Foto: SEES media, Ulrik M. Eriksen / DSV

Neustart unter DSV-Flagge: Schenker-Integration nimmt Fahrt auf

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Der dänische Logistikkonzern DSV beginnt Anfang 2026 mit der operativen und rechtlichen Integration der deutschen Schenker-Gesellschaften. Wie das Unternehmen am 16. Dezember 2025 mitteilte, sollen erste rechtliche Zusammenschlüsse im Januar erfolgen, weitere im Februar. Die Maßnahme markiert einen wichtigen Meilenstein in der Umsetzung der Übernahme von DB Schenker, die im April 2025 vereinbart wurde.

Laut offizieller Pressemeldung von DSV handelt es sich um den Beginn eines schrittweisen Übergangs: „Mit dem vollständigen kommerziellen und operativen Übergang beginnt der gemeinsame Auftritt unter der Marke DSV“, erklärte das Unternehmen.

Ziel sei ein reibungsloser Betrieb sowie transparente Übergänge für Mitarbeitende und Kunden. Das integrierte Unternehmen soll durch gebündelte Netzwerke, Technologien und Fachkompetenz seine Position im deutschen Markt weiter ausbauen.

„Mit dem Zusammenschluss erweitern wir unser Netzwerk und schaffen neue Perspektiven für unsere Kunden“, sagte Brian Ejsing, COO von DSV und global verantwortlich für die Integrationsplanung. „Die Integration zwei traditionsreicher Unternehmen wie DSV und Schenker stärkt unsere Position im deutschen Markt und ermöglicht uns, ein noch breiteres Leistungsspektrum anzubieten.“

DSV setzt in Deutschland weiterhin auf die etablierte Struktur mit den drei Hauptdivisionen Air & Sea, Road und Kontraktlogistik, ergänzt durch Projekttransporte, Kurierdienste sowie Messe- und Eventlogistik. Der Hauptsitz des Unternehmens in Deutschland verbleibt in Bremen.

Das neue Führungsteam für den deutschen Markt besteht aus Torge Köhnke (Air & Sea), Ralf Többe (Road), Bart Peeters (Kontraktlogistik) und Nicolai Knudsen (Finanzen).

Integration im Einvernehmen mit Arbeitnehmervertretungen

Bemerkenswert ist der Schulterschluss mit den Arbeitnehmervertretungen beider Häuser. Der abgestimmte Fahrplan zur Integration umfasst Maßnahmen zur sozialen Abfederung des Übergangs und schafft laut Unternehmensangaben Orientierung und Sicherheit. Vertreter beider Gesamtbetriebsräte hoben die offene, konstruktive Atmosphäre der Gespräche hervor, ein wichtiger Baustein für eine gelingende Integration.

Jürgen Horn, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der DSV Road GmbH, betonte:

„Gemeinsam mit der Geschäftsleitung haben wir die Integration der beiden Unternehmen in den letzten Monaten intensiv vorbereitet und wichtige Rahmenbedingungen für den Zusammenschluss sowie den Übergang der Mitarbeitenden definiert.“

Auch Walther Meusel, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Schenker AG, lobte die Zusammenarbeit:

„Die Gespräche mit den Vertretern von DSV waren von Anfang an offen und lösungsorientiert. Der Fahrplan für die Integration schafft Orientierung für die kommenden Monate und bietet einen Rahmen, in dem der Übergang für die Belegschaft verantwortungsvoll gestaltet werden kann.“

Wachstumspläne und globaler Kontext

Durch die Integration der Schenker-Organisation verdreifacht sich die Belegschaft von DSV in Deutschland. Der Konzern kündigte an, weiterhin in den Standort Deutschland investieren zu wollen. Deutschland soll nicht nur integraler Bestandteil, sondern auch Wachstumstreiber des neuen Konzerns werden.

Auf globaler Ebene vereint DSV nach eigenen Angaben künftig rund 160.000 Mitarbeitende in über 90 Ländern und erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro.

Fazit: Transformation mit Augenmaß

Der Start der Integration markiert nicht nur den Übergang in eine neue organisatorische Struktur, sondern auch den Beginn eines neuen Kapitels für die Logistikbranche in Deutschland. DSV positioniert sich mit dem Zusammenschluss als führender Player, national wie international. Der angekündigte behutsame Übergang zeigt, dass neben Marktposition auch Mitarbeitersicherheit und Kundenbindung im Zentrum der Übernahme stehen.

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