lagerautomatisierung jährlich um acht bis zehn Prozent. Das Unternehmen will dieses Marktpotenzial nutzen und seine Position im internationalen Wettbewerb weiter ausbauen.
Zwei Milliarden Euro Umsatz und 7.000 Beschäftigte bis 2030
Auf Grundlage der Geschäftsentwicklung verfolgt TGW ambitionierte Wachstumsziele. Bis 2030 soll der Jahresumsatz die Marke von zwei Milliarden Euro überschreiten. Gegenüber dem Geschäftsjahr 2025/26 entspricht dies einer angestrebten Steigerung um mindestens 46 Prozent.
Der Wachstumskurs spiegelt sich auch in der Personalplanung wider. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres beschäftigte TGW weltweit 5.063 Mitarbeiter, rund 400 mehr als ein Jahr zuvor. Etwa 2.600 Beschäftigte arbeiten an den österreichischen Standorten Marchtrenk und Wels.
Im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 plant das Unternehmen weltweit 800 zusätzliche Einstellungen, davon 400 in Österreich. Bis 2030 soll die Gesamtbelegschaft auf rund 7.000 Mitarbeiter anwachsen. Das entspräche einem Personalzuwachs von knapp 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand.
TGW investiert 60 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung
Neben dem Ausbau der personellen Kapazitäten setzt TGW auf technologische Weiterentwicklung. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr investierte das Unternehmen rund 60 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Das entspricht 4,4 Prozent des Jahresumsatzes.
Die Mittel fließen unter anderem in neue Automatisierungslösungen, Robotik und künstliche Intelligenz. Ein Schwerpunkt liegt auf Systemen, die bislang manuelle Tätigkeiten in Lager- und Kommissionierprozessen automatisieren können.
Zu den jüngsten Entwicklungen gehört das Taschensortiersystem SmartPocket, das mit dem German Innovation Award 2026 ausgezeichnet wurde. Die Lösung basiert auf autonomen Robotern und ist auf eine hohe Flexibilität und Skalierbarkeit ausgelegt. Damit will TGW die Anpassungsfähigkeit automatisierter Lager- und Distributionszentren an unterschiedliche Durchsatzmengen und betriebliche Anforderungen verbessern.
Mit den Investitionen in Forschung und Entwicklung will TGW seine technologische Wettbewerbsfähigkeit stärken und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten in der automatisierten Intralogistik erschließen.
Internationale Expansion: Neues Entwicklungszentrum in Indien
Ein weiterer Bestandteil der Wachstumsstrategie ist die geografische Expansion. TGW will seine Aktivitäten insbesondere in Osteuropa und Nordamerika ausbauen und gleichzeitig seine internationalen Entwicklungsressourcen erweitern.
Für Oktober 2026 ist die Eröffnung eines neuen Standorts in der indischen Technologiemetropole Pune vorgesehen. Es handelt sich um die 25. Niederlassung des Unternehmens weltweit. Das dort entstehende Global Service Center wird sich auf Engineering und Softwareentwicklung konzentrieren.
Die neue Einheit soll eng mit den bestehenden Standorten in Europa, Nordamerika und Asien zusammenarbeiten. Damit erweitert TGW seine Entwicklungskapazitäten und erschließt zusätzliche Fachkräftepotenziale.
Nach Angaben von Finanzvorstand Sebastian Wolf ermöglicht der Standort in Indien den Zugang zu qualifizierten Spezialisten, die an anderen Standorten zunehmend schwer zu finden seien. Gleichzeitig werde das Unternehmen weiterhin in Europa und Nordamerika investieren.
Die Internationalisierung ist für TGW bereits heute prägend: Rund 97 Prozent des Geschäfts entfallen auf Märkte außerhalb Österreichs. Der Unternehmenssitz in Marchtrenk soll dennoch unverändert bestehen bleiben.
Fachkräftemangel und technologischer Wettbewerb als Risiken
Trotz der Rekordzahlen sieht das TGW-Management Herausforderungen für die weitere Entwicklung. Dazu gehören der internationale Wettbewerb, die zunehmende Geschwindigkeit technologischer Veränderungen und steigende Anforderungen an automatisierte Logistiksysteme.
Hinzu kommt der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Für die geplante Expansion benötigt TGW insbesondere zusätzliches Personal in technischen Bereichen, der Softwareentwicklung und der Umsetzung komplexer Automatisierungsprojekte. Der Aufbau internationaler Entwicklungsstandorte soll dazu beitragen, die verfügbaren Fachkräftekapazitäten zu erweitern.
Mit einem Auftragseingang von 1,75 Milliarden Euro und Investitionen in Forschung und Entwicklung verfügt TGW über eine solide Grundlage für den weiteren Wachstumskurs. Die Umsetzung der Expansionspläne bis 2030 wird vor allem vom Ausbau der Kapazitäten, der technologischen Entwicklung und der Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter abhängen.









